Hamburg. Gisdol übt dieser Tage mit einem Rumpfkader – auch, weil der HSV bei Kostic den Kürzeren zieht. Holtby bleibt der Unglücksrabe.
In der Länderspielpause wird die Trainingsgruppe des HSV wieder einmal neu zusammengewürfelt. Wie in ersten beiden bundesligafreien Wochen in dieser Saison steht Trainer Markus Gisdol bis zum nächsten Spiel bei Schalke 04 am übernächsten Sonntag (19. November, 15.30 Uhr) erneut nur ein Bruchteil des Profikaders zur Verfügung.
Immerhin: Die Stärke der Abstellungen für Nationalmannschaften konnte der HSV kurzfristig von acht auf sieben reduzieren. Denn nach erfolgreichen Verhandlungen mit dem US-Verband muss Bobby Wood nicht am Freundschaftsspiel gegen Portugal teilnehmen (14. November). Der Stürmer kann stattdessen seine Knieprobleme in Hamburg weiter kurieren, respektive dort mit der Mannschaft trainieren.
HSV muss Kostic ziehen lassen
Fehlen werden Gisdol hingegen Filip Kostic und zunächst Fiete Arp. Während der Youngster bewusst bis zum kommenden Montag herausgenommen wird und sich individuell fithalten soll (Sportchef Jens Todt: "Wir müssen schauen, dass er sich keine Verletzung wegen Überbelastung zuzieht"), musste sich Kostic dem serbischen Verband beugen.
Der Flügelflitzer, der nach überstandenem Muskelfaserriss gerade erst wieder in Form zu kommen schien, wird mit seiner bereits für die WM qualifizierten Nationalmannschaft auf Asientour gehen und in diesem Rahmen Freundschaftsspiele gegen China (10. November) und Korea (14. November) absolvieren. Der HSV hatte dies auch angesichts des zurückliegenden vierwöchigen Kostic-Ausfalls zu verhindern versucht.
Gisdol zieht vier Jungspunde hoch
Ebenfalls auf Länderspielreisen sind Rick van Drongelen, Gotoku Sakai, Vasilije Janjicic, Mergim Mavraj, Albin Ekdal und Kyriakos Papadopoulos. Für letztere beiden geht es gar um die WM-Tickets. Ekdal trifft mit Schweden am Freitag und Montag auf Italien (20.45 Uhr, live bei RTL Nitro), Papa muss sich mit Griechenland in zwei Spielen gegen Kroatien durchsetzen (Donnerstag, 20.45 Uhr live bei RTL Nitro und Sonntag).
Trotz Arps Abwesenheit müssen die Trainingskiebitze in dieser Woche aber nicht auf junge Gesichter verzichten. Um den Kader aufzufüllen, zog Gisdol die U-21-Akteure Tobias Knost, Marco Drawz, Stephan Ambrosius und den etwas in Vergessenheit geratenen Mats Köhlert zu den Profis hoch. Von diesen trainierten wiederum vier am Montag individuell: Neben Wood auch Aaron Hunt, Sejad Salihovic und Jonas Behounek.
Holtby bleibt der Unglücksrabe
Lewis Holtby fehlte hingegen komplett. Der Routinier verlängerte seine unfreiwillige Abstinenz wegen eines grippalen Infekts. Bereits am Wochenende hatte Holtby der Mannschaft gefehlt – Gisdol hatte den Mittelfeldspieler für das Spiel gegen Stuttgart aus dem Kader gestrichen. "Der Trainer trifft die Entscheidung und stellt den Kader so zusammen, dass für ihn die Wahrscheinlichkeit zu punkten am höchsten ist“, hatte Todt trocken kommentiert.
"Es ist für ihn gerade keine schöne Phase", sagte der weiter. "Es kann passieren, dass man mal nicht im Kader ist. Das muss jeder einzelne auch mal aushalten." Auch Holtby, der mehr als 300 Pflichtspiele auf dem Buckel hat und zu den HSV-Topverdienern zählt. Dass nun nach acht vergeblichen Anläufen prompt wieder ein Sieg gelang, macht für den einstigen Leistungsträger eine Rückkehr in die Mannschaft nur noch schwerer.
Bilder vom Sieg gegen Stuttgart:
HSV siegt im Schicksalsspiel gegen den VfB Stuttgart