Duisburg. . Die Fakultät für Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen ist als erste zu 53 % mit Frauen besetzt. In anderen Fachbereichen sieht das noch deutlich anders aus.
Sie haben es als erste an der Universität Duisburg-Essen (UDE) geschafft: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 47 besetzten Professuren in der Fakultät für Bildungswissenschaften sind mit Frauen besetzt, selbst bei den hochwertigen W3-Professuren ist ein Geschlechtergleichgewicht erreicht.
Dekan Prof. Dr. Horst Bossong: „Nun zahlt es sich aus, dass wir uns seit Gründung der Fakultät systematisch um das Thema Gleichstellung gekümmert haben. Wir haben uns von dem Grundgedanken leiten lassen, dass Frauen gleichermaßen wie Männer befähigt sind für wissenschaftliche Forschung und die Wahrnehmung von Professuren.“
Dies gilt sowohl für das Anwerben und die Auswahl bei wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen als auch für die Berufungsverfahren für Professuren. Deshalb sind Frauen ebenfalls gut im akademischen Mittelbau der bildungswissenschaftlichen Fakultät vertreten: Von den hier verfügbaren 170 Stellen sind derzeit 64 Prozent weiblich besetzt; bei den unbefristeten liegt der Frauenanteil bei 55 Prozent, bei den befristeten bei 66 Prozent.
"All das hat viele Vorteile"
Dekan Bossong: „Wir wollen die erreichte Gleichstellung festigen, unser Augenmerk aber künftig auch besonders stark auf qualitative Aspekte richten.“ Dazu zählen z.B. die Familienfreundlichkeit, so dass sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen, karrierefördernde Weiterbildungsangebote für die Wissenschaftlerinnen und Dozentinnen, passgenaue Nachwuchsförderungen und schließlich Qualifizierungs- und Aufstiegschancen für die nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen.
Überdies hat sich die Fakultät entschlossen, so der Dekan, in den nächsten Jahren verstärkt das übergreifende Thema Umgang mit Diversität in den Blick zu nehmen und zu bearbeiten. Bossong: „All das hat viele Vorteile, nicht zuletzt für das Klima innerhalb der Fakultät.“
Frauenanteil bei den Professuren steigt universitätsweit
Auch universitätsweit ist ein Anstieg des Frauenanteils bei den Professuren zu verzeichnen: 2006 war die Professorenschaft an der UDE nur zu rund 13 Prozent weiblich. Aktuell ist bereits mehr als jede fünfte UDE-Professur mit einer Frau besetzt. Dies entspricht dem Bundestrend: Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf rund 19 Prozent an.
Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil deutlich zwischen den einzelnen Fachrichtungen: Nur in den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt der Anteil der Professorinnen über 30 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil nur neun Prozent, im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zwölf Prozent.