Bochum. Die Bochumer Kliniken versorgen immer mehr Covid-19-Patienten. Auf den Intensivstationen gibt es zwar noch Reserven, aber auch ein großes Problem.

Die Bochumer Krankenhäuser müssen immer mehr Covid-19-Patienten behandeln. Noch stehen ausreichend weitere Intensivbetten bereit. Aber: Das Personal wird knapp. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WAZ-Umfrage in den Kliniken.

Im Katholischen Klinikum Bochum wurden bis zum Corona-Ausbruch im St.-Marien-Hospital am Mittwoch 38 Corona-Patienten behandelt, davon neun auf der Intensivstation. Im St.-Josef-Hospital ist die Kapazität für Covid-19-Erkrankte (zehn Betten) damit fast ausgeschöpft. „Die Zahl kann bei Bedarf aber angepasst werden“, versichert Kliniksprecher Jürgen Frech. Deshalb würden neben dringenden auch planbare Operationen durchgeführt. Angespannt bleibe die personelle Situation auf der Infektions- und Intensivstation. „Um sie zu bewältigen, helfen bei Bedarf Pflegekräfte aus anderen Stationen zuarbeitend aus.“

Corona in Bochum: Zeitarbeitskräfte helfen aus

Die Augusta-Klinik könne aktuell 16 Intensivbetten „personell betreiben“, teilt Sprecherin Maren Middeldorf mit. 13 waren am Mittwoch belegt, davon drei mit Covid-19-Erkrankten (insgesamt sind es an der Bergstraße 17). Um insbesondere die Intensivstation zu entlasten, würden frei wählbare Eingriffe momentan verschoben. „Im Falle eines weiteren Anstiegs an intensivpflichtigen Covid-19-Patienten sind wir in der Lage, unsere Intensiv-Kapazitäten zu verdoppeln. Dies geht jedoch nur mit einem deutlich reduzierten Leistungsumfang des Regelbetriebs“, heißt es im Augusta.

18 Patienten mit Covid-19, davon acht auf der Intensivstation: Das sind die jüngsten Zahlen im Bergmannsheil. Zwar seien 69 der insgesamt 70 Intensivbetten belegt. „In einem Notfallszenario sind wir aber in der Lage, mindestens 13 weitere Intensivbehandlungsplätze kurzfristig in Betrieb zu nehmen“, so Sprecher Robin Jopp. Beim Personal helfen externe Zeitarbeitskräfte.

Personelle Lage bereitet Sorge

Das Knappschaftskrankenhaus Langendreer meldet 23 Corona-Patienten, davon fünf auf der Intensivstation. 28 der 41 Intensivbetten sind belegt. „Wir können innerhalb von 48 Stunden um weitere 22 Betten erweitern“, erklärt Geschäftsführer Hans-Peter Jochum. Personell indes gerate die Klinik bei der intensivmedizinischen Versorgung zunehmend unter Druck. Immer mehr Mitarbeiter fallen wegen Erkrankung und Quarantäne aus. „Auch wenn wir im Vorfeld alles Machbare getan haben, gehen wir sehr angespannten Zeiten entgegen“, so Jochum.

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