Rafael van der Vaart wurde rechtzeitig fit, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Huntelaar erzielte einen Dreierpack. Jetzt kommt „Matz ab live“ auf abendblatt.de.

Gelsenkrichen. Der HSV muss seine Champions-League-Träume begraben. Beim 1:4 (1:2) beim FC Schalke 04 erwischten die Hamburger einen Blitzstart, zeigten dann aber keine Gegenwehr mehr. Nach siebenwöchiger Verletzungspause hat Klaas-Jan Huntelaar den HSV mit einem Dreierpack nahezu im Alleingang besiegt.

Vor 61 673 Zuschauern hatte HSV-Profi Marcell Jansen (5.) die Gäste in Führung gebracht – der Brasilianer Michel Bastos (21.) markierte nach einer Huntelaar-Vorlage das 1:1 (21.). Schalke nutzte damit die Ergebnis-Vorlagen der schwächelnden Konkurrenz, zementierte den vierten Tabellenplatz mit 49 Zählern und baute seinen Vorsprung auf den Fünften Eintracht Frankfurt auf drei Punkte aus.

„Wir sind gut in die Partie gekommen und haben auch nach dem 1:0 weiter Druck gemacht. Dann haben wir aber mit einfachen Ballverlusten den Gegner ins Spiel gebracht. Das hat auch mit Cleverness zu tun – und Cleverness hat auch was mit Qualität zu tun. Man hat gesehen, dass Schalke qualitativ besser ist“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink direkt nach dem Spiel.

Der sichtlich angeschlagene HSV-Kapitän Rafael van der Vaart wies unterdessen Aussagen zurück, er hätte wegen Oberschenkelproblemen nicht spielen sollen. „Ich war fit“, erklärte der Niederländer trotzig.

+++ Der Spielverlauf zum Nachlesen +++

Nach dem enttäuschenden 0:1 vor acht Tagen in Frankfurt hatte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt trotz der Abwesenheit des weiter verletzten Jefferson Farfan Wiedergutmachung gefordert. Die Gastgeber setzten ihre Hoffnungen vor allem in die Rückkehr von Torjäger Huntelaar. Der Sturmsolist durfte nach seinem Innenbandanriss im Knie erstmals seit dem Derby-Sieg gegen Borussia Dortmund vor sechs Wochen wieder mitwirken und wurde von den 04-Fans begeistert empfangen. Zudem rutschte bei den Schalkern im defensiven Mittelfeld Jermaine Jones für den gelbgesperrten Marco Höger in die Anfangself.

Heldt hatte sich kaum gesetzt, da wurde sein Team für kollektive Schlafmützigkeit im Defensivverhalten bestraft. Nach einem Eckball des angeschlagenen HSV-Kapitäns Rafael van der Vaart legte Heiko Westermann per Kopf auf – Jansen übersprang den viel zu passiven Roman Neustädter und köpfte mit seinem ersten Saisontor die frühe Führung (5.). Schalkes Anhänger stöhnten: Geht das schon wieder los? Erst einmal in dieser Spielzeit konnte der Revierclub einen Rückstand drehen.

Zumindest zeigte 04 diesmal die richtige Reaktion. Nach van der Vaarts unnötigem Ballverlust im Mittelfeld legte dessen Landsmann Huntelaar für Leihimport Bastos auf, der den Ball seelenruhig an HSV-Keeper René Adler vorbei zum Ausgleich einschob. Auf einmal lief es bei den Gelsenkirchenern. Dank mehr Dringlichkeit in den eigenen Aktionen wurde die schlecht gestaffelte HSV-Abwehr immer wieder in Verlegenheit gestürzt. Die logische Folge: Nach einem Zusammenspiel mit Julian Draxler besorgte Huntelaar das verdiente 2:1 (21.).

Der „Hunter“ war nach seiner langen Zwangspause überraschend frisch – und extrem gefährlich. In der 36. Minute scheiterte er knapp an Adler. Praktisch im Gegenzug streifte ein Westermann-Kopfball nur den Pfosten. Die Hanseaten waren trotzdem mit dem 1:2-Halbzeitstand noch gut bedient. Mit einer Weltklasseparade hatte Adler in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs nach einem Jones-Kopfball aus drei Metern das 1:3 verhindert.

Auch nach dem Wechsel präsentierten sich die Schalker engagiert, konzentriert und inspiriert. Der HSV, der sich bei einem Dreier nach zuletzt zwei Siegen in Folge sogar selbst auf den vierten Platz hätte verbessern können, zerfiel wieder einmal in seine Einzelteile. Der FC 04 hatte sichtlich Spaß – Huntelaar machte als bester Mann auf dem Platz alles klar. Bei seiner Auswechslung (86.) wurde er begeistert gefeiert. Die Hamburger stagnieren dagegen nach dem erneuten Rückschlag mit jetzt 50 Gegentoren auf Platz acht.

Das Schema

Schalke: Hildebrand – Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac – Jones (81. Moritz), Neustädter – Bastos (78. Christian Fuchs), Raffael, Draxler – Huntelaar (87. Pukki). – Trainer: Keller

HSV: Adler – Sala, Mancienne, Westermann, Jansen – Arslan, Aogo – Skjelbred (63. Rudnevs), Jiracek – Son, van der Vaart (68. Rincon). – Trainer: Fink

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Tore: 0:1 Jansen (5.), 1:1 Bastos (10.), 2:1 Huntelaar (21.), 3:1 Huntelaar (58.), 4:1 Huntelaar (66.)

Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Bastos – Mancienne (2), Arslan (8), Adler (5)