Essen. Die Woche startet in NRW stürmisch, Böen mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde zogen am Montag über das Land. Der Bahn macht das Probleme.
- Ein Sturm zog über NRW und sorgte für Einschränkungen im Nahverkehr.
- Am Montagabend beruhigte sich das Wetter wieder.
- Wir haben die aktuelle Wetterprognose für NRW in der Übersicht - es bleibt nass.
Der Sturm in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen hat am Montag für erhebliche Behinderungen im Zugverkehr gesorgt. Zahlreiche Strecken waren nicht mehr befahrbar, weil umgestürzte Bäume Oberleitungen beschädigt haben, teilten Bahnunternehmen am späten Montagnachmittag über das Portal Zuginfo.NRW mit. Teils organisierten die Unternehmen Schienenersatzverkehr. Auch am Dienstagmorgen dauerten die Probleme teilweise noch an, unter anderem auf den Linien RE 1 (RRX), RE 9, RE 11 (RRX), bei mehreren Regional- und S-Bahnen.
Die Aufräumarbeiten im Nah- und Regionalverkehr seien aber fast komplett abgeschlossen und die meisten Strecken wieder frei, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) am frühen Morgen.
Umleitungen und Verspätungen im Fernverkehr
Im Fernverkehr gab es am Montag Umleitungen und Verspätungen etwa zwischen Köln und Aachen sowie Köln und Düsseldorf, sagte eine Sprecherin der Bahn. Die Eurobahn fuhr bis gegen 18 Uhr wegen der Wetterlage auf allen Strecken mit verminderter Geschwindigkeit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bis zu diesem Zeitpunkt örtlich schwere Sturmböen angekündigt.
Wetterbedingte Sperrungen und Behinderungen gab es daneben laut dem Portal unter anderem zwischen Leverkusen und Langenfeld, bei Hagen, zwischen Köln-Ehrenfeld und Düren, Erkrath und Düsseldorf-Gerresheim, zwischen Goch und Weeze am Niederrhein sowie Welver und Soest. Seit ca. 19 Uhr war der Bahn-Verkehr auf Strecke Duisburg-Düsseldorf eingeschränkt.
Sturm in NRW: Auslöser ist der Wetterumschwung
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Montagnachmittag eine amtliche Warnung vor Sturmböen in weiten Teilen des Landes ausgegeben. Auslöser ist ein heftiger Wetterumschwung: Nach Schnee am Wochenende ist es in kurzer Zeit deutlich wärmer geworden in Nordrhein-Westfalen. Für die Jahreszeit blieb es mit Höchstwerten von bis zu 15 Grad ungewöhnlich mild.
Gegen Nachmittag wurden in verschiedenen Städten Parks geschlossen und Warnungen vor Aufenthalten im Freien ausgesprochen.
Sturm zieht über NRW: Die Meldungen im Überblick
- Bei der Rheinbahn in Düsseldorf gab es zahlreiche Verspätungen, einige Linien fuhren nicht mehr bis zur Endhaltestelle durch, unter anderem durch heruntergefallene Äste, wie eine Sprecherin mitteilte.
- In Oberhausen hat der Sturm Teile der Solaranlage vom Dach der Turbinenhalle gerissen. Teile der Anlage sind auf den Hang vor der Halle gestürzt.
- Die Dortmunder Feuerwehr hatte am Montag alle Hände voll zu tun. Hier drohte unter anderem ein Baugerüst umzustürzen.
- Die Feuerwehr Essen ist mit zahlreichen Kräften stadtweit im Einsatz. In der Überruhrstraße im Stadtteil Burgaltendorf droht eine hohe Birke vollends umzustürzen, die offensichtlich von einer Böe erfasst wurde.
- In Bochum hatte eine Briefträgerin großes Glück. Ihr Fahrrad wurde durch einen umstürzenden Baum komplett begraben und stark beschädigt. Sie selbst wurde durch Äste nur leicht gestreift und blieb unverletzt.
- In Mülheim ist ein Baum auf ein Haus gestürzt. Laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr habe die betroffene Wohnung unterm Dach gesperrt werden müssen, Verletzte gebe es nicht. Den Baum zu bergen, sei technisch schwierig und werde einige Zeit dauern.
- Bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) sorgte das Wetter für mehrere Ausfälle, bei der Feuerwehr für zahlreiche Einsätze. Die Feuerwehr-Leitstelle meldete bis 18 Uhr 38 witterungsbedingte Einsätze im Stadtgebiet:
- Bei Hennef östlich von Bonn wurde die Autobahn 560 beidseitig vollständig gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Teile einer Schallschutzmauer seien zwischen den Anschlussstellen Hennef West und Hennef Ost auf die Straße geweht worden - vermutlich durch den Sturm. Die Sperrung könnte sich noch bis in die Nacht ziehen, teilte ein Polizeisprecher mit.
- Auf der A3 ragte vor der Anschlussstelle Bad Honnef/Linz in Richtung Frankfurt ein Baum auf die Straße, bei Jackerath fielen Äste auf die Fahrbahn der A61 in Richtung Koblenz.
