Seattle. .
Amanda Knox ist wieder zuhause. Am Flughafen in Seattle dankte sie den Menschen, die an sie geglaubt hatten. Knox war in Italien wegen Mordes und Missbrauchs einer Studentin zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Nach vier Jahren Haft wurde sie jedoch von einem Berufungsgericht freigesprochen.
Nach ihrem spektakulären Freispruch in Italien ist die US-Studentin Amanda Knox in ihre Heimat zurückgekehrt. Die 24-Jährige landete am Dienstag (Ortszeit) in Begleitung ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Seattle im US-Bundesstaat Washington. Unter Tränen dankte sie ihren Unterstützern dafür, dass sie an sie geglaubt hätten.
Sie sei „überwältigt“, sagte Knox bei einem kurzem Statement am Flughafen. Ihr Anwalt Theodore Simon sagte, seine Mandantin habe einen „Marathon-Albtraum“ durchgestanden.
Zwei Freisprüche
Fast zwei Jahre nach ihrer Verurteilung wegen Mordes an ihrer britischen Mitbewohnerin Meredith Kercher war Knox am Montagabend von einem Berufungsgericht in Perugia freigesprochen worden. Das Berufungsgericht sprach auch Knox’ italienischen Ex-Freund Raffaele Sollecito frei, der in erster Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Kercher war Anfang November 2007 mit durchgeschnittener Kehle und von 43 Messerstichen durchlöchert in dem Haus in Perugia gefunden worden, das die 21-Jährige mit Knox bewohnte.
Das Gericht erster Instanz hatte es als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein ebenfalls berauschter Bekannter die Arme des Opfers festhielt. Dieser war nach einem Teilgeständnis zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.
In dem Berufungsverfahren äußerten unabhängige Experten jedoch ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten hatten vor dem Urteilsspruch noch einmal ihre Unschuld beteuert. (afp)