Schmallenberg. Stoffels-Inhaber Peter Julius spricht über Stammkunden, Veränderung und Tradition. Warum das Traditionshaus im Deutschen Kartoffelbuch steht.

Weihnachtsmänner klettern die Fassade hoch, neben den zahlreichen Lichterketten, die das Haus zum Leuchten bringen. Tannen stehen vor der Tür als auch ein großer Weihnachtsmann. Die weihnachtliche Dekoration ist nicht zu übersehen im Stadtbild: Wer sich vor diesem Haus befindet, steht vor den Türen des „Stoffels“ in Schmallenberg.

Gäste treten ein, fragen nach ihren Reservierungen oder nach freien Tischen, manchmal singt ein menschengroßer Stoffelch ein Weihnachtslied zur Begrüßung. Am Tisch fällt der Blick auf Kränze, Kerzenständer, Schleifen und Weihnachtsbäumchen und vieles mehr. Hier heißt es: „Ein bisschen mehr ist genau richtig.“

Das Traditionshaus
Bei Weihnachtsdeko darf es im Stoffels gern ein bisschen mehr sein. © Nina Kownacki | Nina Kownacki

Bereits ab der zweiten Novemberwoche wird dekoriert: Das Team wechselt das Ambiente passend zur Weihnachtsstimmung, insgesamt wird vier Mal im Jahr umgestaltet. „Manche könnten die Dekoration kitschig nennen, doch es ist ein Augenmerk, etwas, was uns von vielen anderen Betrieben unterscheidet“, sagt Peter Julius, Kaufmann und Inhaber des Gasthauses.

Seit 100 Jahren gibt es nur Krombacher

Im Haus findet sich auch eine kleine Theke, welche an vergangene Tage erinnert, als der Thekenbetrieb ein Hauptbestandteil im Gasthaus war, bevor die Familie umbaute und alle Gasträume zusammenschloss. Ein Restaurant entstand - so, wie es noch heute existiert. „Es ist nun mehr ein Restaurant als ein Ort zum Feiern. Doch es treffen sich immer Menschen aus allen Berufsgruppen ab 17 Uhr, um gemeinsam nach Feierabend ein Bier zu trinken“, sagt der Inhaber. Serviert wird klassisches Pils an der kleinen Theke, die sich mitten im Restaurant befindet.

Das Traditionshaus
„Die kleine Theke erinnert an vergangene Tage“, so Peter Julius, Kaufmann und Inhaber des Gasthauses. © Nina Kownacki | Nina Kownacki

Peter Julius fällt ein: „Sozusagen ist es eine der ältesten Kneipen, die seit circa 100 Jahren ausschließlich die Marke ‚Krombacher‘ serviert.“ Doch er bemerkt auch, dass sich der Geschmack der Kunden ein wenig verändert: „Früher tranken die Gäste ausschließlich Bier. Mit der Zeit, in den letzten zehn bis 15 Jahren, hat sich die Trinkkultur ein wenig gewandelt. Wir schenken immer mehr Wein aus, was auch daran liegen kann, dass viele Menschen von auswärts kommen und eine andere Trinkkultur mitbringen.“ Doch der Weinkenner Peter Julius sucht gerne besondere Weinsorten heraus, um diese der Kundschaft auf der Karte anzubieten.

Warum das Hotel Stoffels im Deutschen Bratkartoffelbuch steht

Das Restaurant ist auf klassische deutsche Küche spezialisiert. Im Menü finden sich Gerichte wie unter anderem geschmorte Ochsenbäckchen, Bratkartoffeln, aber auch dicke Bohnen mit Kasseler. „Wir wurden 2012 zu einem der zehn besten Bratkartoffelrestaurants ausgezeichnet. ‚Stoffels‘ findet sich im Bratkartoffelführer, dem ‚Deutschen Bratkartoffelbuch‘ wieder“, erzählt Julius stolz.

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Dazu hat er direkt eine besondere Geschichte parat: „Eckart Witzigmann war vor circa 15 Jahren zu Besuch bei uns und hat mit unserer Familie Bratkartoffeln zubereitet. Er hinterließ dabei viele wertvolle Tipps,“ erinnert sich der Gastronom. Witzigmann ist berühmter deutscher Koch - der Restaurantführer „Gault-Millau“ hat ihn im Jahre 1994 zum „Koch des Jahrhunderts“ gekürt.

Das Traditionshaus
Zwischen der besonderen und fröhlichen Dekoration zur Weihnachtszeit verbringen Freunde und Familien einen geselligen Abend. © Nina Kownacki | Nina Kownacki

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Doch das ist nicht die einzige Prominentengeschichte: „Auch der Schauspieler Günter Strack, 1999 verstorben, war mehrmals hier, ebenso Marie-Luise Marjan, bekannt als ‚Mutter der Nation‘ und aus der Fernsehserie ‚Lindenstraße‘.“ Mit letzterer verbindet das „Stoffels“ sogar eine langjährige Freundschaft: „Alle fünf Jahre überreicht ihr das Team eine besondere Geburtstagstorte. Es ist eine Gemeinschaftsproduktion von dem Konditormeister Matthias König, vom gleichnamigen Café König, aus Schmallenberg und von mir“, erzählt Julius, der bereits einige Personen nach Schmallenberg einladen durfte und sich auf viele weitere Gäste freut – ob von nah oder aus weiter fern. „Kommt vorbei und verbringt einen gemütlichen Abend mit euren Freunden oder der Familie“, lädt er abschließend ein.

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