Herdecke/Flagstaff. . Die Herdecker Mittelstrecklerin Patricia de Graat arbeitet im Höhentrainingslager an ihrer Fitness für die Sommersaison.

USA-Touristen denken beim Stichwort „Arizona“ an Hitze, den Grand Canyon und den wilden Westen. Der Schweiß fließt in diesem trockenen US-Bundesstaat meist von ganz allein.

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Ausgerechnet hier holen sich Deutschlands Mittel- und Langstreckenläufer den Schliff für die Sommersaison. Mit dabei: die Herdeckerin Patricia de Graat, die mit einigen ihrer Kollegen von der LGO Dortmund und Coach Pierre Ayadi in Flagstaff auf rund 2000 Metern ihr Höhentrainingslager absolviert. Dreieinhalb Wochen residieren die Sportler in der Hotelanlage Sonesta Suites.

Schnee statt Hitze

Von Hitze kann dort allerdings keine Rede sein: „Wir wussten, dass es auch Schnee geben kann. Dass es dann am ersten Tag so viel ist, hat uns aber überrascht“, so die 19-jährige de Graat nach ihrem ersten lockeren Lauf auf dem Buffalo Park Loop auf dichter, weißer Decke.

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Schnee gibt es auch im Westfälischen Frühling. Warum also die Tour nach Arizona? „Wir machen Höhentraining, um unter erschwerten Bedingungen zu trainieren und dann wieder zurück unter normalen Bedingungen besser zu sein.

Der Luftdruck ist niedriger und wir trainieren praktisch unter Sauerstoffmangel“, erklärt Trainer Pierre Ayadi, der viel Lob für die Trainingsbedingungen übrig hat: „Gute hygienische Bedingungen, Unterkunft, Essen, dazu viele Trainingsstrecken die flach sind, aber auch profilierte Strecken, ein sehr gut ausgestattetes Fitnessstudio und drei Leichtathletikbahnen.“

Aufenthalt hat nichts mit Urlaub zu tun

Mit Urlaub hat der Aufenthalt im Trainingslager wenig zu tun. Zwar werden die Athleten ihre wenigen Ruhetage für Ausflüge, etwa zum Grand Canyon, nutzen, doch jeden Tag bestimmt der straffe Trainingsplan den Ablauf: Nach dem Frühstück um 8 Uhr folgt um 10 Uhr die erste Trainingseinheit – „Eventuell machen wir auch noch vor dem Frühstück einen kleinen Auftakt, laufen also 15 bis 20 Minuten und machen Gymnastik“, erklärt Patricia de Graat. Nachmittags folgt die zweite Einheit, danach sind Ruhe und Regeneration angesagt.

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Die Dortmunder Trainingsgruppe ist nicht allein vor Ort. In der Saison mit dem wichtigen „Heimspiel“, den Europameisterschaften in Berlin, ist die Dichte an Spitzenathleten in Flagstaff hoch. So trainieren auch Marathoni Hendrik Pfeiffer, 800-Meter-Läuferin Christina Hering oder die Weltklasse-Läuferin Konstanze Klosterhalfen in der Höhe Arizonas. „Es ist schon ein Ansporn, solche Athleten so nah zu sehen“, sagt de Graat.

Für sie ist allerdings nicht Berlin das Saisonziel. Vielmehr gilt es, die persönliche Bestzeit über die 1500 Meter zu verbessern. Dort stehen zurzeit 4:23,78 Minuten. Trainer Pierre Ayadi sieht seine Athletin auf einem guten Weg. „Patricia wird in der U23 zu den deutschen Topläuferinnen gehören können“, schätzt der Coach das Potenzial seines Schützlings ein. Bei den Deutschen Meisterschaften sei das Frauen-Finale über 1500 Meter das Ziel. Und neben der Bestmarke über die Paradestrecke sollen auch die Bestzeiten auf den „Nebenstrecken“ über 800, 3000, 5000 und 10.000 Meter purzeln.