Iserlohn. Clubchef Wolfgang Brück übermittelte dem Trainer die Entscheidung des Vereins. Kanadier verärgert über den neuen Sportdirektor Franz Fritzmeier.

Die Iserlohn Roosters haben am Wochenende die Freistellung ihres Cheftrainers Doug Shedden bekanntgegeben und die Entscheidung begründet. Am Montag gab nun der Geschasste exklusiv der Heimatzeitung Auskunft darüber, wann und wie er diesen Schritt erlebt hat, und wie er drei Tage danach über diese Entscheidung denkt.

Nachricht über Entlassung erreichte Doug Shedden am Freitag

Es war in der vergangenen Woche am Freitagnachmittag, als Doug Shedden eine Nachricht auf seinem Handy von Wolfgang Brück bekam. „Er wollte sich mit mir zum Essen verabreden, um ein Gespräch zu führen. Ich habe ihn dann gefragt, worum es geht. Als ich dann erfahren habe, dass es um meine Entlassung geht, habe ich ihm nur mittgeteilt, dass wir uns dafür nicht zum Abendessen treffen müssen, sondern dass wir das telefonisch abwickeln können.“ Für den Kanadier kam die Freistellung wie aus heiterem Himmel. „Natürlich wollten wir nach der aufregenden letzten Saison diesmal einiges besser machen. Nun stehen wir erneut im Tabellenkeller, aber genau jetzt stehen die wichtigsten zehn Spiele in dieser Saison an und der Verein wirft alles über den Haufen“, zeigt Shedden wenig Verständnis.

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Dabei nimmt er den Clubboss der Iserlohn Roosters ausdrücklich aus der Kritik heraus. „Ich hatte und habe zu Wolfgang Brück ein gutes Verhältnis und ich weiß auch, dass es nicht alleine seine Entscheidung war, mich zu feuern.“ Ganz anders ist seine Meinung zum neuen Sportdirektor der Sauerländer, Franz Fritzmeier: „Er hat mich bis heute nicht über die Entscheidung benachrichtigt. Es gab kein Telefonat und auch keinen Schriftverkehr über das Handy. Er hat mir auch auf Nachfrage nicht geantwortet“, behauptet Doug Shedden und findet Fritzmeiers Verhalten respektlos. „Wir waren nicht von Anfang an Freunde, aber in den letzten Wochen haben wir gut miteinander gearbeitet, so dass wir uns eigentlich auf einem guten Weg befunden haben.“ Jetzt kam jedoch das plötzliche Aus für den Coach. „Ich war bereit, im Verein weiterhin Führung zu übernehmen. Franz hat große Pläne mit den Roosters und ist dabei, den Club neu zu strukturieren. Deshalb ist die Enttäuschung bei mir groß.“

„Dort hat sich Franz zu Neuzugang Christian Thomas geäußert und so getan, als wenn er ihn entdeckt hätte. Das ist völliger Quatsch. Er hat nur das Vertragliche geregelt. Ohne mich wäre Christian nie nach Iserlohn gekommen.“

Doug Shedden
Ex-Trainer der Iserlohn Roosters, über die Podcast-Aussage von Sportdirektor Franz Fritzmeier

Eine Sache hat den ehemaligen Trainer der Roosters besonders in Rage gebracht und die hängt mit einer Äußerung von Fritzmeier in der aktuellen Podcast-Folge „Kühe. Schweine. Iserlohn!“ zusammen, die am Wochenende veröffentlicht wurde. „Dort hat sich Franz zu Neuzugang Christian Thomas geäußert und so getan, als wenn er ihn entdeckt hätte. Das ist völliger Quatsch. Er hat nur das Vertragliche geregelt. Ohne mich wäre Christian nie nach Iserlohn gekommen“, bekräftigt Doug Shedden und meint zusätzlich: „Ich mag es einfach nicht, wenn sich Personen mit fremden Federn schmücken.“

Auch Spieler sind vom Roosters-Trainer-Aus überrascht

Nicht nur für Doug Shedden selbst kam das Aus überraschend, auch die Mannschaft schaute etwas verdutzt am Samstag beim Training, als sie davon erfuhr. „Für mich kam das sehr überraschend, zumal die Leistungen seit Jahresbeginn eigentlich konstanter wurden und wir uns auf einem guten Weg befunden haben“, meint Sven Ziegler. Iserlohns Torjäger findet vor allem den Zeitpunkt ungewöhnlich. „Wir sind in die Pause gegangen um die Köpfe frei zu bekommen und erfahren von der Trainerentlassung beim ersten Training nach der Rückkehr. Ich hätte verstanden, wenn man früher oder gar nicht reagiert hätte, aber nicht zehn Spieltage vor Schluss in der entscheidenden Saisonphase. Damit habe ich nicht gerechnet.“

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Ähnlich sieht das auch Zieglers Sturmpartner Taro Jentzsch. „Nein, die Entlassung war für mich nicht abzusehen, obwohl wir in der Tabelle nicht gut dastehen. Ob der Zeitpunkt darüber hinaus der Richtige ist, das ist nicht meine Sache. Ich glaube sogar, dass es egal ist, wer hinter der Bande steht. Wir Spieler sind diejenigen, die es auf dem Eis umsetzen müssen.“ Seinen Ex-Trainer nimmt Jentzsch noch weiter in Schutz. „Auch unter Doug haben wir mit dem nötigen Ehrgeiz agiert und haben gekämpft. An der Einstellung lag es also nicht.“ Der Stürmer ist der Meinung, dass individuelle Fehler die Mannschaft immer wieder um Punkte gebracht haben. Deshalb erhofft sich Jentzsch von seinem neuen Coach, „dass er den nötigen Impuls auslöst, der zum Klassenerhalt führt.“ Mit großen Umstellungen rechnet der 24-Jährige jedoch nicht. „Es macht wenig Sinn, jetzt das komplette System umzustellen oder alle Reihen durchzuwechseln. Wir werden sicherlich an Kleinigkeiten arbeiten, um weniger Gegentreffer zu kassieren.“

Shedden fliegt noch in dieser Woche zurück in seine Heimat Florida

Damit hat Franz Fritzmeier bereits am Samstag begonnen. Hier stand die Verhinderung von Nachschüssen und die Unterstützung für die Torhüter im Vordergrund. Die Roosters nutzen so die Zeit bis Mittwoch, denn dann steht das erste Spiel in Bremerhaven für Fritzmeier und sein Team an. Für Doug Shedden hingegen endet das Kapitel Roosters in den kommenden Tagen. „Ich werde in dieser Woche in meine Heimat Florida zurückfliegen und erstmal einige Wochen abschalten.“ Und wie behält der „Retter vom Seilersee“ die Zeit in Iserlohn in Erinnerung? „Das, was ich letzte Saison erlebt habe, war sehr emotional und etwas Besonderes. Ich hatte eine gute Zeit in Iserlohn, auch wenn ich mir den Abschied anders vorgestellt hätte.“