Heiligenhaus. Wer mehr als zwei Stunden bei Akzenta, Lidl, dm und Gourmet Zhou parken möchte in Heiligenhaus, der braucht einen Bon. Wie das funktioniert.
Wer schnell von Menschen umgeben sein und sich mitten in einer lebendigen Diskussion wiederfinden möchte, der sollte sich einfach nur mal an den Parkautomaten am Forum Hitzbleck stellen: „Brauchen Sie nicht“, heißt es dann schnell – und jeder Umstehende weiß plötzlich besser, wie das denn jetzt mit dem Parken hier funktioniert. Wir haben den Test gemacht – und sind an dem Bon fast selbst gescheitert.
Der Aufschrei war groß, als Forum Hitzbleck-Betreiber HBB plötzlich verkündete: Wir machen jetzt doch eine Parkraumüberwachung im Bereich des neuen Einkaufszentrums, anders als angekündigt und anders als versprochen auch ohne Möglichkeiten, weitere Stunden zu den zwei kostenlosen nachbuchen zu können. Und den Wohnmobilstellplatz, mit dem die Stadt Heiligenhaus in touristischen Broschüren wirbt, den hatte man auch schnell vergessen. Ganz so, besänftigt der Technische Beigeordnete Andreas Sauerwein, sei es aber nicht: „Wir haben erst in der letzten Woche mit dem Betreiber zusammengesessen. Der Wille ist auf beiden Seiten da, noch einmal nachzubessern, man ist noch auf der Suche nach einer technischen Lösung, aber da bin ich zuversichtlich."
So klappt es mit vier Stunden Parken auf dem Heiligenhauser Forums-Parkplatz
Doch bis dahin und seit dem Sommer gilt: Wer mehr als zwei Stunden hier parken möchte, muss kräftig in die Tasche greifen. 19 Euro kostet es, der Brief flattert dann mit weiteren Verwaltungsgebühren direkt nach Hause. Wer weiß, dass er die zwei Stunden überschritten hat, kann die Summe auch direkt vor Ort bezahlen – oder eben mit einem Bon nachweisen, dass er Kunde bei Akzenta oder Gourmet Zhou war.

Das ist dann aber doch ein wenig kniffelig, wie wir bei einem Selbsttest feststellen konnten – nach dem Besuch des chinesischen Restaurants. Auf Nachfrage gibt es da dann einen Zettel mit einem QR-Code: „Vier Stunden kostenlos Parken für Kunden“, heißt es da vom Parkplatzbetreiber Parken und Management. „Einfach den Code vor der Ausfahrt am Kassenautomaten einscannen.“ Ganz einfach? Naja, wir werden sehen.
Code muss ins Quittungen-Fach
Die Kennzeichen werden bei der Ein- und Ausfahrt automatisch erfasst. Heißt: Wer innerhalb von zwei Stunden den Parkplatz verlässt, kann einfach losfahren und muss nicht erst am Parkautomaten sein Kennzeichen eingeben. Die Kennzeichen werden dann sofort gelöscht und nicht weiter gespeichert. Also los geht’s, als Erstes wird das Kennzeichen eingegeben. Es erscheint ein Foto des Autos und des Kennzeichens mit der Frage, „Sind Sie das?“ Nach Bestätigung folgt der Hinweis, dass das Parken nun 19 Euro kostet – und die Frage, ob man nun bezahlen möchte.
Nein, eigentlich möchte ich nicht bezahlen, denke ich mir – ich hab doch einen Code! Aber eine andere Antwort außer „ja“ oder „Abbruch“ ist nicht möglich. Ok, dann drücke ich auf „ja“. Nun werde ich aufgefordert, zu bezahlen. Meine Begleitung und ich schauen uns an: Wo sollen wir denn nun den Code vorhalten? „Das passiert öfters, dass Kunden mit dem Bon zurückkommen und nicht wissen, was sie nun damit machen sollen“, weiß man bei Gourmet Zhou. Halten muss man den Bon nämlich ins Quittungen-Fach: Dort wird der Code automatisch per Infrarot-Scan erfasst. „Sie haben bezahlt“, heißt es dann. Quittungen war für mich ein Beleg dafür, dass ich bezahlt habe – wir scheinen aber eben nicht die Einzigen gewesen zu sein, für die das nicht auf den ersten Blick erkennbar war.
Verwaltung will Parkraumkonzept vorlegen
Trotz allem bleibt ein komisches Gefühl zurück: Ist das jetzt wirklich gut gegangen oder muss ich mich bald mit einem bösen Brief herumärgern, frage ich mich. Der hat noch nicht viele Menschen erreicht, versichert Sauerwein: „Laut Betreiber liegt die Quote derer, die die Regelungen hier nicht verstanden haben, unter einem Prozent.“ Acht bis neun Mal täglich werde ein Parkplatz genutzt, „das zeigt, dass es hier wirklich Bedarf gab, die Situation zu ändern und Dauerparker zu verhindern.“
Anfang des Jahres wolle die Verwaltung übrigens ein neues Parkkonzept vorlegen, bei dem auch das Forum Hitzbleck mitinbegriffen sein werde. „Wir müssen auch die Zwei-Stunden-Parkregelung entlang der Hauptstraße überdenken. Die Händler wünschen sich auch hier einen häufigeren Wechsel und somit mehr Kundschaft“, erklärt Sauerwein.