Bochum-Hofstede. Eine Grundschule nutzt die ehemalige St.-Barbara-Schule für ihre OGS. Im Keller wurde Schimmel entdeckt. Stadt Bochum hat die Räume versiegelt.
Die ehemalige katholische St.-Barbara-Schule wurde 2009 geschlossen. Das Gebäude nutzt heute die städtische Emil-von-Behring-Grundschule an der Rastenburger Straße für ihren Offenen Ganztag (OGS) und für Fachräume. Doch inzwischen wurde bekannt: Im Keller hat sich Schimmel ausgebreitet. Die Stadt aber sieht keinen Handlungsbedarf.
Simone Clausen ist seit einem halben Jahr die neue Leiterin der Grundschule. „Das war alles vor meiner Zeit. Aber wir sind froh, dass wir die Räume nutzen können. Natürlich wäre es schön, wenn der Keller saniert würde. Die Frage ist, ob sich das finanziell lohnen würde. Es stand ja auch mal ein Abriss zur Debatte.“ Der Arbeitsmedizinische Dienst werde weiter Messungen durchführen. Angst vor Gesundheitsgefährdungen bestehe nicht, auch vonseiten der Eltern sei bislang niemand mit seiner Sorge an sie herangetreten.
Stadt Bochum: Schimmelsporen können sich nicht verbreiten
Die Verwaltung gibt Entwarnung. „Es greifen die Maßnahmen gegen eine Verbreitung von Schimmelsporen. Eine Nutzung des Gebäudes ist daher problemlos möglich“, versichert Nina Klein, Pressesprecherin der Stadt Bochum, auf Nachfrage.
Auch die Awo als neuer Träger der OGS sieht keine Gefahr. Sprecher Christopher Becker: „Die Kinder werden im Erdgeschoss betreut, der Schimmel ist im Keller. Auch die Hausmeisterin versicherte uns, es sei alles in Ordnung.“
In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Mitte teilten die Zentralen Dienste nach einer Anfrage der SPD-Fraktion im Frühjahr mit: Die Kellerräume seien seit mindestens 2013 aufgrund von Schimmel und Feuchtigkeit für die Nutzung gesperrt. Im Rahmen einer Überprüfung der Räumlichkeiten am 13. Juni dieses Jahres konnte aktuell kein Schimmelbefall festgestellt werden. In den Kellerräumen seien umfangreiche Feuchtigkeitsschäden vorhanden.
Der Keller wurde durch dicht schließende Türen vom übrigen Gebäude abgetrennt. Im Jahr 2014 wurde eine Raumluftmessung durchgeführt. Eine Verschleppung von Sporen in die Klassenräume konnte damals nicht festgestellt werden. Sollte erneut ein Schimmelbefall auftreten, wird durch diese Abtrennung die Ausbreitung der Sporen verhindert.
SPD Bochum-Mitte drängt auf eine Sanierung
Christiane Laschinski sitzt für die SPD im Bezirk Bochum-Mitte und hatte sich Ende letzter Woche selbst ein Bild an der Schule gemacht: „Es ist wichtig, dass das Gebäude erhalten bleibt, zumal 2026 der Rechtsanspruch auf den Offenen Ganztag kommt. Zwar sagt die Verwaltung, der Keller sei ausreichend versiegelt, doch wir drängen auf eine Sanierung.“ Das, so betont sie, sei billiger, als neu zu bauen.
Der Verwaltung ist eine Sanierung zu teuer. Sie erklärt: Im Jahr 2013 wurden Sanierungskosten in Höhe von 226.000 Euro prognostiziert. Die Sanierungskosten seien heute aufgrund der Baukostensteigerung in den letzten zehn Jahren und der Schadensvermehrung mindestens doppelt so hoch.
Genaue Kosten für eine Sanierung müssen erst ermittelt werden
Eine genauere und belastbare Kostenaufstellung könne aber erst nach einer umfangreichen Sanierungsplanung erstellt werden. Nach erfolgter Kostenschätzung könnte im Zuge des Jahresabschlusses die Bildung einer Rückstellung über die notwendige Gesamtsumme beantragt werden.
Darüber hinaus sei zu bedenken, dass mit einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,20 Metern die Kellerräume als Klassen- oder Gruppenräume ungeeignet seien. Die Sanierung des Kellers und der hochwertige Ausbau der Räume seien aus Sicht der Zentralen Dienste nicht sinnvoll.
Die SPD-Fraktion kann die Ansicht der Stadtverwaltung nicht ganz teilen. „Wir finden, eine Sanierung lohnt sich durchaus und wollen mit der Verwaltung weitere Gespräche führen. Es lohnt sich, darüber nachzudenken.“