Wer in Deutschland ein Elektroauto kaufen will, kann zwischen mehreren Typen wählen.

Frankfurt/Stuttgart/Hannover. Die Fahrzeuge werden allesamt von ausländischen Herstellern gebaut: der Mitsubishi I-Miev, der Peugeot Ion, der Renault Kangoo Rapid Z.E. und der Citroën C-Zero. Bis zum Jahresende soll nach Angaben des Verbands der internationalen Kraftfahrzeughersteller VDIK der Nissan Leaf folgen. Neben dem Chevrolet Volt sollte – als erstes deutsches E-Auto – das Schwestermodell Opel Ampera zum Jahresende auf den Markt kommen. Nachdem es beim Chevrolet Volt zu einem Brand gekommen ist, stoppte Opel zunächst die Auslieferung des Ampera.

Opel

Der Opel Ampera soll nach der Überprüfung der Brandursache beim Chevrolet Volt ab 42 900 Euro zu haben sein. In den USA wird der Volt als Elektroauto bereits verkauft. Opel rechnet mit 12 000 verkauften Ampera pro Jahr. GM will 2012 rund 60 000 Volt und Ampera vom Band laufen lassen.

Die Lithium-Ionen-Batterie von Ampera und Volt speichert Energie für Strecken zwischen 40 und 80 Kilometern, je nach Fahrstil und Außentemperatur. Ist die Batterie leer, lässt sie sich in drei Stunden an einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose wieder aufladen. Das muss anders als beim reinen „Stromer“ nicht sofort geschehen. Denn für längere Strecken dient ein Benzinmotor als Energiequelle und hält die Batterie in Gang. Das Auto kann so ohne Ladeaufenthalt 500 Kilometer am Stück fahren.

Daimler

Daimler bringt im kommenden Frühjahr den Smart als erstes rein elektrisch betriebenes Auto in Großserie auf den Markt. Der City-Flitzer hat eine Reichweite von gut 140 Kilometern. 2012 will Daimler davon eine fünfstellige Zahl verkaufen. Das Auto soll für weniger als 20 000 Euro zu haben sein.

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist zudem ein großer Verfechter der Brennstoffzelle. Als erstes Großserienmodell mit diesem Antrieb will er 2014 die kompakte B-Klasse auf den Markt bringen. Später sollen Oberklasse-Modelle folgen. Als Vorteile im Vergleich zum batteriebetriebenen Elektroauto sieht der Manager, dass die Wagen schneller betankt werden können, eine höhere Reichweite erzielen und die Technologie sowohl für Kleinwagen als auch große Fahrzeuge bis hin zu Lkw geeignet ist.

BMW

Bei BMW laufen seit 2009 Testflotten des E Mini. Außerdem haben die Münchner mit BMWi eine eigene Elektro-Marke geschaffen. Unter dem Label wird der Konzern 2013 mit dem i3 sein erstes rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug auf den Markt bringen.

BMW-Chef Norbert Reithofer will bereits mit der ersten Generation Geld verdienen. Die Anschaffungskosten für den Kompaktwagen sollen unter 40 000 Euro liegen. Für die E-Fahrzeuge haben die Bayern eine eigene Architektur erarbeitet. Die Antriebstechnik ist im Fahrzeugboden untergebracht. Obendrauf sitzen eine Leichtbau- Fahrgastzelle und Stauraum.

Volkswagen

Europas größter Autobauer Volkswagen will 2013 die ersten reinen Elektroautos in Serie auf den Markt bringen. Derzeit laufen verschiedene Feldversuche. Die ersten Modelle mit Elektroantrieb werden Varianten des neuen Golf und des jetzt vorgestellten Kleinwagens Up sein. 2018 will VW Marktführer auch in diesem Segment sein.

VW-Chef Martin Winterkorn sagt, Volkswagen werde der Autobauer sein, der das „Elektroauto für Alle“ anbieten werde. VW betrachtet nicht nur die Karosserie, sondern auch die Motoren, das Batteriesystem und die Elektronik als „Kernkompetenz“ und kümmert sich darum überwiegend in Eigenregie. Bei der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien hat VW mehrere Partner.

Schon ein Jahr früher als die Konzernmutter will die Ingolstädter VW-Tochter AUDI mit der Kleinserienproduktion des Sportwagens E-tron beginnen. In Großserie soll später ein neuer Kleinwagen zwischen A1 und A3 vom Band laufen, der aber nicht vor 2013 kommt. (dpa/abendblatt.de)