Berlin/Tel Aviv. In Israel kommt es seit längerem verstärkt zu Anschlägen. In einer Stadt nahe Tel Aviv tötete ein Mann eine Holocaust-Überlebende.

In Israel hat ein Palästinenser eine Frau bei einem Messerangriff getötet. Die ältere Frau sei zunächst nach Wiederbelebungsmaßnahmen bewusstlos und mit Stichwunden in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Die Klinik stellte eigenen Angaben nach bei ihrer Ankunft den Tod der Frau fest. Israelischen Medien zufolge war sie 83 Jahre alt. Wie die „Jerusalem Post“ berichtet, soll es sich um die Holocaust-Überlebende Ludmila Lipovsky handeln.

Wie die Zeitung in der Datenbank von Yad Vasehem recherchierte, wurde Lipofsky am 11. November 1941 in Buj, Russland, geboren und hielt sich während des Krieges in Samarkand, Usbekistan, auf. Nach dem Krieg war sie in Israel registriert. 

Holocaust-Überlebende: Palästinenser ersticht 83-Jährige

Israels Polizei sprach von einem Terrorangriff. Einsatzkräfte hätten den Tatverdächtigen, einen Palästinenser, „neutralisiert“ und festgenommen, teilte sie weiter mit. Laut dem israelischen Rettungsdienst Zaka wurde der Mann schwer verletzt. Israelische Medien berichteten, Sicherheitskräfte hätten ihn nach der Tat in Herzlija nördlich von Tel Aviv angeschossen. 

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Polizeiangaben zufolge soll der 28-Jährige aus dem Westjordanland stammen. Medien meldeten unter Berufung auf den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet, er sei ein ehemaliger Informant der Israelis gewesen. Weil er dabei aufgeflogen sei, sei er nach Israel geholt worden.

In Israel und im besetzten Westjordanland kommt es seit mehr als zwei Jahren verstärkt zu Anschlägen von Palästinensern. Die Lage hat sich seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Terroranschlag am 7. Oktober 2023 weiter verschärft.

Mehr von Israel-Korrespondentin Maria Sterkl