Essen. 15 Parkhüter sollten sich in dieser Freiluftsaison um die so heftig bemängelte Sauberkeit in Parks und öffentlichen Grünflächen kümmern. Frühestens zum 1. Oktober kann das Qualifizierungsprojekt der Essener Arbeit beginnen, weil die Bundesregierung zum 1. April die Förderungskriterien verschärft.
15 Parkhüter sollten sich in dieser Freiluftsaison um die so heftig bemängelte Sauberkeit in Parks und öffentlichen Grünflächen kümmern. Daraus wird nichts. Frühestens zum 1. Oktober könnte das Qualifizierungsprojekt der Essener Arbeit beginnen, sagt deren Geschäftsführer Ulrich Lorch. Dann ist die Grillsaison, sagen wir: recht weit fortgeschritten.
Ab dem 1. April hätte alles besser werden sollen. An diesem Tag wird die Reinigung der öffentlichen Grünanlagen auf Sommer-Rhythmus mit häufigeren Reinigungsintervallen umgestellt. Ab dann steuern die Entsorgungsbetriebe, die rund 20 Prozent der Essener Grünflächen reinigen, wieder häufiger den Stadtgarten, die Brehminsel und den Hallopark an. Dann werden solche Müllberge, wie sich sich am Wochenende in Werden und im Stadtgarten gesammelt haben, schneller entsorgt.
Präsenz in den Grünanlagen
Müll im Krupp-Park
Eigentlich aber sollen sie ja gar nicht erst entstehen. Deshalb hat die Stadt wie in den Vorjahren mit dem Parkhüter-Programm geplant. Die Teilnehmer dieser Qualifizierungsmaßnahme sollen Präsenz zeigen in den Grünanlagen, zur Müllmitnahme ermahnen und im Notfall entweder die Polizei oder den Reinigungsdienst anfordern.
Das war der Plan. Aber nun wird es zum 1. April voraussichtlich nicht einen Parkhüter geben, obwohl die dafür vorgesehenen Menschen schon geschult worden sind in der Schule Natur im Grugapark und von Mitarbeitern des Ordnungsamtes.
Die holzschnittartig vereinfachte Ursache dafür: Die Bundesregierung hat zum 1. April die Förderungskriterien verschärft. Ehe sie jetzt für eine Arbeitsmarkt-Maßnahme Geld gibt, muss das Jobcenter für die letzten sechs Monate lückenlos beweisen, dass der Arbeitssuchende ausreichend „aktiviert“ worden ist. Wieder grob vereinfacht: Er muss genügend geeignete Stellenangebote bekommen und eifrig Bewerbungen geschrieben haben.
Kontrolle und Reinigung
Zu diesem neuen Nachweis hat sich das Jobcenter für die Parkhüter-Kandidaten nicht in der Lage gesehen, sagt Ulrich Lorch, Geschäftsführer der Essener Arbeit, unter deren Dach die Maßnahme laufen sollten. Nach der Übernahme des Jobcenters durch die Stadt „haben die Mitarbeiter andere Sorgen. Das sage ich ohne Vorwurf.“ Das kleine Parkhüter-Programm ist wegen der aktuellen Probleme hinten runter gekippt.
Und jetzt? Die Kontrolle und Reinigung intensiv genutzter Parkanlagen an Wochenenden „kostet 50.000 Euro im Monat“, sagt Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga. „Wer mehr Sauberkeit will, muss sagen, woher er das Geld nehmen will.“ Vorsorglich hat Grün und Gruga bei der EBE Extra-Reinigungen für Sonntag in einer Woche bestellt: Ostern wird der nächste Ansturm auf die Parks erwartet.