Wenholthausen. Für Johannes Eickhoff aus Wenholthausen war immer klar: Wenn gebaut wird, dann ein Holz-Blockhaus. Sein Projekt stößt auf großes Interesse.
Dieses Haus wird ein echter Hingucker in Wenholthausen. Das Holz-Blockhaus, das Bauherr Johannes Eickhoff aktuell an der Ecke Wiesenstraße/Südstraße errichtet, stößt schon während der Bauphase auf großes Interesse. Das Gebäude fällt auf zwischen all den gemauerten Häusern drumherum. Fremde machen einen Abstecher, um sich die Baustelle näher anzuschauen. Freunde und Bekannte lassen sich mit großem Interesse auch durchs Innere führen. Noch immer sind Holz-Blockhäuser im Sauerland eine Seltenheit. Für Johannes Eickhoff hingegen war schon lange klar: Wenn gebaut wird, dann wird es auf jeden Fall ein Holz-Blockhaus sein.
Zurück auf den elterlichen Hof
Er habe schon lange damit geliebäugelt, sagt Eickhoff. Dass er im Alter von 62 Jahren nun gemeinsam mit seiner Frau Andrea seit Dezember Taten folgen lässt, liegt vor allem an Sohn Florian und dessen Freundin Lena-Sophie. Sie wohnen aktuell noch in Wenholthausen zur Miete und hatten den Wunsch geäußert, auf den elterlichen Hof zurückzukehren. „Wir machen also Platz für die jungen Leute“, sagt Eickhoff und lächelt: Sohn samt Freundin werden auf dem Hof die Etage ausbauen, auf der aktuell noch Johannes Eickhoff und seine Frau leben. Spätestens im Sommer sind dann der Umzug und der Einzug ins Holzhaus geplant.
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Eickhoffs Begeisterung für Holz ist kein Zufall: Ich habe beruflich schon immer damit zu tun gehabt, sagt der Land- und Forstwirt, der seit dem Jahr 2000 beim Bauhof der Gemeinde arbeitet - jenes Jahr, in dem sich die Familie von den Kühen auf ihrem Hof verabschiedet hatte. „Holz ist einfach ein wunderbarer Baustoff, der mich fasziniert“, schwärmt der Wenholthauser.
„Bei vielen herrscht der Irrglaube, dass ein Holz-Blockhaus zwangsläufig auch innen komplett aus Holz besteht. Genau das ist aber eben nicht Fall.“
Dass der Rohbau im Vergleich zu einem gemauerten Haus unterm Strich kostengünstiger ist, habe dabei nur eine untergeordnete Rolle gespielt. „Auf einer Skala von 1 bis 10 hat dieser Aspekt vielleicht eine Bedeutung von 2 gehabt“, sagt Eickhoff. „Holz lebt und wird nicht langweilig“ nennt der 62-Jährige einen der Hauptgründe für seine Entscheidung. Ein weiterer sei die umweltfreundliche Bauweise. Und nicht zuletzt sei ein Holzhaus eben auch ein optischer Blickfang.
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Ganz abgesehen von den hervorragenden Dämmwerten, der Energieeffizienz, der Ökobilanz und der Wärme, die ein solches Gebäude im Gegensatz zu einem Steinhaus ausstrahlt. Gedämmt wird das Blockhaus, das Eickhoffs zusammen mit der Firma LéonWood errichten, mit Kork. Er wird als Granulat nach der Montage der Blockbohlen aus nordischer Fichte in Hohlkammern der Doppelwand geschüttet und verdichtet. Das dämmt nicht nur, sondern mindert auch den Schall.
Nur der Schornstein ist aus Stein
Fenster und Türen werden ebenfalls natürlich abgedichtet: mit Schafswolle. Auf der 100 Quadratmeter großen Wohnfläche des Hauses ist lediglich der Schornstein für den Ofen im Wohnzimmer aus Stein. Ansonsten: Holz, Holz, Holz, so weit das Auge im Innenraum reicht. Zumindest in der aktuellen Bauphase. Denn das soll trotz der großen Leidenschaft für diesen Baustoff nicht so bleiben.

So gemütlich Holz auch sein mag. „Zu viel erschlägt einen irgendwann“, sagt Eickhoff. Deswegen werden zwar die hölzernen Außenwände nach Fertigstellung des Hauses auch im Inneren weiterhin sichtbar bleiben, weil es eben die besondere Atmosphäre ausmacht. Sämtliche Innenwände sollen allerdings verputzt werden. „Ich glaube, dass genau an dieser Stelle viele Menschen eine falsche Vorstellung haben“, sagt Eickhoff. Bei vielen herrsche der Irrglaube, dass ein Holz-Blockhaus zwangsläufig auch innen komplett aus Holz besteht. Genau das sei aber eben nicht Fall. Wer sich so etwas wünsche, könne das zwar auch so haben. „Aber für uns kam das nie in Frage“, sagt er.

Es war der 4. Dezember des vergangenen Jahres, als drei große Sattelschlepper das Material für das Haus an der Wiesenstraße angeliefert haben. Alles fein säuberlich nummeriert und beschriftet. „Jedes noch so kleine Teil hatte seine eigene Beschriftung“, sagt Eickhoff.

Danach ging es dann Schlag auf Schlag: Am 10. Dezember stand das Haus. Am 12. Dezember war das Dach drauf. Danach hat der Richtmeister die Innenwände fertiggestellt. Und nachdem auch Fenster und Türen eingebaut waren, konnte bereits der Innenausbau starten. Den zieht Johannes Eickhoff gemeinsam mit seinem Sohn Florian und einigen fleißigen Helfern zum Großteil in Eigenleistung durch. Alles, was selbst gemacht werden kann, wird auch selbst gemacht. Für die Elektrik, den Sanitärbereich, das Dach, den Estrich und die Spachtelarbeiten müssen dann aber die Profis ran. Bislang sei alles hervorragend und ohne nennenswerte Probleme verlaufen. „Das größte Handicap war eigentlich die Baugenehmigung“, sagt Eickhoff. Auf die habe er nach der Antragstellung ein halbes Jahr warten müssen.
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Küche, Speisekammer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Hauswirtschaftsraum und sogar ein großzügiges Gästezimmer verbergen sich auf den 100 Quadratmetern hinter der massiven hölzernen Fassade. Das Raumkonzept ist nach den Vorstellungen der Eickhoffs planerisch umgesetzt worden. Und das komplett barrierefrei. „Wenn man mit 62 noch baut, achtet man auf sowas“, sagt Johannes Eickhoff und lacht. Im Moment allerdings lässt sich der Wenholthauser von keiner Barriere im Haus aufhalten - weder von einer Leiter noch vom Gerüst. Selbst ist der Mann! Es gibt noch viel zu tun in den kommenden Monaten.
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Und wenn die Säge kreischt oder der Akkuschrauber surrt, bleiben Johannes Eickhoff und sein Sohn Florian selten lange allein. Irgendeiner schaue immer mal vorbei, um zu gucken. Dass das Interesse an dem Projekt groß ist, hat auch der Fachberater und Blockhausexperte, Klaus Johanntoberens, von LéonWood schon festgestellt und den Eickhoffs vorgeschlagen, einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, wenn das Haus komplett fertig ist. Ein Gedanke, mit dem sich Johannes Eickhoff durchaus anfreunden kann. „Und dann gibt es auch Würstchen“, sagt er, lacht und erinnert sich an den Satz eines Monteurs zu Beginn der Bauphase. „Der hatte schon in den ersten Tagen erkannt, dass sich eine Würstchenbude lohnen würde.“
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