Meschede. Sophia von Korff ist die nächste Generation im Familienhotel von Korff‘s in Meschede. Die junge Frau über ihre Karriere und ihre Ziele.

Schon als kleines Kind lief Sophia von Korff im Familienbetrieb herum. „Mit sieben Jahren habe ich die Gäste zur Fahrradgarage gebracht. Ich habe 50 Cent Trinkgeld bekommen und war glücklich“, erinnert sie sich und lächelt. Heute ist die 22-Jährige gelernte Hotelfachfrau und arbeitet in Vollzeit im Hotel und Restaurant von Korff‘s in Meschede. Mit ihr steht bereits die fünfte Generation in den Startlöchern.

Hotel von Korff‘s: Der Einstieg ins Familiengeschäft

„Ich bin hier groß geworden und reingewachsen“, erzählt die junge Frau. Ihr Abitur machte sie auf einer Hotelfachschule in Dortmund und zog deswegen bereits mit 17 Jahren aus. „Ich habe in der Zeit viel gelernt und konnte andere Erfahrungen sammeln. Ich wollte gerne etwas anderes machen, weil mich die klassischen Schulfächer nicht interessiert haben“, sagt sie. Für sie war es die beste Entscheidung. Durch ihre Vorerfahrung konnte sie ihre dreijährige Ausbildung sogar um die Hälfte verkürzen und ins Familiengeschäft einsteigen.

Hotel von Korff's Meschede
Das Hotel und Restaurant von Korff‘s an der Le-Puy-Straße 19 in Meschede. © WP | Katleen Diekgraefe

Dabei war der Weg nicht immer klar. Trotz Hotelfachschule nahm sich Sophia von Korff nach ihrem Abschluss ein Jahr Zeit, um sich in ihrer Entscheidung sicher zu sein. Doch letztlich mache ihr der Job einfach Spaß. „Es ist ein weltweiter Job und ich habe sehr viele Möglichkeiten, auch wenn mein Weg geebnet ist. Ich liebe den Austausch mit den Menschen und die täglich neuen Herausforderungen. Ich kann hier viele meiner Interessen ausüben und meine Ideen einfließen lassen.“

Blick hinter die Kulissen des Hotels

Einer dieser Ideen ist der Instagram-Kanal des Hotels, den die 22-Jährige nun seit kurzem intensiv betreut. „Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen“, weiß Sophia von Korff. „Ich bin die nachwachsende Generation und möchte auch die junge Generation ansprechen. Wir haben eine bunte Zielgruppe im Hotel.“

Außerdem bekomme sie viele Einblicke in die Arbeitsweisen des Hotels. Neben ihren täglichen Aufgaben wird Sophia von Korff auch langsam in die Finanzen und Buchhaltung eingeführt, die ihr Großvater übernimmt. „Ich bin die Schnittstelle zwischen den Mitarbeitern und den Geschäftsführern, also meinen Eltern“, erklärt sie.

Hotel von Korff's Meschede
Ein Blick in das Hotel. Seit über 100 Jahren steht das Haus bereits in Meschede. © WP | Katleen Diekgraefe

Wenn die Eltern die eigenen Chefs sind

Doch wie ist es eigentlich, wenn die Chefs auch Mama und Papa sind? „Ich habe Möglichkeiten, die ich sonst nicht hätte und kann mehr mitentscheiden. Das ist schön, aber auch eine Herausforderung. Es ist eine Verantwortung, die ich gerne trage“, beschreibt Sophia von Korff. Das Klischee, es sei entspannt, weil sie ja von zu Hause arbeite, sei falsch. „Ich nehme die Arbeit mit nach Hause, weil sich Familie und Betrieb auch an freien Tagen vermischen.“

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Von ihrer Familie bekomme sie auch immer einen guten Rat. „Seit ich klein bin, hat mich meine Familie geprägt. Meine Oma hat mir viele Tipps gegeben, unter anderem, dass ich immer jedem freundlich begegnen soll, auch mir selbst“, erinnert sie sich. Ihr Opa vermittle ihr die alten Werte des Hauses, während ihre Eltern moderne Einflüsse liefern. „Ich mache dann meinen eigenen Mix daraus“, sagt Sophia von Korff. Sie setze für sich gerne kleine Ziele. Aktuell: „Ich möchte die jüngere Zielgruppe ansprechen. Ich gebe immer 110 Prozent und trage das auch nach außen, dann kommt der Rest von allein.“

„Ich möchte die jüngere Zielgruppe ansprechen. Ich gebe immer 110 Prozent und trage das auch nach außen, dann kommt der Rest von allein.“

Sophia von Korff
In fünfter Generation im Hotel

Die junge Frau werde langsam an die Verantwortung herangeführt, die sie eines Tages mal schultern wird. Doch mit gerade mal 22 Jahren hat sie noch Zeit, um ihren Eltern und ihrem Opa über die Schultern zu gucken. „Es ist schwierig, abzuschätzen, wie sich die Welt entwickelt, aber es ist mein Wunsch, das Haus zu übernehmen und in familiärer Hand weiterzuführen.“ Zu genaueren Plänen, wann es dazu kommen könnte, kann sie noch nichts sagen.

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