Hamburgs Innensenator Michael Neumann rät: Bürger sollen ihre Wohnungen besser schützen.

Hamburg. Besorgniserregende Entwicklung in Hamburg: Die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen ist im ersten Halbjahr 2012 erneut gestiegen. Von Anfang Januar bis Ende Juni zählte die Polizei in der Hansestadt insgesamt 3838 Taten - 249 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, ein Plus von 6,9 Prozent.

Seit vielen Jahren bewegen sich die Zahlen im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls in Hamburg auf dramatisch hohem Niveau. Innensenator Michael Neumann (SPD) rief die Bürger dazu auf, mehr in Sicherheitstechnik zu investieren und in der Nachbarschaft wachsam zu sein.

Im Schnitt 21-mal am Tag haben Einbrecher versucht, sich Zutritt zu fremden Wohnungen zu verschaffen. In mehr als 2300 Fällen ist ihnen dies auch gelungen. 1525 Taten - fast 40 Prozent - blieben allerdings im Versuchsstadium stecken. Diese Zahl markiert einen im Gesamtkontext erfreulichen Trend.

Neumann führt diesen Teilerfolg in der Bekämpfung der Einbruchskriminalität auch auf eine verbesserte Sicherheitstechnik in Privathaushalten zurück: "Jeder kann sich schützen", sagte der Senator. "Erfahrungen der Polizei zeigen, dass ein Einbrecher meist von seinem Vorhaben ablässt, wenn er länger als fünf Minuten braucht, um sich Zutritt zu verschaffen."

Eine wachsende Zahl von Tätern hat sich auf den sogenannten Tageswohnungseinbruch spezialisiert. Dabei verschaffen sich die Einbrecher meist unbemerkt bei Einbruch der Dunkelheit - wenn viele Menschen noch an ihrer Arbeitsstelle sind - Zutritt zu Mehrfamilienhäusern. Sie brechen mit einem einfachen Schraubendreher Wohnungstüren auf, falls auf Klingeln oder Klopfen niemand geöffnet hat. Gerade in Nachbarschaften, in denen die Menschen vergleichsweise anonym leben, bleiben diese Taten oft stundenlang unbemerkt. Nach Ermittlungen der Kripo sind reisende Einbrecherbanden für einen Großteil dieser Einbruchdiebstähle verantwortlich.

Innensenator Neumann setzt darauf, mit seiner Präventionskampagne die Fallzahlen zu verringern. "Ziel muss es sein, dass die Einbrecher einen Bogen um die Stadt machen, weil sie wissen, dass die Menschen hier vorgesorgt haben und auf ihre Umgebung achtgeben.

Othmar Schaerffer, Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle an der Caffamacherreihe, rät den Hamburgern zu einem aufmerksamen Miteinander: "Gute Nachbarschaft kostet nichts und ist Gold wert."