Berlin. Bei einem Treffen von Trumpisten und Rechtspopulisten sorgen Milei, Musk und Bannon für Furore. Ein deutscher Bekannter war auch dabei.
Es ist nur ein paar Wochen her, da schockierte Elon Musk die Welt, als er bei Donald Trumps Amtseinführung auf offener Bühne einen Hitlergruß zeigte. Verteidiger Musks sprachen von einer Übersprungshandlung und verwiesen auf sein Asperger-Syndrom. Doch das Verschieben von Grenzen nach rechts hat in den USA und auch bei europäischen Rechtspopulisten längst System.
Auf einer Konferenz von Rechtspopulisten und Konservativen nahe Washington (CPAC) tat es Trumps Ex-Berater Steve Bannon Elon Musk nun gleich. Während seiner Rede zeigte er auf offener Bühne möglichst beiläufig einen Hitlergruß – so beiläufig wie ein Hitlergruß eben sein kann, um Gefolgsleuten ein deutliches Signal zu geben und sich hinterher noch rausreden zu können. Der besagte Ausschnitt aus Bannons Rede kursiert derzeit auf Musks Plattform „X“:
Steve Bannon does a NAZI salute at the end of his CPAC speech. Someone try and convince me that he didn’t. pic.twitter.com/A2yo4djJzU
— Brian Krassenstein (@krassenstein) February 21, 2025
Kurz vor dem Hitlergruß zitiert Bannon Donald Trump: „Fight, fight, fight!“ Das hatte der US-Präsident seinen Anhängern nach dem gescheiterten Attentat auf ihn zugerufen.
Tatsächlich hat der Ex-Trump Berater noch große Pläne: Erst gestern sagte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, dass mit der Wahl in Deutschland an diesem Sonntag eine „Kampagne zur Eroberung Europas“ beginne. Mit Blick auf die AfD fügte der Vertreter der Ultarechten in den USA hinzu: „Dabei werden unsere Verbündeten einen klaren und bedeutenden Erfolg erzielen.“ Tatsächlich sind auf der Konferenz auch AfD-Vertreter vor Ort, um sich mit den US-Rechten zu vernetzen. Und auch ein Vertreter der Werteunion mischt mit: Hans-Georg Maaßen. Der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes wird inzwischen selbst als Extremist geführt. Auf der CPAC dürfte er sich unter Gleichgesinnten wähnen.
Elon Musk posiert auf CPAC mit Kettensäge
Der Auftritt von Elon Musk auf der Konferenz erscheint da fast als harmlose Randnotiz. Der neue Liebling des US-Präsidenten posierte auf der Bühne mit einer Kettensäge, die er von Argentiniens libertärem Präsidenten Javier Milei geschenkt bekam. „Das ist die Kettensäge für die Bürokratie“, rief Musk auf der Bühne. Milei war zuvor im argentinischen Wahlkampf mit laufender Kettensäge aufgetreten, die sinnbildlich den aus seiner Sicht überbordenden Staat radikal zurechtstutzen sollte.
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Genau das macht Musk in den USA – ohne Rücksicht auf Verluste. So wurden etwa die Gelder für die US-Entwicklungshilfebehörde komplett eingefroren, Mitarbeiter unterschiedlicher Behörden werden massenhaft gekündigt, Forschungs- und Fördergelder gestrichen. Selbst bei Sicherheitsbehörden und dem Militär wird gekürzt. Das trifft etliche Regierungsmitarbeiter und ihre Familien in den USA schwer, aber richtet auch im Ausland Chaos an. Im Kriegsgebeutelten Jemen etwa droht sich nach dem Ausfall von Hilfsgeldern eine Hungersnot zu verschärfen. Betroffen vom Ausgabenstopp sind auch Hilfsprojekte in Ländern wie Haiti, Äthiopien, Madagaskar und Afghanistan.