Essen. Im Jahr 2023 wird Hochtief 150 Jahre alt. Aus Plänen für eine neue Firmenzentrale, die dann bezogen werden sollte, ist bislang nichts geworden.

Beim Essener Traditionskonzern Hochtief liegen die Pläne für den Bau einer neuen Firmenzentrale weiterhin auf Eis. Bereits im November 2019 hatte Hochtief im Beisein von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen das Prestigeprojekt vorgestellt, doch angesichts der Corona-Pandemie im Jahr 2020 vorläufig gestoppt. Den ursprünglichen Planungen zufolge sollte der Bürokomplex für rund 1100 Hochtief-Beschäftigte am Essener Opernplatz bereits im Jahr 2023 bezugsfertig sein.

Das Projekt sei „on hold“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion anlässlich der Bilanzvorlage von Hochtief, zu Deutsch: „in Wartestellung“. Einen konkreten Zeitplan gebe es nicht, aber das Vorhaben sei auch nicht abgesagt.

Im Jahr 2023 wird Hochtief 150 Jahre alt, wie Vorstandschef Marcelino Fernández Verdes im Geschäftsbericht betont. „Mit unserer technischen Kompetenz, unserer starken Konzernbilanz und der fokussierten Aufstellung in unseren Kernmärkten sind wir für die Zukunft gut positioniert“, erklärte der Manager im Bilanzbericht, den das Unternehmen in diesem Jahr erstmals seit geraumer Zeit lediglich schriftlich und ohne Pressekonferenz vorgelegt hat.

Bei der Vorstellung der Pläne für den Neubau am historischen Firmensitz im Ruhrgebiet hatte Konzernchef Fernández Verdes das Projekt als „ein klares Bekenntnis zum Standort Essen und ein Signal nach innen und außen“ gewertet. Der spanische Manager Fernández Verdes gehört seit April 2012 dem Hochtief-Vorstand an und ist seit November 2012 Vorstandschef.

Rund 1200 Arbeitsplätze von Hochtief in Essen

Der Hochtief-Konzern, der vor rund zehn Jahren von der spanischen Baugruppe ACS übernommen worden ist, beschäftigt eigenen Angaben zufolge derzeit weltweit knapp 34.000 Mitarbeitende und ist insbesondere auf Auslandsmärkten wie Australien und Nordamerika stark. In NRW hat Hochtief nach eigenen Angaben etwa 1800 Arbeitsplätze, davon mehr als 1200 in Essen.

Die Aussichten für Hochtief seien positiv, erklärte Fernández Verdes im nun vorgelegten Geschäftsbericht. Für das neue Geschäftsjahr 2022 strebe Hochtief einen operativen Konzerngewinn im Bereich von 475 bis 520 Millionen Euro an, das entspreche einer Steigerung von fünf bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand des Konzerns sei seit Dezember 2020 um über sechs Milliarden Euro beziehungsweise zwölf Prozent auf 52 Milliarden Euro gestiegen und liege nun deutlich über dem Vor-Corona-Niveau von Dezember 2019 (48,3 Milliarden Euro). Der Auftragsbestand entfalle zur Hälfte auf Projekte in Nordamerika, gefolgt vom asiatisch-pazifischen Raum (41 Prozent) und Europa (neun Prozent).