Berlin. . Am 30. April um 3.00 Uhr wird das analoge Fernsehsatellitensignal abgeschaltet. Wer sein Fernsehprogramm also noch analog auf diesem Weg empfängt, sollte bis dahin seine Technik auf den neuesten Stand bringen.

Die Zeit drängt: Hunderttausende Nutzer müssen noch bis zum 30. April umrüsten, um auch künftig Satellitenfernsehen zu empfangen. Denn dann wird der analoge Satellitenempfang abgeschaltet und durch das digitale Signal ersetzt. Der Bereichsleiter für Consumer Electronics beim IT-Branchenverband Bitkom, Michael Schidlack, geht von rund 800.000 Nutzern aus, die noch analog empfangen. Ende 2011 hätten rund 1,8 Millionen Haushalte noch nicht umgerüstet. „Seit Jahresbeginn wurden rund eine Million Haushalte vom analogen auf das digitale Fernsehen umgestellt“, sagte Schidlack im dapd-Interview.

Auch der Projektleiter Klaus Hofmann von Klardigital, einer Initiative der Landesmedienanstalten und Sender, geht von „weit unter einer Million Haushalten aus“. Diese müssten nun schnell handeln. Ein Mangel an Digital-Receivern in den Geschäften sei zwar nicht zu befürchten, auch wenn bestimmte Modelle kurzfristig ausverkauft sein könnten. Seien jedoch Umbauarbeiten und ein Termin beim Handwerker nötig, um die Satellitenschüssel auszutauschen, könne es eng werden. „Wir können nicht auszuschließen, dass bei einigen, die sich zu spät gekümmert haben, der Bildschirm schwarz bleibt“, sagte Hofmann.

Bitkom warnt vor kurzfristigen Engpässen

Auch Schidlack rät den betroffenen TV-Nutzern zum schnellen Handeln, um am 30. April nicht in die Röhre zu schauen. „Es gibt punktuelle Engpässe bei bestimmten Receivern“, sagte Schidlack. Es sei möglich, dass Verbraucher nicht mehr das gewünschte Modell erwerben könnten. Er geht ebenfalls davon aus, dass nicht alle Haushalte bis zum Monatsende ihre Geräte ausgetauscht haben werden. „Es wird eine Restmenge an Verbrauchern geben, die nicht rechtzeitig zum 30. April umstellen wird“, sagte er.

Um das digitale Satellitenfernsehen zu empfangen, wird ein digitaler Satellitenreceiver oder ein TV-Gerät mit integriertem Digital-Sat-Tuner benötigt. Außerdem muss die Satellitenschüssel über ein digitaltaugliches Empfangsteil, den sogenannten Universal-LNB (Low Noise Block), verfügen. Bei Geräten ab Baujahr 1997 ist dies in der Regel der Fall.

Neue HD-Sender

Für die Händler von Fernsehgeräten ist die Umstellung des Satellitenempfangs nach Bitkom-Angaben ein gutes Geschäft. Der Absatz bei den Receivern sei im April deutlich gestiegen und auch der Verkauf von Fernsehgeräten habe ab Mitte März spürbar angezogen, sagte Schidlack. Dabei sei die Nachfrage nach Geräten mit eingebautem digitalen Sat-Tuner überproportional gestiegen. „Offenbar nutzen viele Kunden gleich die Gelegenheit, um auch ihr älteres Röhrengerät zu ersetzen“, sagte Sindlack.

Beim Digitalfernsehen werden die Übertragungskapazitäten besser genutzt, es gibt also mehr Platz für Programme, die zudem in besserer Bild- und Tonqualität ausgestrahlt werden können. Zudem ermöglicht es den Empfang von Programmen in hochauflösender HD-Qualität (High Definition).

Zur Digital-Umstellung am 30. April starten elf weitere Sender mit der Ausstrahlung in HD. Neben den Dritten Programmen von BR, NDR, SWR und WDR sind dies Phoenix, 3sat und Ki.Ka, ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur. Am 1. Mai startet zudem Super RTL auf der Bezahl-Plattform HD+ der Privatsender. Ab Anfang 2014 wollen auch HR, MDR und RBB sowie EinsExtra, Einsfestival und EinsPlus ihr Fernsehprogramm in HD verbreiten. (dapd)