Meschede. Schornsteinfeger Kramer erklärt, weshalb er seinen Kunden nie etwas andrehen würde und wann es zu Hause lebensgefährlich werden kann.

Hans-Jörg Kramer ist Bezirksschornsteinfeger in Meschede. Was gibt es beim Schornstein zu beachten und welche häuslichen Gefahren lauern? Er hat uns erzählt, welche fünf Dinge ein Schornsteinfeger niemals tun würde.

1. Ein Haus ohne Schornstein und Rauchmelder planen

„Das würde ein Schornsteinfeger wirklich nie tun“, scherzt Hans-Jörg Kramer. Bei der Planung des eigenen Hauses kann mal etwas schiefgehen. Dem Schornsteinfeger ist aber natürlich vor allem wichtig, dass ein Schornstein gebaut wird. So könne man beispielsweise auch im Nachhinein noch einen Ofen anschließen und sei flexibler. „Sollte man erst nachher einen Schornstein bauen wollen, würde das viel Geld kosten und ist manchmal gar nicht mehr realisierbar.“

Qualmender Schornstein
Qualm steigt aus einem Schornstein eines Einfamilienhauses. © DPA Images | Patrick Pleul

Darüber hinaus sei es auch wichtig, Rauchwarnmelder zu installieren. Hans-Jörg Kramer war selbst lange Jahre in der Feuerwehr und er erzählt von vielen Einsätzen, die mit einem Rauchmelder vermeidbar gewesen wären oder jedenfalls glimpflicher ausgegangen wären. Er sagt, „Das ist kein Kostenaufwand. Einen guten Rauchmelder bekommt man schon für wenig Geld.“

Rauchmelder können Lebensretter sein. Der Schornsteinfeger würde nie auf einen verzichten.
Rauchmelder können Lebensretter sein. Der Schornsteinfeger würde nie auf einen verzichten. © obs | Maurizio Gambarini

2. Einen Festbrennstoff-Ofen mit nassem Holz heizen

Kramer erklärt, dass manche Personen mit Holz frisch aus dem Wald heizen würden. „Wenn man dazu noch die Verbrennungsluft abdreht, ist nasses Holz im Kamin einerseits schlecht für die Umwelt und andererseits auch schlecht für den Schornstein. Dort kann es dann zum Rußbrand kommen.“

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3. Einem Kunden etwas aufschwatzen

Der Schornsteinfeger stellt klar, „wir sind keine Verkäufer.“ Wer ihn bestellt, erhalte eine sachliche, neutrale Information. Hans-Jörg Kramer verspricht, er würde niemals einem Kunden etwas andrehen, was dieser nicht benötigt.

4. Den Schornstein nicht regelmäßig reinigen

Warum, das erklärt Kramer wie folgt: In einem Schornstein entstehen Verbrennungsprodukte wie Ruß. Der besteht zum Großteil aus Kohlenstoff. Wenn der Schornstein nicht gereinigt wird, entsteht die Gefahr eines Schornsteinbrands. Das ist dann gefährlich für das eigene Haus und die eigene Sicherheit. Vielleicht sogar auch für das Nachbarhaus. „Dann muss die Feuerwehr kommen“, erzählt der Schornsteinfeger.

Damit die Feuerwehr keinen Brand löschen muss, sollte der Schornstein regelmäßig gereinigt werden.
Damit die Feuerwehr keinen Brand löschen muss, sollte der Schornstein regelmäßig gereinigt werden. © Jürgen Schade | Jürgen Schade

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5. In geschlossenen Räumen grillen

„Oder Shisha-Pfeife rauchen“, fügt Kramer hinzu. Der Rauch vom Grill oder der Shisha enthält giftiges Kohlenmonoxid. Wenn man sich dann in einem geschlossenen Raum befindet, in dem auch noch die Fenster geschlossen sind, kann es lebensgefährlich werden.

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