Berlin. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther regiert mit den Grünen. Seinem bayerischen Kollegen erteilte er einen deftigen Ratschlag.
Zoff innerhalb der Union. In der internen Debatte über den Umgang mit den Grünen hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zum Wahlkampfauftakt CSU-Chef Markus Söder mit scharfen Worten zur Zurückhaltung aufgefordert.
„Söder sagt immer, es gibt in der CDU Leute, die schwärmen von Schwarz-Grün im Bund. Ich kenne niemanden“, sagte Günther in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Dienstag. Söder behaupte das aber, um dann zu sagen, er sei derjenige, der es verhindern werde. „Anstatt einfach den Mund zu halten und zu sagen, wir kämpfen für eine starke CDU. Und eine starke CSU.“
Günther demontiert Söders übertriebene Selbstdarstellung: „... im Wahlkampf nie klug“
„Markus Söder führt diese Diskussion mit sich selbst“, sagte Günther weiter. „Das ist ja ein beliebtes Stilmittel in der Politik, dass man immer behauptet, dass es eine Gegenposition gibt, um dann sich selbst als Fels in der Brandung darzustellen“, so der Politiker. „Debatten mit sich selbst zu führen, ist im Wahlkampf nie klug.“
Der bayerische Ministerpräsident hatte sich immer wieder gegen eine Koalition mit den Grünen ausgesprochen. Aus seiner Sicht sind die Grünen der Hauptgrund für die wirtschaftlich schwierige Lage Deutschlands.
CDU-Politiker Günther: Würde nie für schwarz-grünes Bündnis werben
Günther sagte, er selbst würde auch nie für ein schwarz-grünes Bündnis werben und sagen: „Wir können nur mit den Grünen.“ Die Union müsse aber in der Lage sein, mit anderen demokratischen Parteien zusammenzuarbeiten. Er kritisierte die Grünen, die in der Ampel einen großen Beitrag zur Politikverdrossenheit geleistet hätten. Das Heizungsgesetz von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei ein absoluter Stimmungskiller in Deutschland gewesen und habe viele Menschen von der Demokratie weggebracht.
Günther regiert seit 2017 im Norden gemeinsam mit den Grünen: zunächst in einer Jamaika-Koalition mit der FDP, seit 2022 als Zweierbündnis.
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