Trainer Wolf kennt den Spieler aus Stuttgarter Tagen. Becker auch an Heidenheimer interessiert. Wolf hat Kühne getroffen.
Stuttgarts Berkay Özcan im Anflug
Eigentlich wollte der HSV auf dem Wintertransfermarkt nicht mehr tätig werden. Doch hat sich vor der Schließung des Fensters am 31. Januar doch noch etwas getan. Wie der "Kicker" als erstes berichtete, kommt Berkay Öczan mit sofortiger Wirkung vom VfB Stuttgart.
"Der HSV ist ein großartiger Club mit tollen Fans", sagt Özcan. "Ich bin glücklich, dass ich die Chance bekommen habe, nach Hamburg zu wechseln. Ich möchte den Fans zeigen, was ich kann, und ich möchte natürlich mithelfen, dass der HSV sein Ziel erreicht und in die Bundesliga zurückkehrt."
Am Donnerstagmittag absolvierte Özcan den Medizincheck im Athleticum des UKE. Anschließend unterschrieb er beim HSV einen langfristigen Vertrag bis 2023. Die Ablöse liegt bei rund drei Millionen Euro und wird in Raten abgezahlt. „Es war eine schwere Entscheidung, Berkay die Freigabe für einen Vereinswechsel zu erteilen. Dieser Wechsel ist sein ausdrücklicher Wunsch, da es sein absoluter Anspruch ist, jetzt Stammspieler in einem Profiteam zu sein", sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke.
Den 20 Jahre alten offensiven Mittelfeldspieler kennt Hannes Wolf noch aus der Aufstiegssaison mit den Schwaben. Damals trug er mit zwei Treffern in 21 Einsätzen zur Zweitligameisterschaft bei. „Er ist ein sehr guter Fußballer, noch jung, hat aber schon viel gespielt“, sagte Wolf bei Sky über den Offensivspieler. „Er ist auch ein guter Junge mit gutem Charakter.“
Ob Özcan nun auch den HSV in die erste Liga schießen kann? Ausgebildet wurde der Deutsch-Türke beim KSC, bevor er über die Nachwuchsabteilung des VfB bei den Stuttgarter Profis landete.
Vor zwei Jahren gelang Özcan unter Wolf dann der Durchbruch in der zweiten Liga. In seiner ersten Saison im Oberhaus verlor er dann zur Rückrunde unter Trainer Tayfun Korkut seinen Stammplatz, den er auch in der laufenden Runde nicht wieder zurückerobern konnte (drei Einwechslungen) – auch wegen eines Syndesmosebandrisses.
Nachdem er auch zum Rückrundenauftakt des Abstiegskandidaten gegen Mainz (2:3) nicht zum Kader von Trainer Markus Weinzierl gehörte, wollte Özcan endgültig weg.
Becker hat auch Heidenheims Dorsch im Visier
Bei der Suche nach neuen Kräften fürs Mittelfeld soll Sportchef Ralf Becker laut "Kicker" neben David Kinsombi (Holstein Kiel/das Abendblatt berichtete) außerdem zwei weitere Profis aus der zweiten Liga ins Auge gefasst haben. Im Aufstiegsfall könnten demnach auch Grischa Prömel (Union Berlin/24) oder Niklas Dorsch (1. FC Heidenheim/21) interessant werden.
Zumindest das Interesse an Dorsch, der den gleichen Berater hat wie HSV-Torhüter Julian Pollersbeck, wurde gegenüber dem Abendblatt nicht dementiert. In Heidenheim zeigen sich die Verantwortlichen bei Anfragen für Spieler generell gesprächsbereit.
Bei Dorsch, der sich in der Hinrunde zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt hat, könnte der Fall allerdings etwas anders liegen. Für den Aufbauspieler, der nach der Saison Leihspieler Orel Mangala im Mittelfeld ersetzen könnte, würde wohl eine Ablösesumme ab 1,5 Millionen Euro aufwärts aufgerufen werden.
"Dass Niklas Dorsch aufgrund seiner starken Leistungen in der Hinrunde das Interesse anderer Vereine weckt, ist völlig normal", sagte Heidenheims Pressesprecher Markus Gamm dem Abendblatt. "Bislang haben jedoch weder der HSV noch andere Vereine bei uns konkret angefragt. Da Niklas bei uns einen Vertrag bis 2021 besitzt, ist das auch kein Thema, das uns im Moment beschäftigt."
Wolf hat Kühne getroffen
Hannes Wolf hat inzwischen auch persönlich Bekanntschaft mit Klaus-Michael Kühne gemacht. "Es war sehr, sehr angenehm, ein sehr gutes Gespräch", sagte der Trainer bei "Sky Sport News HD" über ein Treffen mit dem Investor.
Er habe sich gefreut, Kühne kennenzulernen. "Es war spannend und interessant, positiv mit ihm über Hamburg zu reden. Da ist Herzblut drin. Deswegen war das schon gut", sagte Wolf.
Profis pflegen Social-Media-Strafenkatalog
Beim HSV gibt es keinen Profi, der nicht wenigstens einen (mehr oder weniger) offiziellen Account in einem sozialen Netzwerk pflegt. Damit die Postings nicht aus dem Ruder laufen, hat sich die Mannschaft allerdings selbst Grenzen auferlegt.
Die Regeln sind in einem Strafenkatalog festgelegt. Demnach müssen Spieler in die von Christoph Moritz gehütete Mannschaftskasse einzahlen, sollten sie wiederholt Bilder aus der Kabine oder dem Mannschaftsbus posten.
Hunt könnte es noch bis Sandhausen packen
Als die HSV-Spieler am Mittwoch im Volkspark die Generalprobe gegen den FC Midtjylland bestritten, war von Aaron Hunt nichts zu sehen. Auch zwei Wochen nach seinem im internen Testspiel erlittenen kleinen Faszienriss im rechten Oberschenkel konnte der Kapitän nur individuell trainieren. Die verbleibende Zeit bis zum Ligastart gegen den SV Sandhausen am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wird allmählich knapp.
Trainer Hannes Wolf ist sich jedoch sicher, dass Hunt gegen Sandhausen dabei sein wird. Zu Wochenbeginn soll der 32-Jährige in das Mannschaftstraining zurückkehren. "Das heißt, dass er dann beim Spiel dabei ist", sagte Wolf nach dem Test gegen Dänemarks Meister. Der Spielmacher hätte dann nahezu die gesamte Vorbereitung verpasst.
Trotzdem besteht die Chance, dass Hunt direkt in die Startelf zurückkehrt. „Ob er von Beginn an spielt, werden wir Anfang der Woche entscheiden“, sagte Wolf. Sollte Hunt zunächst auf der Bank sitzen, würde der Japaner Tatsuya Ito den Platz des Kapitäns einnehmen.
Bilder vom Test gegen Midtjylland:
HSV siegt in der Langzeit-Generalprobe gegen Midtjylland