Hohenlimburg. Das Programm im Werkhof-Kulturzentrum Hohenlimburg trägt seit Jahren seine Handschrift: Nun wurde Norbert Höhne entlassen. Die Hintergründe.

Das Bühnenprogramm im Kulturzentrum Werkhof trägt künftig nicht mehr die Handschrift von Norbert Höhne. Der umtriebige Kulturmacher wurde auf einer Vorstandssitzung entlassen und arbeitet nur noch bis Ende März 2025 als Angestellter des Kulturhauses. Zudem wird der Werkhof-Vorsitzende, Urgestein Horst Bach, im März nicht erneut für den Vorstand im Werkhof e.V. antreten. Ein Personalbeben an der Spitze des Kulturzentrums, das den Weg in eine neue Ära einleiten soll.

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Kenner der Kulturszene

Norbert Höhne gehört zu den erfahrenen Kennern der heimischen Musik- und Kulturszene. Als einer der Gründerväter des legendären Rockpalastes in Oege holte er Anfang der 1980er damals noch unbekannte Musikgrößen wie Westernhagen und Falco nach Hohenlimburg. Vor sechs Jahren rückte er in das Werkhof-Team und prägt seither das Programm auf den Bühnen in Theatersaal und Katakombe. Im Frühjahr 2023 wählte ihn die Mitgliederversammlung des Werkhof e.V. als zweiten Beisitzer in den Vorstand. Darüber hinaus waren er und seine Lebensgefährtin als Angestellte im Werkhof Kulturzentrum tätig. Auf einer Vorstandssitzung Ende vergangenen Jahres wurde nun die Entlassung der Beiden zum Ende des März 2025 beschlossen.

„Für mich kam die Entlassung völlig unerwartet. Ich habe im Vorfeld keine Signale in diese Richtung vernommen.“

Norbert Höhne, Kulturmacher aus Hohenlimburg,
über seine Entlassung aus dem Werkhof

Für Norbert Höhne kam dieser Entschluss seiner Vorstandskollegen völlig unerwartet, wie er sagt. „Ich habe im Vorfeld keine Signale in diese Richtung vernommen“, berichtet Höhne. Ob er bei der Mitgliederversammlung in zwei Monaten erneut für einen Posten im Vorstand des Werkhof e.V. kandidieren wird, das wisse er noch nicht.

Norbert Höhne prägte über Jahre das Kulturproramm im Werkhof Kulturzentrum Hohenlimburg. Zum Ende März 2025 wurde er als Angestellter des Kulturzentrums entlassen.
Norbert Höhne prägte über Jahre das Kulturproramm im Werkhof Kulturzentrum Hohenlimburg. Zum Ende März 2025 wurde er als Angestellter des Kulturzentrums entlassen. © WP / Volker Bremshey | Volker Bremshey

Zukunft noch ungewiss

Ebenso unklar, wie es bei ihm künftig weitergeht. „Ich bin erstmal noch im Urlaub“, meldet sich Höhne per Telefon von der Atlantik-Küste. Erst nach seiner Rückkehr nach Hohenlimburg will er sich genauer mit solchen Fragen beschäftigen. Gut möglich, dass er sich in der Zukunft im Management von Künstlern engagieren werde, gibt Höhne einen ersten Ausblick. „Ich komme schon irgendwie klar.“

„Das Altenheim an der Spitze muss weg. Wir sprechen seit zwei Jahren darüber, dass wir nur eine Notlösung sind. Wir wollen junge Leute ansprechen und wollen uns deshalb neu aufstellen.“

Horst Bach, Vorsitzender Werkhof Kulturzentrum,
will nicht erneut für den Vorstand kandidieren

Vorstand soll jünger werden

Verbunden mit der Entlassung des 71-Jährigen ist eine Frischzellenkur, die sich der Vorstand des Werkhof Kulturzentrums verordnet habe, wie der Vorsitzende Horst Bach auf Anfrage dieser Zeitung berichtet. „Das Altenheim an der Spitze muss weg“, sagt Bach (79) und meint damit auch sich selbst. Er werde Mitte März ebenfalls aus dem Werkhof-Team ausscheiden und bei der Mitgliederversammlung des Werkhof e.V. nicht erneut für den Posten des Vorstandsvorsitzenden antreten.

Seit zwei Jahren im Vorstand

Die Mitgliederversammlung hatte Bach und Höhne vor zwei Jahren in den Vorstand gehoben. Horst Bach wurde damals einstimmig für zwei Jahre an die Vorstandsspitze gewählt. Schon damals sei klar gewesen, dass es sich nur um Übergangslösungen handelte, sagt Bach heute. „Wir sprechen seit zwei Jahren darüber, dass wir nur eine Notlösung sind. Wir wollen junge Leute ansprechen und wollen uns deshalb neu aufstellen.“

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Jünger und moderner soll das Werkhof Kulturzentrum werden, so lautet das Credo auch von Andreas Tietz, Schatzmeister im Vorstand des Werkhof-Vereins: „Wir hatten deshalb schon vor Jahren versucht, einen jüngeren Vorstand zu etablieren. Das hat aber aus verschiedenen Gründen nicht geklappt“, wolle man das Kulturzentrum nun zukunftsfest aufstellen: „Wir wollen keine Rentnerkneipe sein, die dann schließt, wenn der letzte Gast gestorben ist.“

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Finanzielle Probleme

Ähnlich wie die anderen freien Kulturstätten in Hagen hatte auch das Werkhof Kulturzentrum zuletzt mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Steigende Kosten machten dem Vorstand zum 40. Jubiläum des Kulturhauses im Jahr 2024 zu schaffen. Nicht zuletzt gilt es, mit der Heimstätte in der alten Schlossbrauerei ein mehr als 120 Jahre altes denkmalgeschütztes Gebäude zu unterhalten - rund 3500 Quadratmeter Altbestand. Zwar werden Einnahmen über Mieten generiert, doch im Kulturbereich stand zuletzt ein Minus. Wie sich die wirtschaftliche Situation aktuell darstellt, dazu hält sich Schatzmeister Andreas Tietz noch zurück. „Die Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor.“

Die Heimstätte des Werkhof Kulturzentrums ist die ehemalige Schlossbrauerei in Hohenlimburg. Das mehr als 120 Jahre alte Gebäude befindet sich im Eigentum des Werkhofs e.V.
Die Heimstätte des Werkhof Kulturzentrums ist die ehemalige Schlossbrauerei in Hohenlimburg. Das mehr als 120 Jahre alte Gebäude befindet sich im Eigentum des Werkhofs e.V. © Heinz-Werner Schroth | Heinz-Werner Schroth

Mitliederversammlung am 15. März

Die wirtschaftliche Lage wird ein Thema auf der Mitgliederversammlung am 15. März sein. Dort wird auch entschieden, wer die jungen Gesichter sind, die künftig die Geschicke des Werkhof Kulturzentrums leiten sollen. Im Vorfeld will der Vorstand seine Kandidaten präsentieren.