Egal ob Tapas, Pizza oder auch ein Cappuccino – im Innenstadtbereich bieten die Gastronomen eine vielfältige kulinarische Auswahl an. Die warmen Tage zuletzt haben auch den letzten Wirt dazu bewogen, die Gartenmöbel aus dem Keller zu holen und die Kunden im Freien zu verwöhnen. Doch mit der untergehenden Sonne teilt sich die Innenstadt in zwei Sektoren.
Zum Italiener oder Spanier
Entlang der Leineweberstraße genießen sowohl die Ladenbetreiber als auch die Gäste das süße Leben. Der Chef von „Bella Toscana“, Uli Bozdag freut sich über seine zahlreichen Kunden, die von mittags bis abends seine mediterranen Speisen genießen. Um den Außenbereich vor seinem Ristorante ein wenig attraktiver zu gestalten, hat er nun vier kleine Olivenbäume aufgestellt: „Meine neuen Olivenbäume verbreiten ihr Aroma und bringen ein gewisses Flair.“ Weitere blumige Anschaffungen sollen folgen.
Ein paar Läden weiter, im Pinchos, spielt man ebenfalls mit dem Gedanken, die Terrasse zu verschönern. „Wir verbreiten aber jetzt schon eine angenehme spanische Urlaubsatmosphäre“, meint Serviceleiter Daniel Özdemir. Die Gäste laben sich an ausgewählten Tapas, stoßen mit einem Glas Wein an. Im Pinchos läuft’s tagsüber und auch abends richtig gut, Inhaber Rajesh Luthra, der auch das Café Solo an der Schloßstraße betreibt, ist zufrieden.
Die "tote Innenstadt"
Und das kann er auch sein, denn die Terrasse des Café Solo wird auch von vielen Leuten frequentiert, die noch eine Kleinigkeit essen oder trinken wollen. Doch damit ist man in den Abendstunden eher eine Ausnahme auf der Schloßstraße.
2. Winkhausen. Gemütlichkeit und eine familiäre Atmosphäre verspricht das Restaurant „am Kamin“, in Mülheim auf Platz zwei (deutschlandweit 722.). Aktuell freut sich die Familie Nöthel über die Auszeichnung im „Feinschmecker“ mit zwei F’s. Das Familienunternehmen, das das Restaurant im alten Fachwerkhaus in der dritten Generation führt, setzt auf eine junge Küche, die sehr experimentierfreudig ist. „Alle fünf bis sechs Wochen gibt es eine neue Karte“, sagt Küchenchef Sven Nöthel (25). Klassiker gibt es auf der Karte nicht. „Dafür vieles zum ausprobieren.“ Quinoa-Gerichte oder Hummer mit Safran seien so ein Beispiel für außergewöhnliche Kompositionen. Weiterer Schwerpunkt: die große Weinkarte.
5. Stadtmitte. Seit 20 Jahren führt Familie Thon den „Ratskeller“, der mitten in der Innenstadt liegt. Das Restaurant hat sich in den 20 Jahren auf die deutsche Küche spezialisiert. Inhaber Jörg Thon sieht seine Gerichte als eher „deftig“ an: „Fettarm kochen wir hier nicht“, sagt er augenzwinkernd. Beliebt bei den Gästen ist der Rheinische Sauerbraten mit dicken Bohnen. Ein Gericht, das Thon das ganze Jahr über anbietet. Ansonsten setzt die Familie auf die saisonale Küche. Im Januar und Februar bietet sie viel Fisch an, ab Mai dann Wild- und Gänsefleisch.
Ein täglich wechselndes Tagesgericht ist für wenig Geld zu erstehen. „Diese Gerichte liegen in einem Preisrahmen von 6,90 bis 8,90 Euro“, so Thon.
Im Perfetto sind im Innenbereich die Stühle schon auf den Tischen kopfüber gestapelt, denn um 19 Uhr wird zugemacht. „Unser Konzept ist darauf aufgebaut, bis zum Abend die Kunden anzulocken,“ sagt Inhaber Eddie Turkmen. Man habe das Café auch testweise schon bis 21 oder 22 Uhr geöffnet, aber das ziehe kaum Kunden an. Grund dafür sei die „tote Innenstadt“. Ein Lichtblick, dass das Café auch in den Abendstunden noch geöffnet werden könnte, sind die steigenden Studentenzahlen der Hochschule Ruhr West. „Wenn die Nachfrage besteht, dann verlängern wir gerne unsere Öffnungszeiten.“
Schlechte Planung für Ruhrbania
Bernd Schlüter, Chef beim Mocca Nova, schließt sich dem an. „Das Problem ist die Innenstadt“, führt er aus. Über den Kundenandrang bis zum Abend könne man sich nicht beschweren, nachdem die letzten Geschäfte geschlossen hätten, sei jedoch nicht mehr viel los. Tatsächlich ein Hoffnungsschimmer sei für ihn die schlechte Planung von Ruhrbania. Er sei sehr froh, sagt er, dass man dort kaum vorankomme und so wenigstens die Konkurrenz fernbleibe. . .
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