- Am Gustav-Heinemann-Ufer in Köln stürzte ein Weihnachtsbaum auf Bahngleise, zudem fielen weitere Bäume und Äste auf Gehwege und Straßen in Köln, Leverkusen und Solingen.
Wetter in NRW: Am Dienstag kann es wieder schneien
Am Dienstag (7. Januar) wird es wieder etwas kälter in Nordrhein-Westfalen, die Höchstwerte liegen tagsüber bei sieben Grad, im Bergland bei maximal 3 Grad. Mancherorts kann der Regen zu Schneeregenschauer werden. Oberhalb von 600 Metern ist es kälter, prognostiziert der DWD bis zu 3 Zentimeter Neuschnee, Temperaturen um den Gefrierpunkt und örtliche Glätte durch gefrierende Nässe. Im Bergland bleibt es am Dienstag noch stürmisch. Auch interessant: Streupflicht: Diese Regeln gelten im Winter in NRW
In der Nacht zu Mittwoch (8. Januar) soll es laut Wetterdienst bewölkt sein, teilweise kann es zu Regen oder Schneeregenschauern kommen. Im Bergland wird Schnee erwartet. Die Temperaturen sinken auf 2 bis 0 Grad, im Bergland auf bis zu minus 3 Grad.
Am Mittwoch bleibt es zunächst niederschlagsfrei, später wird es zunehmend bewölkt und windig. Im Süden schneit es. Die Temperaturhöchstwerte liegen zwischen 2 und 5 Grad, im Hochsauerland herrscht teils Dauerfrost um minus 1 Grad.
Am Donnerstag bleibt es stark bewölkt bis bedeckt mit anhaltendem, teils kräftigem Regen im Süden. Im Norden fällt stellenweise auch in tieferen Lagen Schnee. Zum Nachmittag lassen die Niederschläge nach. Die Temperaturhöchstwerte liegen zwischen 1 und 4 Grad, in höheren Lagen um 0 Grad. Im Bergland sind zeitweise starke bis stürmische Böen möglich.
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Winterliches Wetter am Wochenende führte zu kleineren Unfällen
Bei Schnee und Glätte war es in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Wochenende zu einigen kleineren Autounfällen gekommen - unter anderem im Hochsauerlandkreis. Insgesamt blieb es aber recht ruhig, vielerorts wurde der Schnee im Tagesverlauf zu Schneematsch oder Regen. Am Flughafen Frankfurt wurden von den insgesamt rund 1090 geplanten Starts und Landungen etwa 120 annulliert, weil die Landebahnen enteist und geräumt werden mussten. (red/dpa/afp)
Windgeschwindigkeiten erklärt
Die Geschwindigkeit von Wind wird nach der sogenannten Beaufort-Skala gemessen. Diese wurde 1806 von dem englischen Admiral Francis Beaufort entwickelt.
Die Windgeschwindigkeit null wird als Windstille bezeichnet. Rauch würde senkrecht aufsteigen.
Bei der Windstärke eins ist ein leiser Luftzug spürbar bei ein bis fünf km/h. Bei aufsteigendem Rauch wäre die Windrichtung erkennbar.
Eine leichte Brise mit bis zu bis 11 km/h wird als Windstärke zwei kategorisiert. Dabei würden sich Blätter bewegen.
Die Windstärke drei nennt man schwache Brise. Bis 19 km/h können dünne Zweige bewegen.
Mäßiger Wind bis 28 km/h hebt Staub oder loses Papier. Das entspricht der Windstärke vier.
Bei Windstärke fünf weht eine frische Brise bis 38 km/h. Kleine Bäume wurden anfangen zu schwanken.
Die Windstärke sechs beschreibt starken Wind mit einer Geschwindigkeit bis 49 km/h. Dabei wären Regenschirme schwer zu halten und auch starke Äste würden schwanken.
Bis zu 61 km/h sind bei Windstärke sieben möglich. Beim sogenannten steifen Wind sind fühlbare Hemmungen beim Gehen möglich, ganze Bäume bewegen sich.
Ab Windstärke acht brechen Äste von Bäumen ab. Bis zu 74 km/h sind bei diesem stürmischen Wind möglich.
Bei Windstärke neun spricht man von einem Sturm. Bis zu 88 km/h sind möglich. Es kann zu kleineren Schäden an Häusern kommen, weil zum Beispiel Ziegel herunterfallen.
Die Windstärke zehn bezeichnen Fachleute als schweren Sturm. Bei bis 102 km/h kann es zu größeren Häuserschäden kommen, Bäume können brechen.
Ein orkanartiger Sturm mit bis 117 km/h ist bei Windstärke elf erreicht. Es kann zu entwurzelten Bäumen kommen, Sturmschäden verbreiten sich.
Bei Windstärke zwölf spricht man von einem Orkan. Es kann schwere Verwüstungen geben.
Quelle: Deutscher Wetterdienst
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