Bochum. Zwei Siegen in Serie folgen nun drei Spiele in acht Tagen. Der VfL Bochum will oben anklopfen. Robert Tesche dürfte dabei helfen. Zum ersten Mal.
- Nach zwei Siegen in Serie will der VfL Bochum am Sonntag gegen Heidenheim nachlegen
- Der Verein rechnet aber nur mit maximal 14 000 Zuschauern
- In der Offensive hat Trainer Ismail Atalan eine große Auswahl
Rund 9000 Karten sind erst verkauft für das dritte Saisonheimspiel des VfL Bochum. Und wenn am Sonntag (13.30 Uhr) die Partie gegen den FC Heidenheim angepfiffen wird, dürften 13 000, vielleicht 14 000 Anhänger im Stadion sein. Es ist also noch reichlich Luft nach oben, zwei Siege in Serie haben noch lange nicht die Fans zurückgeholt, die man im anvisierten Aufstiegskampf benötigt.
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Setzt der VfL seinen kleinen Lauf fort gegen Heidenheim und am Donnerstag in Nürnberg, könnte es aber nur eine Woche später gegen Ingolstadt deutlich voller werden im Ruhrstadion. Drei Spiele in acht Tagen stehen an, Bochum kann den Sprung ins obere Drittel, Richtung Aufstiegsplatz packen. Um dies stets mit frischen Kräften zu schaffen, „werden wir sicherlich rotieren“, sagt Ismail Atalan.
Einige Spieler werden eine Pause benötigen
Etliche Spieler, erklärt der Trainer, seien gerade erst nach langen Verletzungen zurückgekehrt oder mit wenig Spielpraxis in der Vorsaison gesegnet gewesen. „Das müssen wir im Auge behalten.“
Atalan denkt dabei etwa an Kevin Stöger (nach Kreuzbandriss), Stefano Celozzi, Danilo Soares, Lukas Hinterseer, Sidney Sam, Dimitrios Diamantakos; hinzu kommt Robert Tesche. Der jüngste Neuzugang, zuletzt in Englands zweiter Liga am Ball, „ist mit Sicherheit eine Option. Er macht einen guten und fitten Eindruck und hat nun auch die Bindung zur Mannschaft.“
Zum Jubiläum braucht FCH-Trainer Schmidt einen Sieg
Wenn am morgigen Sonntag der 1. FC Heidenheim bei den Bochumern zu Gast ist, handelt es sich für Frank Schmidt um ein ganz besonderes Spiel. Auf den Tag genau ist er dann zehn Jahre Trainer der Heidenheimer - im heutigen Fußball längst keine Selbstverständlichkeit mehr und eher eine Rarität. Er ist mit dieser Zahl momentan auf Platz eins der treuesten Trainer aus Liga eins und zwei.
Eigentlich war Schmidt anfangs nur als Interimslösung eingesprungen, weil man kurz vorher Dieter Märkle beurlaubt hatte. Doch daraus wurde ganz schnell eine Erfolgsgeschichte. Noch in der ersten Saison stieg die ursprüngliche Übergangslösung aus der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga auf und führte sein Team anschließend schnurstracks in Liga drei, ehe 2014 der Sprung in die 2. Bundesliga gelang. Seitdem hält sich der Verein dort und arbeitet erfolgreich an seinen Strukturen. Auch der Etat steigt Jahr um Jahr.
Auch wenn der diesjährige Saisonstart mit nur einem Sieg und vier Niederlagen nicht optimal war, genießt Schmidt weiterhin das volle Vertrauen auf der Ostalb, den 1. FCH schnell wieder von Platz 16 in andere Tabellenregionen hochzuführen.
Geht man nach der Statistik, so stehen die Chancen momentan schlecht. In bisher drei Zweitligaspielen im Ruhrstadion konnten die Gäste bisher erst einen Punkt mitnehmen, bei einem Torverhältnis von 7:3 für die Bochumer. Im Vergleich zum VfL kann die Mannschaft um Kapitän Marc Schnatterer, der schon seit neun Jahren das Trikot der Heidenheimer trägt, allerdings fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Mittelstürmer Denis Thomalla fällt weiterhin aus. (tg)
Atalan klang so, dass Tesche zunächst in den Kader rückt, wobei der Coach auch einen Startelf-Einsatz nicht gänzlich ausschloss. Vermutlich wird für Tesche positionsgetreu Alexander Merkel seinen Platz räumen müssen - und zwar auch im Kader. Damit würde Merkel von der Startelf gleich auf die Tribüne abrutschen.
Eisfeld trainiert wieder komplett mit
Weitere Alternativen könnten in der kommenden Woche hinzukommen, zumindest Thomas Eisfeld hat am Freitag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. Vitaly Janelt, Jannik Bandowski und Torwart Manuel Riemann sind noch nicht so weit, Robbie Kruse dagegen ist voll einsatzfähig.
Wer gegen Heidenheim loslegt, ließ Atalan völlig offen - auch, ob Diamantakos nach seiner starken Leistung in Darmstadt von Beginn an stürmt. Der Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen, die letzten beiden Trainingseinheiten darf keiner beobachten.
Atalan erwartet einen stabilen Gegner
In jedem Fall erwartet der VfL-Coach eine konzentrierte Leistung über die volle Distanz - und einen eher defensiv im 4-4-2 antretenden, „kompakten und stabilen“ Gegner. Der FCH hat zwar erst drei Punkte, hat sich aber zuletzt gegen St. Pauli erst kurz vor Schluss ein Tor gefangen und „hätte gegen Regensburg nie und nimmer verlieren dürfen. Das wird eine harte Nuss.“
So könnte der VfL spielen: Dornebusch - Celozzi, Hoogland, Bastians, Soares - Stöger, Losilla, Tesche - Sam, Hinterseer (Diamantakos), Kruse.
Reserve: Kraft - Fabian, Gyamerah, Saglam, Gündüz, Wurtz, Diamantakos (Hinterseer).
Schiedsrichter: Lasse Koslowski