Essen. Mustafa Kourouma ist bei Rot-Weiss Essen hintendran. In der Innenverteidigung hat er drei Mann vor sich. Aktuell sieht vieles nach Trennung aus.

Es waren die sportlichen und emotionalen Höhepunkte der noch jungen Karriere des Mustafa Kourouma (21). Vor knapp einem Jahr erzielte der Innenverteidiger des Fußball-Drittligisten Rot-Weiss Essen ein wuchtiges Kopfballtor beim 2:1-Auswärtssieg im Signal-Iduna-Park gegen die U23 von Borussia Dortmund. Über 10.000 RWE-Fans waren mitgereist und feierten den Auftakt einer Siegesserie, die RWE ins Aufstiegsrennen katapultierte. Nur zwei Wochen später setzten Kourouma und RWE noch einen drauf. Im Derby beim MSV Duisburg köpfte das Essener Eigengewächs in der Nachspielzeit vor der Gästekurve das Siegtor. Die 5000 mitgereisten Anhänger flippten aus, Kourouma ließ sich am Zaun feiern. Es waren seine ersten beiden Tore als Profi.

RWE-Verteidiger Mustafa Kourouma (l.) feiert sein Siegtor im Derby beim MSV Duisburg.
RWE-Verteidiger Mustafa Kourouma (l.) feiert sein Siegtor im Derby beim MSV Duisburg. © FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

An diesem Mittwoch (19 Uhr, Magenta Sport) spielen die Essener in der 3. Liga erneut gegen die U23 des BVB. Kourouma wird im Stadion an der Hafenstraße aber wohl nur die Rolle des Bankdrückers übernehmen. Das junge Abwehrtalent ist bei Trainer Christoph Dabrowski in Ungnade gefallen und nur noch Innenverteidiger Nummer vier. In der Liga wartet Kourouma in dieser Saison auf seinen ersten Einsatz. Als die Essener Mannschaft vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (0:3) komplett war, blieb für den 21-Jährigen nur ein Platz auf der Tribüne.

Rot-Weiss Essen: Mustafa Kourouma gelang der Sprung zu den Profis

Der gebürtige Essener ist eines der wenigen Eigengewächse, das der Verein in den letzten Jahren hervorgebracht hat. 2020 kam Kourouma aus der BVB-Jugend in die U17 von Rot-Weiss Essen und schaffte zwei Jahre später den Sprung zu den Profis. Zu seinen Förderern in der U19 gehörte Trainer Vincent Wagner, den es nach dem Aufstieg der RWE-Profis zur U23 der TSG Hoffenheim zog.

Auch unter Christoph Dabrowski machte der physisch starke Innenverteidiger stetige Fortschritte. In seinem ersten vollen Seniorenjahr sammelte Kourouma immerhin 13 Drittliga-Einsätze und 500 Spielminuten. Ein Jahr später waren es 21 Pflichtspiel-Einsätze. Er machte Druck auf die im Abwehrzentrum gesetzten Felix Götze und José-Enrique Rios Alonso und unterstrich öffentlich, dass er den Anspruch habe, in der Startelf zu stehen. „Ich sehe mich nicht als Nummer drei, sondern eher als jemand, der die anderen beiden verdrängen möchte. Mein Ziel ist es, dass ich irgendwann Stammspieler werde. Ich bin zwar noch jung, aber habe ein gutes Potenzial und möchte dranbleiben“, hatte Kourouma im vergangen Winter angekündigt.

Mehr News zu Rot-Weiss Essen

Als Felix Götze zum SC Paderborn in die 2. Bundesliga wechselte, hätte seine Stunde schlagen können. Doch stattdessen ist Kourouma nun nur noch Innenverteidiger Nummer vier bei RWE. Neuzugang Michael Schultz ist als Kapitän gesetzt, Tobias Kraulich und Rios Alonso werden ihm trotz bisher durchwachsener Leistungen ebenfalls vorgezogen. Dabrowski hat am Dienstag vor dem BVB-Spiel erklärt, dass Kourouma aktuell weit entfernt von einem Stammplatz ist. „Wir haben uns in der Innenverteidigung qualitativ verstärkt. Musti ist ein junger Spieler, der aktuell hinten dran ist. Er muss geduldig sein und hart arbeiten, um dann den Moment zu nutzen, der in der Saison kommt.“

Mustafa Kourouma (r.) ist nicht glücklich. Bei Rot-Weiss Essen sitzt das Abwehrtalent zumeist nur auf der Bank oder der Tribüne.
Mustafa Kourouma (r.) ist nicht glücklich. Bei Rot-Weiss Essen sitzt das Abwehrtalent zumeist nur auf der Bank oder der Tribüne. © Jürgen Fromme/ firo Sportphoto | Jürgen Fromme

Der Vertrag von Kourouma bei Rot-Weiss Essen läuft aus

Ob Kourouma dazu noch die Geduld hat, ist fraglich. Wie diese Redaktion erfuhr, ist der junge Verteidiger unzufrieden mit seiner Rolle. In diesem Sommer soll ihm im Training zu häufig der nötige Biss gefehlt haben. Viel Zeit bleibt ihm nicht, um an der Hafenstraße noch den Durchbruch zu schaffen. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, die Zeichen stehen auf Abschied. Aktuell deutet vieles auf eine Trennung im Sommer 2025 hin.

In den sozialen Netzwerken bedauern viele RWE-Anhänger die Entwicklung Kouroumas. In einigen Kommentaren ist immer wieder zu lesen, dass er eine Chance verdient habe. Seine Heldentaten vor knapp einem Jahr haben die Essener Fans noch nicht vergessen.