Calle. Friedrich Blanke ist Landwirt in Calle. Er verrät, was er nie tun würde - vom Betreten einer fremden Weide bis zum Driften auf Schnee.

Friedrich Blanke ist Landwirt aus Leidenschaft. Das merkt man, wenn man mit ihm über seinen Hof in Meschede-Calle geht, wenn er seine Tiere streichelt oder wenn er Anbaukriterien erklärt. Der 51-Jährige ist Betriebsleiter der Wegener & Blanke GbR. Mit Markus Wegener führt er die Agrar- und die Agrar-Service-GbR, als Milchviehbetrieb und als Lohnunternehmen. Blanke ist ein freundlicher und engagierter Bauer. Was ihn aber ärgert, und was er auf keinen Fall tun würde: „Anderen vorschreiben, wie sie ihren Job zu erledigen haben. Nur bei uns Landwirten, da kann jeder mitreden und jeder weiß es besser. Das geht hoch bis in die Politik.“ Was er sonst auf keinen Fall tun würde:

„Wenn ich sehe, wie manche Menschen einfach so durch die Rinderherden spazieren, dann denke er schon manchmal: „Seid ihr euch der Gefahren überhaupt bewusst?““

Friedrich Blanke
Landwirt
Landwirt Friedrich Blanke
Landwirt Friedrich Blanke legt viel Wert auf gutes Futter aus gesunden Böden. © Funke Medien NRW | Ute Tolksdorf

1. Den Wetterbericht ignorieren

„Nichts ist für uns Landwirte zwischen Aussaat und Ernte so wichtig wie das Wetter“, sagt er. Gerade dieser Sommer habe ihm das Leben schwer gemacht. „Wir hatten kaum stabile, passende Wetterphasen.“ Gab es sie, musste er sie nutzen - auch sonn- und feiertags. „Sie können mir glauben, das stört uns Landwirte auch, wenn wir am Sonntag arbeiten müssen.“ Deshalb ärgern ihn Beschwerden darüber, dass er gerade am Sonntag - bei schönstem Spazierwetter - erntet oder Gülle fährt. In diesem Sommer habe die starke Südwest-Strömung zudem für schwül-warmes Wetter gesorgt. Er vermutet, dass die Blauzungen-Krankheit, die bei Kühen im HSK umging und auch seinen Hof betraf, darin seine Ursache hatte. „Gnitzen“, sagt er, „die kleinen Blutsauger übertragen die Viruserkrankung und lieben schwül-warmes Wetter.“

2. Die Natur zerstören

Ein Landwirt würde nie die natürliche Beschaffenheit des Bodens ignorieren oder zerstören, betont Blanke. „Wir arbeiten heute mit moderner Technik, können den Reifendruck regeln und eine bodennahe Entsorgung ermöglichen.“ Bei all‘ diesen Maßnahmen gehe es darum, das zu erhalten, was man habe. Nur dann seien die Ernteerträge gut. Aus genau dem Grund ärgere ihn auch das Driften auf verschneiten und eisigen Wiesen und Weiden. „Das würde ein Landwirt nie tun!“ Das zerstöre das, was man im Herbst gesät habe. „Und vernichtet die Grundlage unserer Arbeit fürs nächste Jahr.“

Landwirt Friedrich Blanke
Auch Alpakas gibt es auf dem Hof Blanke-Wegener: eine Liebhaberei.  © Funke Medien NRW | Ute Tolksdorf

3. Den Hund auf Acker oder Grünland sein Geschäft erledigen lassen

Eine Unsitte, sei das, sagt Blanke. Man würde seinen Hund ja auch nicht in Nachbars Garten schicken. Und wenn man ihn in den eigenen Garten schickt, um sein Geschäft zu erledigen, „dann macht man das natürlich anschließend weg.“ Das würde er sich auch von Hundehaltern wünschen. „Es besteht sonst die Gefahr ist, dass ich den Kot mit ins Silo einarbeiten. So können Krankheiten übertragen werden und im schlimmsten Fall kann ich mir den ganzen Silostock ruinieren.“ Erst im letzten Jahr seien seine Tiere ohne erkennbaren Grund erkrankt. „Dann denkt man natürlich auch an so etwas.“

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4. Auf fremde Weiden gehen

Niemals allein und schon gar nicht mir einem Hund würde Blanke auf eine fremde Weide gehen. Was da passieren kann, hat er erst im vergangenen Jahr selbst erlebt, als er eine Kuh von ihrem Kälbchen trennen wollte. „Das Muttertier hat mich so auf die Hörner genommen, dass ich dachte, mein letztes Stündchen hätte geschlagen.“ Keiner habe ihm da helfen können. „Ich hätte nie gedacht, dass das so abgehen könnte.“ Heute steht die Kuh wieder friedlich im Stall. Blanke hat Verständnis: „Das war halt Mutterinstinkt.“ Wenn er aber dann sehe, wie manche Menschen einfach so durch die Rinderherden spazierten, dann denke er schon manchmal: „Seid ihr euch der Gefahren überhaupt bewusst?“

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Hier grasen Kühe auf einer Weide bei Kirchrarbach. Nie würde Blanke einfach über eine Weide mit fremden Kühen spazieren. © FUNKE Foto Services | Hans Blossey

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5. Andere bei der Arbeit behindern

20 bis maximal 40 km/h ist Blanke schnell, wenn er mit seinem Trecker unterwegs ist. Er reduziere seine Geschwindigkeit, wenn er Spaziergänger sehe, sagt er, würde sich aber wünschen, dass sie ihn dann auch vorbeiließen. Oftmals grenze es schon an Nötigung, wie sich manche Menschen auf landwirtschaftlichen Wegen verhielten. „Betont langsam gehen sie zur Seite, einen halben Schritt auf die Rabatte“, erzählt er und würden ihn so dazu zwingen, dass er noch weiter vom Gas geht. „Wenn man dann anhält und nachfragt, was das Problem ist, gehen sie einfach weiter. Radfahrer können das übrigens auch.“ Die hätten jetzt auch eine Sperrung umfahren, die er mit Kollegen gesetzt hatte, um einen Baum zu fällen. Er sei übel beschimpft worden. „Dabei ging es um zehn Minuten“, erzählt Blanke. „Und die Radfahrer waren in ihrer Freizeit unterwegs.“

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