Gladbeck. . Das Filmteam von Regisseur Jens Dornheim drehte mit Laienschauspielern in der Wittringer Schule Gladbeck. Das Stück soll im Juni Premiere feiern.
Zwei Digitalkameras und zehn Scheinwerfer verwandeln an diesem Nachmittag die Bühne in der Aula der Wittringer Schule in ein provisorisches Filmset. Etwa 20 Interessenten hatten sich eingefunden, um beim Filmdreh für das neueste Projekt des Theaters Glassbooth, dabei zu sein.
Premiere kommt im Magazin auf die Bühne
„Willems wilde Welt“ lautet der Titel dieses Stücks. Zur Geschichte: Willem, ein Mann Mitte 30, steckt in einer tiefen Sinnkrise und sucht sich Rat bei einer Therapeutin. Gemeinsam mit ihr hinterfragt er, was in seinem Leben schief gelaufen ist und wie er alles wieder in geordnete Bahnen rücken kann. Wenn dieses Theaterstück am 29. Juni seine Gladbeck-Premiere im Magazin an der Talstraße hat, wird sich die Handlung sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand abspielen, wie Regisseur Jens Dornheim ankündigt: „Zum Beispiel wird unsere Hauptfigur auf der Bühne mit der Therapeutin über die eigene Kindheit sprechen, gleichzeitig werden Szenen aus dieser Kindheit als Video auf der Leinwand abgespielt.“
Probe in mehreren Durchgängen
Für diese Videosequenzen, die die Aktion auf der Bühne ergänzen, hat die Film-Crew schon mehrere Drehtage hinter sich, unter anderem im Martin-Luther-Forum und in der Neuen Galerie im Rathauspark. Dieses Mal ist die Aula der Wittringer Schule an der Reihe: Der Schlagersänger „Böhmer“, gespielt von Dominik Hertrich, singt den Song „Revolution der Liebe“, den Danny-Tristan Bombosch extra für diesen Film geschrieben hat. Und schon kommen die Komparsen ins Spiel: „Wir tragen die Revolution der Liebe in uns. Das müsst ihr mit den Augen der Kamera zeigen“, instruiert Hertrich die Freiwilligen, die sich zwischenzeitlich auf der Bühne eingefunden haben.
Zwischen neun und 80 Jahren
Schließlich besteht das spontan zusammengefundene Team aus 20 Komparsen zwischen neun und 80 Jahren.
Jetzt hat das Filmteam noch zwei Wochen Zeit für Schnitt und Vertonung, bevor das Theaterstück samt Filmsequenzen im Juni in Dortmund uraufgeführt wird.
Die Theatergruppe „Glassbooth“ agiert seit 15 Jahren.
Die Kameras und der Song starten. Während des Refrains nähern sich die Komparsen von beiden Seiten dem Solisten. Am Ende singen alle den Refrain von „Revolution der Liebe“. Nach ein paar Versuchen ist das Filmteam mit der Aufnahme zufrieden. „Ihr seid super. Es trägt richtig, wenn ihr dazu kommt, das merkt man“, lobt Dominik Hertrich die Komparsen. Jens Dornheim ergänzt: „Das war schon sehr gut, dieser ernste, würdevolle Blick in die Kamera. Einmal machen wir das noch.“ Ein letztes Mal „Kameras an“ und das Lied: Hertrich fängt an zu singen, die Komparsen stoßen auf der Bühne dazu – Schnitt. Applaus für die Komparsen vom Filmteam.
„Wir sind eine bunt gemischte Truppe“
„Man muss sich konzentrieren. Aber es ist so eine schöne, spontane Sache“, meint Komparsin Nadine Steinkopf, „jetzt merkt man auch, warum man bei echten Filmen oft 5000 Versuche braucht, bis alles klappt. Hier passt es gut, dass wir eine so bunt gemischte Truppe sind.“ Diese Filmsequenz soll den zwischenzeitlich gealterten „Böhmer“ auf der Bühne an seine frühere Zeit als Schlagersänger erinnern, wie Komponist Bombosch erklärt.