Mordfall Bögerl - Polizei startet neue Spurensuche
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Heidenheim. . Fast zwei Jahre ist der Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl im baden-württembergischen Heidenheim her. Jetzt hat die Polizei ihre Ermittlungen wieder verstärkt. Erneut werde das Waldstück untersucht, wo Bögerls Leiche im Mai 2010 entdeckt worden war. Laut Polizei gebe es einen “neuen Ansatz“.
Knapp zwei Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl hat die Polizei wegen neuer Erkenntnisse die Spurensuche intensiviert. Etwa 150 Polizisten durchkämmten am Mittwoch ein Waldstück, das wenige hundert Meter vom Fundort der Leiche Bögerls entfernt liegt, wie ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Bereits am Montag seien ähnlich viele Polizisten in dem Waldstück bei Durchsuchungen zum Einsatz gekommen. Außerdem sei ein kleiner Tümpel trockengelegt und Suchhunde eingesetzt worden.
"Wir haben einen neuen Ansatz", begründete der Sprecher des auch für die Landespolizei zuständigen Regierungspräsidiums die neue, umfangreiche Suche. Auf den neuen Suchort in dem großflächigen Waldgebiet seien die Ermittler aufgrund einer dort entdeckten "Besonderheit" aufmerksam geworden, sagte der Sprecher. Worum es sich dabei handelte, wollte er nicht sagen.
Forstexperten helfen bei den Ermittlungen
Es gebe jedenfalls Vermutungen, dass dieser Ort im Zusammenhang mit der Tat stehen könnte. Ob es sich womöglich um den Tatort des Mordes an der 54-Jährigen oder den Fundort der Tatwaffe handeln könnte, wollte der Sprecher nicht sagen. Das Gebiet sei gründlichst durchsucht worden, die eingesetzten Polizisten hätten auch zum Teil im Boden gegraben. Außerdem sei das Fachwissen von Forstexperten hinzugezogen worden.
Maria Bögerl war am 12. Mai 2010 aus dem Haus der Familie in Heidenheim entführt worden. Der bis heute unbekannte Täter forderte 300.000 Euro Lösegeld. Die Geldübergabe scheiterte allerdings, weil die Beschaffung der Summe wegen der knappen Zeitvorgabe des Täters Probleme bereitete und der Bankier daher zu spät zum Übergabeort gekommen war. Die Leiche der Frau wurde dann 22 Tage später in einem Waldstück entdeckt. Die Obduktion ergab, dass die 54-Jährige erstochen wurde.
Der Fall Bögerl ist ein Kriminalfall voller Rätsel. Im vergangenen Jahr nahm sich der zwischenzeitlich auch unter Tatverdacht geratene Ehemann Thomas das Leben. Die Kinder des Paares warfen den Ermittlern schlampiges Arbeiten vor. (afp)
Die Tochter des Wienerwald-Besitzers Friedrich Jahn, Evelyn, wurde am 13. November 1973 in München verschleppt und für drei Millionen Mark Lösegeld zwei Tage später freigelassen. Die Entführer wurden gefasst.
Der Industriellensohn Richard Oetker wurde am 16. Dezember 1976 bei München entführt und in Kiste gesperrt. Darin erlitt er einen Stromschlag, der zu Knochenbrüchen führte. Gegen Zahlung von 21 Millionen Mark ließ der Entführer Dieter Zlof ihn frei. Zlof erhielt 15 Jahre Haft.
Politisch motiviert war die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer am 5. September 1977 durch Mitglieder der Roten Armee Fraktion.
Die RAF-Terroristen forderten die Freilassung anderer Mitglieder. Als die Entführer vom Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe erfuhren, erschossen sie ihr Opfer.
Am 25. Juli 1980 wurden in Italien die Töchter des Fernsehjournalisten Dieter Kronzucker und einer ihrer Cousins im Ferienhaus bei Siena entführt. Nach der Zahlung von 2,3 Milliarden Lire (4,3 Millionen Mark) Lösegeld kamen sie nach 68 Tagen, am 1. Oktober, frei.
Dieter Kronzucker und sein Schwager bei einer Pressekonferenz nach der Freilassung. Einer der mutmaßlichen Entführer, der Italiener Giovanni Farina, wurde in Bogota verhaftet.
Ein Enkel des Verlegers Axel Caesar Springer, Axel Sven, wurde am 21. Januar 1985 aus einem Internat in der Schweiz entführt. Das geforderte Lösegeld von 15 Millionen Mark wurde nicht gezahlt. Der Junge wurde dennoch freigelassen. Die vier Täter wurden gefasst und verurteilt.
Der Drahtzieher Thomas Drach wird in Argentinien verhaftet und im März 2001 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sein wichtigster Komplize erhält zehn Jahre und sechs Monate.
Auf der Ferieninsel Sipadan im Osten Malaysias wurde am 23. April 2000 die deutsche Familie Wallert gemeinsam mit 18 weiteren Menschen auf die Philippinen-Insel Jolo verschleppt. Mitte Juli kommt die erkrankte Renate Wallert frei, Walter und Marc Wallert folgen später.
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