Mielinghausen. Der Conzen Hof am Hennesee in Meschede bietet Ferien auf dem Bauernhof für Familien an. Wer steckt hinter dem neuen Betrieb, was Gäste erwartet.

Die meistem Trecker auf Conzen Hof in Mielinghausen bei Meschede werden von Füßen angetrieben. Es sind Trampeltrecker, denn Elisabeth und Michael Kotthoff-Röttger haben ihren Hof in den vergangenen drei Jahren zu einem Ferienhof umgebaut. Die drei Ferienwohnungen heißen nun Kuhstall, Schweine- und Pferdestall und deuten damit noch auf ihre frühere Nutzung hin.

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Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Die herzlichen Gastgeber heißen Michael und Elisabeth Kotthoff-Röttger. 
Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Die herzlichen Gastgeber heißen Michael und Elisabeth Kotthoff-Röttger.  © WP | Sabrina Voss / Sabrinity

Michael Kotthoff-Röttger, selbst auf Fuchten Hof in Mielinghausen aufgewachsen, übernahm Conzen Hof bereits 2013 von seinem Patenonkel. Die Idee, den Bauernhof touristisch zu nutzen, bestand immer – zumal sich die Lage zwischen Campingplatz und Feriengebiet Mielinghausen anbietet, als Kotthoffs planten, ein neues Wohnhaus zu bauen.

Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Kinder lieben die zutraulichen Waliser Schwarznasenschafe und den Fuhrpark mit Kettcars. 
Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Kinder lieben die zutraulichen Waliser Schwarznasenschafe und den Fuhrpark mit Kettcars.  © WP | Sabrina Voss / Sabrinity

Der Hof hat eine ungewöhnliche Geschichte. Die Gebäude wurde nämlich erst 1954 errichtet. Das ursprüngliche Gehöft musste weichen als die Hennetalsperre aufgestaut wurde. „Deshalb hatten die Gebäude alle eine gute Substanz“, erklärt Michael Kotthoff-Röttger. Dächer und Mauerwerk waren gut in Schuss für den großen Umbau, der 2020 und 2021 erfolgte.

Kinder lieben die zutraulichen Waliser Schwarznasenschafe und den Fuhrpark mit Kettcars. 
Kinder lieben die zutraulichen Waliser Schwarznasenschafe und den Fuhrpark mit Kettcars.  © WP | Sabrina Voss / Sabrinity

Seit 2022 sind die Ferienwohnungen nun in der Vermietung. Und die Resonanz ist durchweg positiv. „Wir haben schon Familien, die mehrfach bei uns waren“, erzählt Elisabeth Kotthoff-Röttger und muss selbst ein wenig schmunzeln. Die Ferien für 2024 sind bereits ausgebucht.

Schmallenberger Kinderland

„Wir sind schon überrascht, wie gut das in der kurzen Zeit angenommen worden ist. Das Ziel wird es künftig sein, auch in den Wochen außerhalb der Schulferien belegt zu sein“, erklärt Michael Kotthoff-Röttger. Unter anderem deshalb hat sich der Betrieb der Marketing-Kooperation „Schmallenberger Kinderland“ angeschlossen. Dort unterstützt man sich gegenseitig, lernt voneinander und tritt nach Außen gemeinsam auf.

Für eine Zertifizierung müssen gewisse Standards eingehalten werden, die Familienfreundlichkeit hat dabei Priorität. Beispielsweise müssen das Hofgelände verkehrssicher und die Wohnungen kinderfreundlich ausgestattet sein. Hocker im Bad, Hochstühle, Babybettchen, Mülltüten, Spülmaschinentabs, Trockentücher… „Davon hatten wir instinktiv schon viel umgesetzt, weil wir uns überlegt hattet: Was bräuchten wir für einen schönen Urlaub?“, erklärt Elisabeth Kotthoff-Röttger. Als Mutter von drei Kindern verfügt man da über einen gewissen Erfahrungsschatz.

Mindestens fünf Tierarten

Eine weitere Vorgabe: Mindestens fünf Tierarten müssen auf dem Hof leben. Auf Conzen Hof leben drollige Walliser Schwarznasenschafe, Hühner, Kaninchen, zwei Ponys, ein Fohlen und Bienen. Elisabeth Kotthoff-Röttger ist nämlich Imkerin. Wer auf dem Hof unterwegs ist, hört also auch regelmäßiges Gegacker und das Bölken von Mecki, Fritz und Co.

