Berlin. Der Papst ist mit einer Bronchitis in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Franziskus leidet seit Wochen unter Atembeschwerden.
Die Sorge um die Gesundheit des Papstes wächst. Nach Tagen, an denen der Pontifex von einer hartnäckigen Bronchitis geplagt wurde, ist Franziskus am Freitag in die römische Poliklinik „Agostino Gemelli“ eingeliefert worden. Die Behandlung wegen Bronchitis werde im Krankenhaus fortgesetzt, teilte der Vatikan in einer Presseaussendung mit. Er müsse sich dort „notwendiger diagnostische Untersuchungen“ unterziehen.
Wegen der Bronchitis hatte der Argentinier die Katechese der Generalaudienz am Mittwoch nicht selber gelesen. Und schon am Sonntag zuvor sah sich Franziskus genötigt, eine Predigt abzubrechen: Die Atemprobleme waren einfach zu groß.
Auch interessant
Bereits seit Wochen leidet Franziskus unter Atembeschwerden, was auch dazu führte, dass er seine Sitzungen in den vergangenen Tage von zu Hause führte. Er blieb im Gästehaus Santa Marta, um sich den Weg zum Apostolischen Palast zu ersparen. Allerdings traf er vor seiner Klinikeinlieferung noch den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico.
Papst Franziskus: Nur ein Papst wurde im Amt älter als er
Die Gesundheit von Papst Franziskus hatte in den letzten Jahren häufig Grund zur Sorge gegeben. Wegen eines Gewebebruchs musste der Pontifex 2023 an der Bauchdecke operiert werden. Bereits im Juli 2021 hatte sich Franziskus einer Darmoperation unterzogen. Immer wieder klagte er über Knieschmerzen und Ischiasbeschwerden, weshalb er häufig einen Rollstuhl nutzte. Mitte Januar verletzte sich der Papst bei einem Sturz in seiner Residenz am Arm und musste eine Schlinge tragen. Trotz seiner Gesundheitsprobleme nimmt der Argentinier aber weiterhin öffentliche Termine wahr.
Mit seinen 88 Jahren ist Franziskus inzwischen der zweitälteste Papst der Geschichte. Der gebürtige Argentinier ist als Nachfolger von Benedikt XVI. seit 2013 im Amt. Nur Papst Leo XIII. wurde nach den Aufzeichnungen des Vatikans noch älter: Der Italiener starb 1903 mit 93 Jahren. Franziskus‘ deutscher Vorgänger, mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger, wurde zwar 95 (er starb an Silvester 2022), war aber schon im Februar 2013 zurückgetreten.

Italien wünscht dem Papst beste Genesung und hofft, dass er bald wieder aus der Klinik entlassen wird. Wann das aber sein wird, ist noch unklar. Nicht ausgeschlossen wird, dass er das Angelus-Gebet am Sonntag von einem Fenster der Gemelli-Poliklinik aus sprechen wird, wie er es bereits bei seinem Krankenhausaufenthalt im Jahr 2021 getan hatte.
Papst hat eigene Wohnung in der Gemelli-Klinik
Dass eventuell kein Zimmer frei sein könnte, in der Klinik? Das ist unmöglich. Franziskus verfügt in der römischen Gemelli-Klinik über ein eigenes Appartement im zehnten Stockwerk, das ständig für ihn reserviert ist. Zum ersten Mal wurde er dort im Juli 2021 behandelt. Bei dem Apartment handelt es sich nicht um ein vergrößertes Krankenzimmer, sondern um eine Art Wohnung, die gleich mehrere Zimmer bereithält: Schlaf- und Wohnzimmer, eine Küche, nebst kleiner Privatkapelle. Außer dem Papst können dort seine Mitarbeiter sowie engste Vertraute übernachten. Die Sicherheitsvorkehrungen gelten als äußerst hoch.
- ADHS bei Erwachsenen: Betroffene verrät, was ihr mit ADHS wirklich half
- Stress: Achtsamkeit – warum der Trend problematisch sein kann
- Vorsorge: MRT für Selbstzahler – wann es sinnvoll ist und wann nicht
- Ohrensausen: Tinnitus-Patientin berichtet, was ihr endlich geholfen hat
Die Poliklinik ist für die päpstlichen Mitarbeiter schnell zu erreichen. Sie liegt nur einige Kilometer vom Vatikan entfernt. Das Krankenhaus, das 1964 eröffnet wurde, gehört zur katholischen Universität „Sacro Cuore“ und gilt als eine der besten Kliniken Roms. Der Name geht auf den Franziskaner-Mönch Agostino Gemelli zurück, der die katholische Universität 1921 gründete. Die Klinik liegt an den Hängen des Monte Mario und erstreckt sich mitsamt Park und Kirche über 37 Hektar Fläche.
Lesen Sie auch: Wer sich gegen Lungenentzündungen impfen lassen sollte
Auch Papst Johannes Paul II. war seinerzeit nach dem Attentat auf dem Petersplatz 1981 in der Gemelli-Klinik behandelt worden. In den folgenden Jahren musste er etwa ein halbes Dutzend Mal in das Krankenhaus am Stadtrand, unterzog sich dort 1992 einer Darmoperation und 1994 einer Hüftoperation. Zwei Jahre später wurde der polnische Papst dort am Blinddarm operiert.