Brüssel. . Mit dem Verbot der Glühbirne ist noch lange nicht Schluss. Brüssel stellt mehr als 30 Alltagsgegenstände auf den Prüfstand, unter anderem Kaffeemaschinen, Plastiktüten und Staubsauger. Das Ziel: Umwelt schützen und Stromverbrauch senken.

Die 60-Watt-Glühbirne verschwindet aus den Regalen - und das ist nur der Anfang. In ihrem Bemühen, Verbrauchsgüter energiesparender zu machen, werkeln EU-Kommission, Europaparlament und die Regierungen der EU-Länder an einer ganzen Palette von mehr als 30 Alltags-Gegenständen. Ein Überblick:

Die Plastiktüte

Die im Einzelhandel allgegenwärtige Plastiktüte ist EU-Umweltkommissar Janez Potocnik ein besonderer Dorn im Auge. Rund 500 Plastik-Tragetaschen verbraucht jeder EU-Bürger nach Angaben der EU-Kommission pro Jahr. Wenn Plastiktüten in die Umwelt gelangten, lösten sie sich in winzige Teilchen auf, würden von Fischen verzehrt und lagerten sich in der Umwelt ab, erklärt Potocniks Ressort. Gerade erst hat die EU-Kommission über mehrere Monate hinweg Bürger, Umweltverbände und Industrievertreter befragt, wie der Verbrauch der unliebsamen Tüte reduziert werden könne. Die Ergebnisse sind noch nicht öffentlich – allerdings hat Potocnik betont, dass er sich einen verpflichtenden Preis für Plastiktüten vorstellen kann oder sogar ein europaweites Verbot.

Die Kaffeemaschine

Koffeinfreunde können aufatmen: Hier ist kein Verbot in Aussicht. Allerdings könnten auf die Dauer Geräte mit Warmhalteplatte vom Markt verschwinden. So schlägt es eine aktuelle Studie der EU-Kommission vor. Ab dem Jahr 2017 oder 2018 könnten solche Geräte vom Markt kommen, regen die Autoren an. Als Alternative gelten Kocher mit Thermoskannen, die den Kaffee anstelle einer Heizplatte warmhalten. Beschlossen ist allerdings noch nichts.

Computer & Co.

Wie Kaffeekocher stehen auch andere Energieverbraucher im Haushalt auf dem Brüsseler Prüfstand. Grund ist die Standby-Funktion, die die meisten vom Computer kennen: Hier läuft ein Elektrogerät so weiter, dass es sich rasch wieder ganz anschalten lässt. Das verbraucht Strom. Ein EU-Gesetz aus dem Jahr 2008 legt für eine ganze Reihe von Haushaltsgeräten vom Radio bis zur Fritteuse Obergrenzen für den Verbrauch im Aus-Zustand und im Standby fest. Dort steht auch, dass ein Gerät, das nicht genutzt wird, möglichst nicht endlos weiterlaufen soll. Ab 2013 sollen sich diese Geräte nach einer Weile von allein abschalten.

Der Staubsauger

Der Sauger der Zukunft soll weiter Staub fressen, allerdings weniger Energie schlucken. Derzeit verhandelt die EU-Kommission mit der Industrie darüber. Besonders die deutsche Elektrobranche hegt allerdings Bedenken: In aktuellen Gesetzesvorschlägen der Brüsseler Behörde werde „die Reinigungsleistung zu wenig eingebracht“, bemängelt Werner Scholz, beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zuständig für Haushaltsgeräte. Die EU-Kommission wolle vor allem den Energieverbrauch senken. Wenn das Gerät dadurch schlechter sauge, sei der Umwelt nicht geholfen, weil der Kunde dann eben mehrmals über den Teppich sauge. Umweltverbände halten dagegen, höhere Wattzahlen bedeuteten keinesfalls bessere Saugleistung. Die EU-Kommission erklärt, „es dürfte keine Verminderung der Reinigungsleistung geben“.