Gelsenkirchen. . Amine Harit hat sich auf Schalke gut eingelebt. Beim ersten Heimspiel hat der 20-Jährige die Fans begeistert. Vergleiche lehnt er aber ab.

  • Schalker Fans vergleichen Amine Harit nach seinem ersten Heim-Auftritt schon mit Leroy Sané
  • Davon will der Offensivspieler, der für 8 Millionen Euro aus Nantes kam, aber nichts wissen
  • Der Franzose weiß, dass die Fußstapfen der Trikotnummer 25 wegen Klaas-Jan Huntelaar sehr groß sind

Als Amine Harit noch für den FC Nantes spielte, war er der meistgefoulte Spieler der französischen Liga. In der Bundesliga scheint das nicht anders zu sein. Kein Spieler wurde beim Saisonauftakt am Wochenende häufiger gefoult als der 20-jährige Schalker. Sieben Mal entschied Schiedsrichter Felix Zwayer beim 2:0-Heimsieg der Königsblauen gegen RB Leipzig auf Freistoß für Schalke, nachdem ein Leipziger den pfeilschnellen Offensivspieler zu stoppen versuchte. „Ich bin ein Spieler, der die Eins-gegen-Eins-Situation liebt“, sagt der Franzose. „Meine Art Fußball zu spielen ist eben die, dass ich in viele Dribblings gehe. Ich weiß, dass die Gefahr dann groß ist, dass mich ein Gegenspieler foult.“

Traumpass vor dem 2:0

Die Fans hatten schon beim ersten Heimspiel ihre Freude am ballsicheren und wendigen Neuzugang, für den Schalke rund acht Millionen Euro an den FC Nantes überwiesen hat. Spätestens bei Harits Aktion in der 73.. Minute, als er den Ball perfekt durch die Schnittstelle der Leipziger Abwehr auf Yevhen Konoplyanka durchsteckte. Der Ukrainer lief frei auf Torwart Peter Gulacsi zu und verwandelte eiskalt. Das 2:0 für Schalke war die Vorentscheidung.

Amine Harit vermeidet es, über seinen Traumpass zu sprechen. „Ich war glücklich, dass ich meinen ersten Assist geben konnte“, sagt er kurz und knapp. Viel lieber stellt er die Leistung der Mannschaft in den Vordergrund. „Wir sind ein starkes Team und haben die ersten drei Punkte gegen einen Verein geholt, der in der Champions-League spielt. Es war sehr gut für uns, so in die Saison zu starten.“

Ein Schalker Fan-Magazin hat Amine Harit sogar schon mit Leroy Sané verglichen. Der Schalker lehnt das ab. „Leroy ist ein sehr guter Spieler, Max ist auch ein sehr guter Spieler, Kono und Nabi sind es auch. Aber ich möchte meine eigene Geschichte auf Schalke schreiben“, sagt Amine Harit. Als Trainer Domenico Tedesco ihn gegen Leipzig in der 78. Minute auswechselte, erhoben sich die Fans von ihren Plätzen. Auch Harits Familie war am Samstag im Stadion. Der Neu-Schalker wirkte platt und ausgelaugt. Zwischen der französischen Ligue 1 und der Bundesliga gibt es eben doch ein paar Unterschiede. „Die Teams spielen hier ein sehr gutes Pressing, Das Tempo in der Ligue 1 ist auch hoch, aber nicht so hoch wie in der Bundesliga, in der du 90 Minuten lang sehr, sehr viel laufen musst.“

© Ina Fassbender

Die nächsten drei Punkte im Blick

Geht es nach dem knapp 1,80 Meter großen Franzosen, der im vergangenen Jahr mit der U19-Nationalmannschaft seines Heimatlandes Europameister wurde, wird das Punktekonto schon am Sonntag beim Auswärtsspiel bei Hannover 96 weiter aufgestockt. „Wir haben die Qualität, auch in Hannover zu gewinnen und die nächsten drei Punkte einzufahren. Das Team ist bereit für das Spiel.“ Es gilt als wahrscheinlich, dass Amine Harit auch im ersten Auswärtsspiel dieser Saison in der Startelf stehen wird.

Dass er mit der Wahl seiner Trikotnummer in größere Fußstapfen kaum hätte treten können, ist ihm bewusst. Vor Harit trug Klaas-Jan Huntelaar sieben Jahren die Rückennummer 25 - mit 126 Toren ist der „Hunter“ Schalkes zweitbester Torschütze der Vereinsgeschichte.

„Ich weiß, dass diese Nummer eine ganz besondere ist. Klaas-Jan Huntelaar ist ein Spieler mit einer großen Vergangenheit auf Schalke“, sagt Amine Harit und verrät: „Ich habe die Nummer aber nicht wegen Huntelaar. Ich wollte die Nummer 14, Christian Heidel sagte mir aber, dass das nicht geht. Ich habe dann mit einem meiner besten Freunde aus Nantes gesprochen, der die 25 hat und mir gedacht: wenn er sie in Nantes hat, kann ich sie auf Schalke tragen.“

Der Freund aus Nantes mit der Nummer 25, Enock Kwateng, gehörte nach dem Sieg gegen Leipzig übrigens zu den ersten Gratulanten.