Ekdal fehlt im Teamtraining. BVB-Coach Bosz witzelt in Richtung seines Kollegen. Schiri macht Hoffnung. Halilovic verletzt.
Ekdal fehlt im Training – Neues System im Test
Vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker auf abendblatt.de) trainiert der HSV heute und morgen jeweils nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Was am Montag jedoch durchsickerte: Bobby Wood ist nach seiner Kniereizung wieder im Mannschaftstraining, dafür fehlte Albin Ekdal. Die inoffizielle Erklärung seitens des Vereins lautete "Belastungssteuerung".
Während Aaron Hunt auf dem Nebenplatz individuell trainierte, testete HSV-Trainer Markus Gisdol ein neues System. Im 4-3-3 durfte sich Neuzugang Sejad Salihovic im defensiven Mittelfeld ausprobieren.
Außerdem in der vermeintlichen A-Elf: Christian Mathenia, Dennis Diekmeier, Kyriakos Papadopoulos, Mergim Mavraj, Gotoku Sakai, Walace, Gideon Jung sowie Sven Schipplock, Wood und André Hahn in vorderster Reihe.
Hohe Quote und gute Bilanz gegen BVB
Die Favoritenrolle scheint diesmal klar verteilt, zumindest die Buchmacher sehen den BVB deutlich im Vorteil. Bei Bwin etwa gibt es für einen HSV-Sieg gegen den Tabellenführer die höchste Quote des Spieltags (7.00). Selbst ein Schalker Sieg gegen die Bayern scheint da wahrscheinlicher (6.75).
Dabei war Dortmund in den vergangenen Jahren – das 2:5 in der Vorsaison einmal ausgenommen – ein durchaus gern gesehener Gast im Volksparkstadion. Immerhin gab es in den letzten elf Heimspielen gegen die Westfalen nur eine weitere Niederlage.
Hoffnung auf einen weiteren Coup macht Neuzugang Sejad Salihovic – der Bosnier ist im aktuellen HSV-Kader der treffsicherste Schütze gegen die Schwarz-Gelben (vier Tore). Auf der anderen Seite muss Hamburg vor allem auf Pierre-Emerick Aubameyang Acht geben – im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Gabuner traf gegen den HSV schon achtmal.
Bilder vom Spiel in Hannover:
HSV im Nordduell bei Hannover 96
Schiri Zwayer erneut als Glücksbringer?
Auch die Schiedsrichter-Ansetzung ist für den HSV nicht das schlechteste Omen: Am Mittwoch beordert der DFB Felix Zwayer in den Volkspark. Zweimal pfiff der Berliner bislang das Duell HSV gegen Dortmund – und beide Male gingen die Rothosen als Sieger vom Platz.
Zuletzt beim 3:1-Heimsieg vor zwei Jahren (Torschützen Pierre-Michel Lasogga [2] und Lewis Holtby), davor beim 1:0-Auswärtscoup am 4. Oktober 2014, den ebenfalls Lasogga besiegelte.
Ansonsten liest sich die Hamburger Bilanz unter Zwayer bei sieben Siegen, drei Unentschieden und acht Niederlagen allerdings negativ. Der BVB war im Beisein des Immobilienkaufmanns dagegen weitaus erfolgreicher (10S/8U/3N).
Assistieren werden Zwayer am Mittwochabend Thorsten Schiffner und Marco Achmüller, Vierter Offizieller ist der Bremer Sven Jablonski. Auch keine ganz unerhebliche Info: Videoassistent ist Benjamin Cortus.
Bosz: "Habe nicht mit Gisdol gesprochen"
Während der HSV erst morgen zur Pressekonferenz lädt, stellte sich BVB-Trainer Peter Bosz schon am Montag den Fragen der Medienvertreter. Und dabei betonte der Niederländer, auch das Spiel in Hamburg offensiv angehen zu wollen.
"Ich finde, wir müssen alle Spiele gewinnen", sagte Bosz, der auf den Positionen rotieren lassen möchte, "wo es nötig und möglich" ist. Zum HSV sagte er: "Sie haben sehr gut angefangen, das hat vielleicht keiner erwartet."
Trotz der beiden Niederlagen zuletzt erwarte er einen selbstbewussten Gegner. "Es wird ein interessantes Spiel", sagte Bosz. Auch der HSV werde möglicherweise wie alle bisherigen Dortmunder Gegner sehr defensiv spielen.
"Es kann sein, wenn wir es gut machen, dass sich auch der HSV wieder zurückzieht. Wir haben eine eigene Spielweise, aber beobachten auch den Gegner und versuchen, dort eine Schwäche zu finden", sagte Bosz, der dann auch noch Humor bewies: "Ich habe nicht mit dem Trainer des HSV gesprochen. Keine Ahnung, wie er es angeht."
Zur anhaltenden Debatte zum umstrittenen Videobeweis beim jüngsten Sieg gegen Köln (5:0) verbat sich der BVB übrigens Fragen auf der Pressekonferenz. Bosz sagte nur so viel: "Ich habe es abgeschlossen, und wir gucken vorwärts."
Schürrle und Bartra beim BVB zurück
Vor dem Spiel in Hamburg lichtet sich das Lazarett beim BVB. Am Montag sind sowohl Weltmeister André Schürrle als auch der spanische Innenverteidiger Marc Bartra wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Schürrle war zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses ausgefallen, sein letztes Pflichtspiel für den BVB hatte der 26-Jährige in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen (4:0) am 12. August bestritten.
Bartra (26) hatte aufgrund von Adduktorenbeschwerden den Champions-League-Auftakt bei Tottenham Hotspur (1:3) und die Bundesligapartie am Sonntag gegen den 1. FC Köln (5:0) verpasst. Gegen Köln hatte Dortmund auch auf Kapitän Marcel Schmelzer, Marco Reus, Raphael Guerreiro, Sebastian Rode und Mario Götze verzichten müssen.
