Rüsselsheim. Der Bieterkampf um Opel scheint längst noch nicht entschieden: Einem Medienbericht zufolge verhandelt General Motors parallel zu Magna mit dem US-Finanzinvestor Ripplewood.

Im Ringen um eine Übernahme von Opel ist laut einem Zeitungsbericht auch der US-Finanzinvestor Ripplewood noch im Rennen. Die «Financial Times Deutschland» berichtete am Freitag unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person, die Gespräche von General Motors mit Ripplewood seien niemals abgebrochen worden. Ripplewood war zusammen mit Fiat und dem Autozulieferer Magna im Rennen um Opel. Deutschland und die USA hatten sich dann für den Magna-Konzern entschieden, der zurzeit mit GM verhandelt.

Die «FTD» berichtete aus dem Umfeld von General Motors, derzeit werde in den Verhandlungen von GM und Magna hart gerungen, etwa über Zahlungen für Technik, Patente und Entwicklungsarbeit. Außerdem wolle Magna die Exklusivrechte für den Vertrieb der GM-Marke Chevrolet in Russland. Mit den Parallel-Verhandlungen mit Ripplewood will GM offenbar den Druck auf Magna erhöhen. Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte in Berlin, nach Kenntnis der Bundesregierung gebe es nach wie vor andere Interessenten. Es sei Sache von GM, mit allen Beteiligten zu verhandeln.

Laut Medienberichten erhält derzeit auch der chinesische Autobauer BAIC Einblick in die Bücher von Opel. BAIC war erst sehr spät in das Rennen um Opel eingestiegen. Bis zur Entscheidung für Magna hatte das chinesische Unternehmen nur ein sehr grobes Konzept vorgelegt, inzwischen aber offenbar nachgebessert. (afp)