Für Celina waren Wirtschaft und Sicherheit die wichtigsten Themen bei der Bundestagswahl. Nach der Wahl ist die 21-Jährige, die an der TU Dortmund studiert, zuversichtlich:
„Ich denke, dass Merz das Land gut regieren wird. Deshalb habe ich mein Kreuz auch bei der CDU gesetzt. Allerdings hatte ich gehofft, dass wir noch mehr Stimmen bekommen würden, so wie es die Prognosen vorher gezeigt haben. Jetzt ist klar, dass die SPD Teil der Regierung sein wird.
Ich hoffe, dass sie ihrem Auftrag nachkommt, die Bevölkerung zu schützen und unsere Sicherheit in den Mittelpunkt stellt. Von der CDU erhoffe ich mir, dass sie die Ideen aus dem Wahlprogramm umsetzt. Etwa, dass illegale Migration begrenzt wird und Grenzkontrollen eingeführt werden. Als junge Frau möchte ich abends rausgehen können, ohne mich unwohl zu fühlen.
Meine Hoffnung ist, dass am Ende des Monats neben Einkauf und Miete auch noch etwas zum Leben übrig bleibt. Gerade wir Studenten leiden unter den viel zu hohen Kosten. Auch Friedrich Merz hat Kinder und Enkelkinder, die von den Problemen im Land betroffen sind. Also gehe ich davon aus, dass er unter anderem auch deshalb alle Generationen im Blick haben wird.“
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Berivan (23): „Ich bin extrem glücklich mit dem Ergebnis der Linken“
Berivan hat vor der Wahl gezweifelt, ob sie lieber die Linke oder doch eher die SPD wählen soll. Mit ihrer Entscheidung ist die Studentin aus Bochum im Rückblick sehr zufrieden:
„Ich bin vor Freude aufgesprungen, als ich das Wahlergebnis der Linken gesehen habe. Ich war den ganzen Tag nervös, weil ich Angst hatte, dass die Linke es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Dass sie fast neun Prozent der Stimmen holt, hätte ich nie gedacht.
Dass die Partei gerade bei jungen Menschen wie mir so gut abschneidet, wundert mich allerdings überhaupt nicht. Zum einen, weil sie total gute Arbeit auf Social Media macht. Ich gucke mir gern ihre Videos an und finde es richtig, dass die Politikerinnen und Politiker so viel dafür tun, um auf TikTok und Instagram präsent zu sein.
Vor allem haben mich aber die Themen überzeugt. Ich hatte den Eindruck, dass sich bei den anderen Parteien alles um die Migrationsdebatte gedreht hat. Bei der Linken ging es hingegen viel um teure Mieten und hohe Lebenskosten. Das sind Themen, die mich und viele Studierende im Alltag beschäftigen. Ich würde zum Beispiel gern Ende des Jahres ausziehen, weiß aber nicht, ob ich mir das leisten kann. Von daher bin ich auf der einen Seite extrem glücklich mit dem Wahlergebnis.
Auf der anderen Seite bin ich aber auch extrem besorgt. Dass so viele Menschen für die AfD gestimmt haben, macht mir große Angst. Ich bin mit fünf Jahren aus der Türkei ins Ruhrgebiet gekommen. Als Jugendliche habe ich die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen, das war ein Riesenschritt für mich. Bochum ist längst zu meiner Heimat geworden, hier fühle ich mich zuhause. Dass jetzt so viele junge Menschen für eine in Teilen rechtsextreme Partei gestimmt haben, ist erschreckend.
Wahlkreis-Sieger: Wer für das Ruhrgebiet im Bundestag sitzt
Damit die AfD jetzt nicht noch stärker wird, ist es wichtig, dass sich ohne große Probleme eine neue Regierung bildet. Dass es vermutlich auf eine Große Koalition zwischen CDU und SPD hinauslaufen wird, finde ich in Ordnung. Friedrich Merz ist meiner Meinung nach zwar total unsympathisch. Aber ich habe Hoffnung, dass sich schon etwas verändern wird – vor allem, weil wir dank der Linken eine starke Opposition haben werden.“
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So haben junge Menschen gewählt
Vor allem zwei Parteien konnten bei jungen Menschen punkten: Die Linke holte 25 Prozent der Stimmen der 18-bis 24-Jährigen, die AfD 20 Prozent. Beide Parteien waren damit deutlich erfolgreicher als bei der Bundestagswahl 2021 (Linke plus 17 Prozent, AfD plus 13 Prozent).
Deutlich schlechter abgeschnitten haben hingegen die Grünen: Während vor vier Jahren noch 23 Prozent der jungen Wählerinnen und Wähler für sie stimmten, waren es in diesem Jahr nur 12 Prozent. Noch mehr Stimmen verloren hat die FDP. Sie konnte nur sechs Prozent der jungen Menschen von sich überzeugen (minus 15 Prozent). CDU (13 Prozent) und SPD (12 Prozent) liegen bei den jungen Wählerinnen und Wählern etwa gleich auf.
Debbie (24) hat hingegen die SPD gewählt. Dass die Partei gegen Herausforderer Merz verliert, hat die Studentin aus Bottrop jedoch bereits geahnt:
„Für mich war klar, dass Merz das Rennen macht. Es ist ja häufig so, dass regierende Parteien bei einer Wahl abgestraft werden. So ist es auch bei der SPD der Fall. Bei dieser Bundestagswahl stand einiges auf dem Spiel. Ich finde es erschreckend, dass so viele die AfD gewählt haben – auch junge Menschen. Daran sieht man auch, wie gespalten die Jugend ist: Auf TikTok ist man entweder in der linken- oder in der rechten Bubble.
Ich mache mir Sorgen um die demokratischen Parteien der Mitte. Warum erreichen sie viele Menschen aus meiner Generation nicht? Der Fokus der neuen Regierung muss definitiv mehr auf Bildung liegen. Ich engagiere mich ehrenamtlich in dem Bereich und bekomme mit, dass Schülerinnen und Schülern häufig das Wissen über Politik fehlt.“
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Die Bundestagswahl in NRW: Hier gibt es weitere Informationen
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