Götze bereit für den HSV
Dennoch sind der Abwehrspieler und der Angreifer noch keine Option für das Duell beim HSV. „Für sie kommt das Spiel noch zu früh“, sagte BVB-Trainer Bosz. Dagegen steht Mario Götze wieder bereit. Der Weltmeister hatte gegen Köln wegen einer Kieferblessur pausiert. „Wenn er auch morgen normal trainiert, sieht es gut aus“, kommentierte Bosz.
Auf den am Oberschenkel verletzten Jeremy Toljan muss der BVB allerdings erneut verzichten. „Er wird nicht lange ausfallen, nicht Wochen“ so Bosz, „aber ein paar Tage wird es noch dauern.“
DFB ermittelt wegen Pyro in Hannover
Nach wiederholten Zündeleien einzelner Fans mit dem vorläufigen negativen Höhepunkt im Heimspiel der vergangenen Saison gegen Darmstadt (1:2) spielt der HSV seit Ende Juni auf Bewährung. Das entsprechende DFB-Urteil enthielt neben der Strafe von 25.000 Euro eine klare Ansage: Bei erneuten Pyro-Aktionen des HSV-Anhangs droht dem Verein ein tatsächlicher Zuschauerteilausschluss.
Bei der Niederlage in Hannover kam es am Freitag im Gästeblock nun zu Verstößen gegen die ausgesprochenen Auflagen. Wiederholt wurden die HSV-Fans durch den Stadionsprecher aufgefordert, die Feuerspiele einzustellen, dennoch musste Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie sogar für eine halbe Minute unterbrechen.
Entsprechend bange blicken Hamburgs Verantwortliche jetzt gen Frankfurt, wo der Kontrollaussschuss des DFB über ein neuerliches Urteil berät. HSV-Chef Heribert Bruchhagen ist bereits bedient – und sauer auf die Übeltäter. "Ein Teil dieser Leute interessiert sich nicht für den Fußball, mischt sich unter die Fans und treibt seine Spielchen", wird der 69-Jährige in der "Bild" zitiert.
Gleichzeitig nimmt er auch die unbeteiligten Zuschauer in die Pflicht. "Mich wundert es, dass diese Gruppe immer noch die Akzeptanz hat. Es ist schade, dass die, die da drumherum stehen, das Verhalten scheinbar akzeptieren", sagte Bruchhagen.
Halilovic hat es in Spanien erwischt
Der aktuelle Bundesligakader ist bereits ordentlich ausgedünnt, jetzt trifft das Verletzungspech auch schon die Leihgaben: Alen Halilovic hat es am Sonntagabend im Spiel seines Clubs Las Palmas gegen Athletic Bilbao in der ersten spanischen Liga erwischt.
In der Anfangsphase hatte der Kroate noch gewirbelt und eine gute Chance selbst inszeniert, nach etwas mehr als einer halben Stunde war dann aber vorzeitig Schluss. Nach einer Attacke von Bilbaos Raúl García krümmte sich Halilovic am Boden und musste ausgewechselt werden.
Die Diagnose: Verletzung am linken Sprunggelenk, voraussichtlich mehrere Monate Pause für den 21-Jährigen. Für ein erstes Trostpflaster sorgten Halilovics Kollegen noch auf dem Platz – am Ende gewann Las Palmas durch einen späten Treffer von Loic Remy mit 1:0. Und Halilovic grüßte schon wieder mit nach oben gestrecktem Daumen vom Krankenbett.
Halilovic war im Januar dieses Jahres an die Mannschaft von der kanarischen Insel verliehen worden. Im Sommer nächsten Jahres endet der Vertrag in Spanien. Beim HSV konnte sich das Talent nicht durchsetzen. Nach Ablauf des Leihvertrages wollen die Hamburger den Kroaten verkaufen.
Arp-Comeback mit zwei Toren
Berappelt hat sich in Hamburg hingegen Fiete Arp. Der Nachwuchsstürmer meldete sich am Wochenende beim 6:3-Sieg der U19 gegen Osnabrück nach seiner Schulterverletzung mit gleich zwei Treffern wieder gesund. Und auch Aaron Opoku, den Cheftrainer Markus Gisdol vergangene Woche zu den Profis beordert hatte, trug sich in die Torschützenliste ein.
Durch den Sieg löste die Mannschaft von Trainer Daniel Petrowsky gleichzeitig Osnabrück als Tabellenführer der A-Jugend-Bundesliga Nord-Nordost ab. Wenigstens ein HSV-Team, das gute Erinnerung an die Lila-Weißen hat ...
Dörfel und Holtby feiern Geburtstag
Lewis Holtby feiert am heutigen Montag seinen 27. Geburtstag. Beim HSV hat der Mittelfeldspieler inzwischen übrigens die zweitlängste Phase bei einem Verein seiner Karriere verbracht. Seit September 2014 trägt der Techniker die Raute (88 Bundesligaspiele/fünf Tore) – nur seine erste Profistation bei Alemannia Aachen dauerte länger (2004–2009). Holtbys Vertrag in Hamburg läuft noch bis zum 30. Juni 2018.
An sein Co-Geburtstagskind kommt der Rheinländer mit seiner Bilanz allerdings nicht ganz heran. Denn der Hamburger Jung Charly Dörfel, der heute 78 wird, spielte zwischen 1958 und 1972 gleich 347-mal für den Dino und erzielte dabei 114 Treffer. Und auch die Erfolge mit der Mannschaft können sich sehen lassen: 1960 holte Dörfel mit dem HSV die deutsche Meisterschaft, 1963 folgte der Sieg im DFB-Pokal.