Kreuztal. Nach dem Sieg des Bürgerbegehrens hat die Planung für die „Kombi-Lösung“ begonnen. Unvermeidbar ist, schon ab Herbst, ein Container-Provisorium.
Nach dem Ratsbeschluss, dem Bürgerbegehren für die „Kombi-Lösung“ im Schulzentrum zu folgen, hat die Verwaltung die Arbeit für den Wiederaufbau der abgebrannten Stadthalle wieder aufgenommen. EU-weit ausgeschrieben wird nun die Gesamtplanung für das Gebäude, in dem außer der zum Bürgerforum erweiterten Stadthalle in den oberen Etagen auch die 23 zusätzlich benötigten Klassenräume für Gymnasium und Gesamtschule untergebracht werden. Grundlage der Ausschreibung wird das Konzept des Hilchenbacher Ingenieurbüros Stoppacher – das der Rat im Februar zunächst abgelehnt hatte, dann aber durch das Bürgerbegehren wieder auf die Tagesordnung gehoben wurde,
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Stadt Kreuztal bemüht sich um neuen Landeszuschuss
Als Projektbetreuer wird die Landesentwicklungsgesellschaft NRW Urban tätig, an der die Stadt Kreuztal einen Gesellschafteranteil erworben hat. Zu entscheiden sei nun, ob die Planungsaufträge einzeln an für die verschiedenen Fachgewerke oder an einen Generalplaner vergeben werden, berichtete Stadtbaurätin Christina Eckstein jetzt dem Infrastrukturausschuss. Zugleich befinde sich die Stadt im Austausch mit der Bezirksregierung, um erneut Fördermittel bewilligt zu bekommen. Die Städtebauförderungsmittel für die abgebrannte Stadthalle hatte die Stadt zurückzahlen müssen. Bevor es an die Detailplanung geht, werde eine enge Abstimmung mit Schulen und Kulturamt erfolgen, sicherte die Stadtbaurätin zu.
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Der Investitionsaufwand für die Kombi-Lösung wurde im Februar auf 16,9 Millionen Euro beziffert. Eine Ratsmehrheit von CDU, Grünen, UWG und FDP setzte im März durch, lediglich einen Schulanbau an der Stelle der Stadthallen-Ruine zu beschließen (Kostenschätzung 8,5 Millionen Euro). Ihren Antrag, die Stadthalle auf dem Parkplatz Stählerwiese zu errichten (13,2 Millionen Euro), hatten die Fraktionen bereits vorher zurückgezogen, als eine Online-Petition dagegen initiiert worden war. Im April entschied eine Ratsmehrheit in geheimer Abstimmung, dem Bürgerbegehren zu folgen, es nicht auf einen Bürgerentscheid ankommen zu lassen und den eigenen Beschluss aufzuheben.
Kita-Container werden Klassenräume für Gesamtschule und Gymnasium
Bereits nach den Herbstferien werden Container auf dem Schulhof des Gymnasiums in Betrieb genommen. Gymnasium und Gesamtschule behelfen sich schon jetzt mit „kreativen“ Lösungen, berichtet die Stadtveraltung in einer am Dienstag verbreiteten Pressemitteilung. „Es ist mehr als eindeutig, dass es für den Zeitraum bis zur Realisierung des Kombinationsbaus aus Bürgerforum und mindestens 23 Räumen für die Schulen einer kurzfristigen räumlichen Entlastung für das Städtische Gymnasium sowie die Clara-Schumann-Gesamtschule bedarf.“
Dazu kauft die Stadt nun die Containermodule, die derzeit noch für die Kita Löwenzahn der Alternativen Lebensräume genutzt werden. Die Kita zieht zum Beginn des neuen Kita-Jahres in ihren Vier-Gruppen-Neubau um. „Auf diese Weise werden zwar ebenfalls provisorische, dafür aber vor allem zügig Unterrichtsräume geschaffen, die beide Schulen benötigen. Der Verwaltung ist mit dem bevorstehenden Erwerb der schon in Kreuztal befindlichen Containeranlage nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine nachhaltige Lösung gelungen“, resümiert Stadtrat Patrick Zöller.
Container im Schulzentrum Kreuztal mit Glasfaser und Smartboards
Durch den Umbau der bestehenden Kita-Anlage in eine Schulcontainer-Anlage können insgesamt acht Klassenräume realisiert werden. Hinzu kommen zwei Sanitärräume sowie jeweils ein Container für Lager/Technik und Reinigung. Die Module sollen nach derzeitigen Planungen auf dem Schulhof des Gymnasiums platziert werden. Es ist ferner eine Anbindung an das Glasfasernetz im Schulzentrum sowie eine Ausstattung mit digitalen Schultafeln/Smart-Boards beabsichtigt.
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Die Schulleiter von Gymnasium und Gesamtschule, Sebastian Hatzfeld und Marco Schneider, teilen mit, dass die Gesamtschule zunächst fünf und das Gymnasium zunächst drei Klassenraumcontainer nutzen werden, wobei die weitere Aufteilung sich in den kommenden Schuljahren an den entsprechenden Bedarfen orientiere. Marco Schneider als Sprecher der weiterführenden Schulen im Kreuztaler Schulzentrum: „Wir freuen uns, dass die Stadt Kreuztal nun schnell Fakten schafft, um die Schulen räumlich zu entlasten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die gemeinsame Nutzung des Provisoriums genauso gelingen wird, wie die spätere gemeinsame Nutzung räumlicher Ressourcen in der Kombi-Lösung.“
Räume sollen für die nächsten zwei bis drei Jahre ausreichen
Ob die acht provisorischen Klassenräume bis zur Fertigstellung des Schul-Stadthallen-Neubaus, der für 2030 angepeilt wird, ausreichen, lässt Stadtrat Patrick Zöller auf Nachfrage offen. „Für die nächsten zwei, drei Jahre ist den Schulen geholfen.“ Für weitere Container werde auf dem Schulhof („Es geht deutlich Fläche verloren“) kaum Platz sein, die angeschafften Module könnten auch nicht zweigeschossig aufgebaut werden.. 2026 wird die jetzt erstmals wieder eingeführte Klasse 10 die Jahrgangsstufe 13 erreichen und 2027 Abitur machen. Das Gymnasium hat dann wieder neun Jahrgänge, rund 100 Schüler mehr als jetzt. Bereits im nächsten Schuljahr bildet das Gymnasium wegen der hohen Anmeldezahl eine zusätzliche, vierte Klasse 5.
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