Mülheim. Sie engagieren sich für andere Menschen und zeigen Zivilcourage: Fünf Mülheimer Jugendliche wurden nun von der Bürgerstiftung ausgezeichnet.

Die Mülheimer Bürgerstiftung hat fünf Jugendliche mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet. Bereits zum 15. Mal würdigte die Stiftung damit junge Mülheimer Vorbilder, die sich durch herausragende Leistungen oder besonderes Engagement bewährt haben.

Die Feierstunde wurde wegen der Corona-Pandemie in die Tengelmann Arena im Styrumer Sportpark verlegt. Im kleinen Rahmen wurden fünf Mülheimer Jugendliche für ihr herausragende Leistung in den Kategorien Geistes- und Naturwissenschaften, sowie für Zivilcourage und soziales Engagement ausgezeichnet. Die Preise sind jeweils mit 3000 Euro dotiert.

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Frischer Wind für alle gesellschaftlichen Bereiche

„Ihr habt versagt!“ Mit diesen Worten eröffnete Bettina Gosten von der Mülheimer Bürgerstiftung die Feierstunde und meinte damit natürlich nicht die nominierten Jugendlichen, die gemeinsam mit ihren Familien zur Verleihung des Bürgerpreises gekommen waren. „So könntet ihr über uns, über eure Elterngeneration urteilen, wenn man bedenkt, wie wir euch die Welt hinterlassen.“

Es brauche dringend frischen Wind in allen gesellschaftlichen Bereichen, richtete Gosten ihre Worte direkt an die Jugendlichen. „Ihr habt etwas, was euch von anderen unterscheidet, sonst hätten eure Lehrer oder andere Bezugspersonen euch nicht für diesen Preis vorgeschlagen.“

Für seine Zivilcourage wurde Gero Spinelli ausgezeichnet. Laudatorin Gabriela Grillo, die den Preis in dieser Kategorie sponserte, würdigte seinen Einsatz im Januar 2019, als er im Forum beobachtete, wie drei Jugendliche auf einen Jungen einschlugen, der bereits am Boden lag. Er ging sofort dazwischen und schlug die drei Angreifer in die Flucht. „Zivilcourage gehört zu den wichtigsten Tugenden“, so Grillo. „Um sich für andere einzusetzen bedarf es an Mut. Mut hinzusehen, wenn andere wegschauen.“

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Ehrenamtlich im Seniorenheim engagiert

Für ihr soziales Engagement wurden Carol-Ann Dobmann und Pascal Wiesenmüller ausgezeichnet. Laudator und Preisstifter Frank Esser von der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft lobte das ehrenamtliche Mitwirken der beiden Schüler der Schule am Hexbachtal. Gemeinsam engagieren sie sich in der Kirchengemeinde St. Josef.

Darüber hinaus ist Carol-Ann noch ehrenamtlich in einem Altenheim tätig. Pascal ist darüber hinaus beim Technischen Hilfswerk und in einem Kanu-Verein aktiv. „Jugendliche wie ihr sorgen dafür, dass unsere Stadt, unsere Gesellschaft ein bisschen besser wird“, dankte Esser den Preisträgern für ihren Einsatz.

Vielfältig begabt in Naturwissenschaften

Mark Kingsley ist der diesjährige Preisträger im Bereich Naturwissenschaften. Laudator Bernd Jotzo, Vorstand der ISAM AG und Vertreter der Mülheimer Wirtschaft, würdigte nicht nur die Vielfältigkeit seiner naturwissenschaftlichen Begabungen. „Auch im Auswahlgespräch, das wir mit allen Nominierten führen, ist Mark uns aufgefallen, weil er mühelos seine naturwissenschaftlichen Fähigkeiten auf Fragestellungen gesellschaftlicher und politischer Bereiche übertragen und Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen aufzeigen konnte“, erklärt Jotzo die Wahl der Jury.

Gerade einmal 17 Jahre alt und schon das Abitur in der Tasche: Constanza Zurawka überzeugte die Jury mit ihrer außerordentlichen Sprachbegabung und ihrem unabhängigen Geist, den Constanza auch in den Auswahlgesprächen des Bürgerpreises zeigte. Auch wenn MEG-Chef Günther Helmich, der in diesem Jahr das erste Mal als Laudator und Preisstifter fungierte, sich als leidenschaftlicher Ingenieur selbst als „dramatische Fehlbesetzung“ beschrieb, freute er sich sehr, der ehemaligen Broicher Gymnasiastin den Preis für herausragende Leistungen im Bereich Geisteswissenschaften zu überreichen.