Blick auf den Hennesee bei Meschede im Morgennebel.
Blick auf den Hennesee bei Meschede im Morgennebel. © WP | Elisabeth Kotthoff / Conzen Hof

Das Management der Wohnungen obliegt zum großen Teil Elisabeth Kotthoff-Röttger. Sie betreut die Gäste, gibt Tipps für Ausflüge, verwaltet die Buchungen. Auch in das Online-Buchungssystem hat sie sich reingefuchst und postet regelmäßig Bilder und Storys vom Alltag auf dem Hof und mit den Gästen auf Instagram. Aktuell sei das schon eine Vollzeitstelle, erklärt sie. Um eine Wohnung für die nächsten Gäste herzurichten, benötigt sie drei Stunden. Gern würde sie eine Reinigungskraft zur Unterstützung anstellen. Aber auf die Stellenausschreibung habe es bislang keine Resonanz gegeben.

Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Blick auf den Hof und in eine Ferienwohnung.
Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Blick auf den Hof und in eine Ferienwohnung. © WP | Sabrina Voss / Sabrinity

Viele Urlaubsgäste kommen aus den Ballungszentren im Ruhrgebiet oder Rheinland, aus dem Raum Osnabrück und den Niederlanden. Das Leben auf dem Land, mitten in 100 verschiedenen Grüntönen, schätzen die Gäste sehr. Vor allem die Ponys und die Fahrzeuge sind sehr beliebt. Es gibt Familien, erzählen Kotthoff-Röttgers, die den Hof kaum verlassen, weil die Kinder schon zufrieden damit sind, die Kaninchen zu streicheln oder mit dem Kettcar über den Hof zu düsen.

Entspannte Kinder, entspannte Eltern. Andere Familien wiederum seien viel unterwegs: „Die haben schon Orte des Sauerlandes gesehen, die wir noch gar nicht kennen“, sagt Michael Kotthoff-Röttger und lacht.

Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Blick auf den Hof und in eine Ferienwohnung. 
Ferien auf dem Conzen Hof in Mielinghausen: Blick auf den Hof und in eine Ferienwohnung.  © WP | Sabrina Voss / Sabrinity

Ein touristisches Pfund ist natürlich die Nähe zum Hennesee. Zwischen Badestelle Mielinghauser Bucht und Conzen Hof liegen drei Minuten Fußweg. Näher geht es in Meschede kaum. „Die Gäste laufen im Badeanzug zum See“, erzählt Elisabeth Kotthoff-Röttger. Viele Eltern schwimmen auch schon vor dem Frühstück eine Runde, während die Kinder mit dem Kettcar ihre vorbestellten Brötchen beim benachbarten Campingplatz abholen.

Hoffen auf Piratenspielplatz

Auch die Gastronomie rund um den See wie das H1 oder Xavers Ranch steuern viele Familien an. Sehnsüchtig werde auch die Rückkehr der MS Hennesee erwartet. „Das Schiff hat in diesem Sommer gefehlt“, sagt Michael Kotthoff-Röttger. Der Piratenspielplatz, da sind sich beide sicher, werde im nächsten Jahr ein weiteres Highlight für die Feriengäste sein. Insgesamt habe sich schon vieles getan. Aber gerade das Verwunschene am Waldufer dürfe der See gern behalten.

Elisabeth Kotthoff-Röttger wuchs im Westerwald auf. Ihren Mann Michael lernte sie vor 17 Jahren im Studium der Agrarwissenschaften an der Uni Bonn kennen. Sie arbeitete nach dem Studium vier Jahre für den Raiffeisenverband in Berlin. Von Berlin nach Meschede zu ziehen, sei schon eine Umstellung gewesen, erinnert sie sich. „Aber es war klar, dass das nur eine Etappe auf Zeit war. Und jetzt möchte ich hier nie mehr weg“, sagt sie mit Blick auf den Hennesee.

Nebel über dem Wasser

Am Vortag hatte sie noch ein atemberaubendes Foto vom Ufer gemacht. Die aufgehende Sonne färbte das Wasser pink und violett, dazu waberte dichter weißer Nebel über die Wasseroberfläche. Der Spruch: Wohnen, wo andere Urlaub machen, trifft für Conzen Hof ziemlich direkt zu.