Herne. Der Herner EV kommt nach einem Rückstand gegen das Tabellenschlusslicht zurück ins Spiel, verliert dann aber unglücklich in der Verlängerung

Der Herner EV musste am Freitag einen weiteren herben Rückschlag im Kampf um die Playoff-Plätze hinnehmen.

Die Miners unterlagen auf eigenem Eis mit 3:4 (1:1, 0:2, 2:0) nach Verlängerung gegen die Hammer Eisbären, die zuvor 18 Spiele in Serie verloren hatten.

Hamm hat sich verstärkt und spielt nicht wie ein Schlusslicht

Allerdings hatten sie auch auf dem Transfermarkt zugelangt und präsentierten sich vor 601 Zuschauern in der Hannibal-Arena nicht wie ein Tabellenletzter. Körperbetont und immer eng am Gegenspieler ging der vermeintliche Außenseiter den HEV an, der zwar den besseren Start hatte, aber seine Chancen nicht nutzen konnte.

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Macht man die Dinger vorne nicht, bekommt man sie oft hinten rein – vor allem wenn es nicht gelingt, die Konter des Gegners zu unterbinden. Artjom Alexandrov, der ehemalige Herner, war auf der Außenbahn nicht mehr zu bremsen und HEV-Keeper Björn Linda war geschlagen.

Herne bleibt in der Offensive schwach – Pfiffe vom Publikum

Kevin Orendorz, der ehemalige Hammer, glich zwar wenig später aus, doch im zweiten Drittel zeigte sich, dass der Gegentreffer alles andere als nur ein Betriebsunfall aus Herner Sicht gewesen war. Der HEV fand in der Offensive keine wirksamen Mittel und blieb weiterhin anfällig für Konter. Das 1:2 kam schon nicht mehr überraschend und die Konfusion in den Herner Reihen wuchs von Minute zu Minute.

Nachdem Hamms Neuzugang Kyle Brothers auf 3:1 erhöht hatte, riss dem Herner Publikum der Geduldsfaden. Mit Pfiffen und Buh-Rufen wurden die Grün-Weiß-Roten in die zweite Pause verabschiedet, doch die Partie war noch nicht gelaufen.

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Herne gleicht per Doppelschlag aus – Pech in der Verlängerung

Jetzt endlich gelang es dem HEV auch mal, den Gegner in dessen Zone festzunageln und Daniel Filimonow und seine Vorderleute gerieten unter schweren Beschuss. Innerhalb von acht Sekunden glichen die Miners den Zwei-Tore-Rückstand aus und berannten das Hammer Tor weiter. 23:4 Schüsse wies die Statistik allein im letzten Drittel aus, doch der Gästekeeper bewahrte seine Mannschaft bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause vor der Niederlage.

Dennis Swinnen und die Herne Miners glichen gegen Hamm einen 1:3-Rückstand zwischenzeitlich aus.
Dennis Swinnen und die Herne Miners glichen gegen Hamm einen 1:3-Rückstand zwischenzeitlich aus. © FUNKE Foto Services | Klaus Pollkläsener

Trotz vieler klarer Tormöglichkeiten musste der Favorit in die Verlängerung und nun kam auch noch Pech dazu. Nachdem Tomi Wilenius mit einem Gewaltschuss an der Querlatte gescheitert war, traf David Trivellato zwölf Sekunden vor dem Ende zum 3:4 – die Sensation war perfekt.

Hernes Trainer mit der Moral zufrieden

„Wir sind gut gestartet, haben aber viele Chancen liegenlassen. Im zweiten Drittel haben wir dann den Faden verloren und einfache Pässe nicht mehr an den Mann gebracht“, meinte Danny Albrecht hinterher.

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Mit der Arbeitsmoral seiner Mannschaft zeigte sich der HEV-Trainer nach der Niederlage, die unterm Strich nichts anderes als eine Blamage war, nach außen hin dennoch zufrieden: „Nach den beiden schnellen Toren sind wir an einem sehr guten Torwart gescheitert.“

Tore: 0:1 (14:02), 1:1 (15:15) Orendorz (Marsall/Liesegang), 1:2 (20:58), 1:3 (34:59), 2:3 (42:07) Ackers (Liesegang/Marsall), 3:3 (42:15) Komov (Ziolkowski/Elten), 3:4 (64:48).

Strafminuten: Herne 6 – Hamm 2.