Meschede. Großbaustelle im Norden von Meschede. Unterricht in Hunderten von Containern soll vermieden werden. Jetzt gibt es ganz andere Lösungen.

Auf den Norden der Stadt Meschede wird eine Großbaustelle zukommen: Der Hochsauerlandkreis plant dort den Neubau des gesamten Berufskollegs.

Kostentreiber: Hunderte Container

Bauausschuss, Kreisausschuss und der Kreistag des HSK haben den Grundsatzbeschluss für einen Neubau getroffen. Im März könnte dann der Baubeschluss folgen. Das jetzige Gebäude, so die Kreisverwaltung nach Urteilen von Gutachtern, weise „erhebliche Mängel in der Baukonstruktion“ aus, es entspricht nicht mehr den Vorschriften zur Energieeinsparung und ist bei der Gebäudetechnik sanierungsbedürftig. Seit 2017 war eigentlich die Idee, das Berufskolleg deswegen grundlegend zu sanieren.

Das Berufskolleg Meschede mit dem Dünnefeld-Stadion im Hintergrund. Ein Neubau der Schule soll gegenüber des Hauses der Landwirtschaft entstehen (rechts). Das Atrium (unten links) bleibt erhalten und wird zur neuen Rettungsdienstschule des HSK.
Das Berufskolleg Meschede mit dem Dünnefeld-Stadion im Hintergrund. Ein Neubau der Schule soll gegenüber des Hauses der Landwirtschaft entstehen (rechts). Das Atrium (unten links) bleibt erhalten und wird zur neuen Rettungsdienstschule des HSK. © Hans Blossey

Jetzt steht allerdings fest: Ein kompletter Neubau wäre für den HSK günstiger als eine Sanierung. Denn insgesamt wird von Baukosten für einen Neubau in Höhe von 73,7 Millionen Euro ausgegangen. Eine Komplettsanierung würde 91 Millionen Euro, eine Teilsanierung 87 Millionen Euro kosten. Besonders teuer wäre als Kostentreiber, dass allein für 12,2 Millionen Euro in der Sanierungszeit von zwei Jahren Hunderte von Containern angemietet würden, in denen dann übergangsweise der Unterricht stattfinden müsste - und in die sogar die Werkstätten ausgelagert werden müssten.

Die Lösung jetzt: Zunächst ein Neubau, so dass die jetzigen Gebäude weitgehend ohne Einschränkungen genutzt werden können. Erst nach Fertigstellung und dem Umzug würde dann der Abriss der jetzigen Hauptgebäude erfolgen. Ein erstes Datum sieht Ende Dezember 2029 für den Abriss vor. Abgebrochen wird schon zu Beginn der Arbeiten die jetzige Aula, um die Flächen dann für die Baustelleneinrichtung nutzen zu können.

Rettungsdienstschule zieht um

Der Neubau eines Hauptgebäudes soll am Dünnefeldweg entstehen, gegenüber dem jetzigen Haus der Landwirtschaft – dadurch würden auch Parkplätze wegfallen, die derzeit nach dem Unterricht auch für den Sportplatz genutzt werden. Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau der Schule. Eingangs des Dünnefeldweges würde ein Teil der neuen Parkplätze entstehen.

Nicht angetastet wird die Sporthalle auf der anderen Seite des Dünnefeldweges, sie bleibt bestehen. Dort sind ebenfalls neue Parkplätze vorgesehen, zwischen der Sporthalle und dem Schulanbau (dem sogenannten Atrium) eingangs der Straße. Von den Parkplätzen führen dann Wege zum Hauptgebäude und zur Sporthalle, aber auch in Richtung Sportplatz.

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Das Atrium an der Ecke des Dünnefeldweges wird saniert und bekommt einen Anbau: Darin wird künftig zusätzlich die Rettungsdienstschule des Hochsauerlandkreises untergebracht. In der Schule bildet der HSK, die Arnsberger Feuerwehr und Hagelstein Rettungsdienst selbst seine Notfallsanitäter aus. Anfangs war diese Schule im Zentrum für Feuerschutz und Rettungswesen in Meschede-Enste angesiedelt, nach Platzproblemen ist sie ins Kaiserhaus nach Neheim gewechselt. Durch den Umzug nach Meschede würde sie eine zentralere Lage in Autobahnnähe und zum Rettungsdienst-Zentrum bekommen.

Vorbild für das Projekt in Meschede ist das Berufskolleg Berliner Platz in Neheim-Hüsten: Auch hier hatte der HSK zunächst neu gebaut, danach waren die alten Gebäude 2023 abgerissen worden.

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