Das 1:1 von Bayern im Viertelfinale der Champions League bei Manchester hat ein heftiges Nachspiel. Nach den Beleidigungen der englische Presse gegen Schweinsteiger werden zwei Medien ausgesperrt.

München/Manchester. Erst wies Wayne Rooney alle „Schwalben-Vorwürfe“ entschieden zurück, dann reagierte Bayern München in ungewöhnlicher scharfer Form auf die negative Berichterstattung in England über Mittelfeldstar Bastian Schweinsteiger. Das 1:1 im Viertelfinale der Champions League zwischen dem Titelverteidiger und Manchester United am Dienstag hat zu einem heftigen Nachspiel geführt und dürfte vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch für noch mehr Emotionen sorgen.

Über den 29-jährigen Schweinsteiger sei in den Boulevardblättern Daily Mirror und The Sun „in respektloser, diskriminierender und persönlich beleidigender Form“ berichtet worden. „Der FC Bayern München akzeptiert so eine Form der Berichterstattung nicht und verurteilt diese aufs Schärfste“, schrieb der deutsche Rekordmeister am Donnerstag in einer Presseerklärung. Der FC Bayern werde deshalb den Vertretern der beiden Medien beim Rückspiel am Mittwoch keine Akkreditierung zukommen lassen.

Der Daily Mirror hatte über Schweinsteiger getitelt: „You dirty Schwein.“ („Du dreckiges Schwein“). Die Sun wählte als Überschrift: „You Schwein!“ Grund der üblen Verunglimpfung des Bayern-Mittelfeldchefs, der zunächst den Ausgleich erzielt hatte, war dessen Gelb-Rote Karte in der 90. Minute nach einem angeblichen Foul an Wayne Rooney.

Rooney kontert Schweinsteiger


Dieser hat nun Vorwürfe, er habe sich bewusst theatralisch fallen lassen, um die Hinausstellung zu provozieren, gekontert. „Ich denke, dass es ein Foul war. Wenn ich nicht hochgesprungen wäre, hätte er mich verletzen können. Er kommt mit seinen Stollen angesprungen. Der Schiedsrichter hat ihn verwarnt, es ist nicht meine Entscheidung“, wird der 28-Jährige in englischen Medien zitiert.

Es sei nicht „schön, wenn ein Kollege vom Platz gestellt wird. Aber es war definitiv nicht meine Intention“, führte der englische Nationalspieler weiter aus. Was Schweinsteiger nach dem Platzverweis zu ihm gesagt habe, wolle er „wirklich“ nicht sagen.

Schweinsteiger fällt im Rückspiel nun ebenso wie der verletzte Thiago und der gesperrte Javi Martínez aus. Sie würden den Münchnern „sehr fehlen, aber sie haben immer noch eine sehr starke Mannschaft“, meinte Rooney.

Bayern sieht Fair-Play-Gedanken mit Füßen getreten


Für Manchester sieht er die Partie bei den Bayern als Chance und Herausforderung: „Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Ein Weiterkommen würde unsere Saison retten. Wir müssen zeigen, dass wir auch ein gutes Team haben. Zu wissen, dass wir den Titelverteidiger ausschalten können, ist eine große Motivation für uns.“

Im Fall Schweinsteiger sehen die Bayern indes den Fair-Play-Gedanken mit Füßen getreten. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) rufe gerade in der Champions League in einer großen Kampagne europaweit zu „RESPECT“ auf, führten die Münchner weiter aus.

Der FC Bayern wäre zuletzt wegen eines Verstoßes gegen diese Vereinbarung durch vier Zuschauer, die beim Achtelfinal-Heimspiel gegen den FC Arsenal (1:1) ein respektloses Banner in der Münchner Allianz Arena hochhielten, zu einer Blocksperre von rund 700 Plätzen, sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. „Dies wird von uns akzeptiert“, hieß es.

Journalistenverbände mit Verständnis für Bayern


Der Deutsche Journalisten-Verband kann die Entscheidung des FC Bayern nachvollziehen. „Normalerweise geht das nicht. Aber wenn ich mir ansehe, was die Blätter geschrieben haben, muss ich schon Verständnis haben. Hetze verträgt sich nicht mit den Werten des Journalismus“, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Erich Laaser, Präsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten, rügte den „Daily Mirror“ und „The Sun“ ebenfalls. „Beide Blätter hatten einen beleidigenden Anstrich“, sagte er.