Frankfurt/Main. . Wolfgang Niersbach ist neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt/Main wurde der 61 Jahre alte, bisherige Generalsekretär des Verbandes zum Nachfolger von Theo Zwanziger gewählt. Zwanziger gab das Amt nach acht Jahren ab.

Die Elf der DFB-Präsidenten ist komplett. Wolfgang Niersbach ist auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag am Freitag in Frankfurt am Main zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär tritt damit die Nachfolge von Theo Zwanziger an, der das Amt nach acht Jahren abgibt. Niersbach ist der insgesamt elfte Präsident des 6,7 Millionen Mitglieder zählenden Fachverbandes.

Als einziger Kandidat wurde Niersbach von den 257 Delegierten um 15.13 Uhr ohne Gegenstimme in das Amt gewählt. "An allererster Stelle steht bei mir die Einheit des Fußballs. Von Spitze und Breite. Von Amateuren und Profis", sagte der 61-Jährige, der zunächst bis zum ordentlichen Bundestag im nächsten Jahr gewählt wurde.

Der frühere Sportjournalist, der sowohl von den Vertretern des Amateurfußballs als auch der Deutschen Fußball Liga (DFL) große Unterstützung erfährt, setzt auf Teamwork. "Ich bin ein Mannschaftsspieler. Ich bin zwar in vielerlei Hinsicht ein Quer- oder Seiteneinsteiger. Aber einer, der sich seit Jahren dem DFB mit Haut und Haaren verschrieben hat", sagte Niersbach. Den Posten von Niersbach als DFB-Generalsekretär übernimmt der bisherige DFB-Direktor Helmut Sandrock.

Zwanziger: Niersbach "wird diese Aufgabe großartig meistern"

Zwanziger wünschte seinem Nachfolger Niersbach alles Gute. "Er wird diese Aufgabe großartig meistern. Er muss den Fußball nicht neu erfinden. Er lebt ihn schon seit Jahrzehnten", sagte der 66-Jährige, der zu seinem Abschied selbst von Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videobotschaft gewürdigt wurde: "Sie waren und sind ein Gewinn für den Deutschen Fußball-Bund und Fußball insgesamt. Ich bedanke mich vor allem für ihr unerschrockenes Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung."

Zwanziger betonte in seiner Abschlussrede noch einmal: "Fußball darf nie wegschauen. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zur Integration und gegen jede Form der Diskriminierung. Das ist unsere Verpflichtung."

Um 13.46 Uhr legte Zwanziger offiziell sein Amt nieder. Als Dank für seine Arbeit wird die DFB-Kulturstiftung in Zukunft seinen Namen tragen. Zwanziger bezeichnete die WM 2006 im eigenen Land als seine schönste Zeit im Verband und sagte in seiner Abschiedsrede teilweise mit Tränen in den Augen: "Ich schaue zurück auf eine fantastische Zeit beim DFB. Fußball ist nicht alles, alles hat seine Zeit. Meine Zeit in diesem schönsten Amt ist abgelaufen. Ich freue mich auf morgen. Ich freue mich auf mehr Zeit mit meiner Familie. Ich bin ein zufriedener und glücklicher Mensch." (dapd)