Hamburg. Sänger erwirkt einstweilige Verfügung vor dem Landgericht. Ticketbörse darf keine Eintrittskarten zu überhöhten Preisen verkaufen.

Der Sänger Ed Sheeran hat nach eigenen Angaben vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die Ticketbörse Viagogo erwirkt. Das Gericht habe Viagogo am Mittwoch verboten, für die deutschen Konzerte im kommenden Jahr Eintrittskarten mit der Behauptung anzubieten, es handele sich dabei um Tickets, die den Käufer zum Besuch eines Konzertes des Künstlers berechtigen. Das teilte Sheerans Veranstalter FKP Scorpio in der Hansestadt mit. Zudem dürfe Viagogo keine Tickets mehr zu angeblichen – tatsächlich aber nicht zutreffenden – Originalpreisen zum Kauf anbieten. Ed Sheeran tritt am 22. und 23 Juni auf dem Hockenheimring und am 2. und 3. August 2019 in Hannover auf.

Die Tickets für die vier deutschen Open Air-Konzerte von Ed Sheeran im kommenden Jahr sind nach Angaben von FKP Scorpio erneut personalisiert und unterliegen einem Weiterverkaufsverbot, um überteuerte Schwarzmarktpreise zu verhindern. Ausschließlich über die offizielle Eventim-Weiterverkaufsplattform fanSALE könnten Fans ihre Tickets unter bestimmten Bedingungen ab Januar 2019 zum Verkauf anbieten.

Maßnahme gegen Wucherpreise

„Wir begrüßen die aktuelle Entscheidung des Landgerichts Hamburg sehr, die einen weiteren wichtigen Schritt zur Unterbindung des Schwarzmarkthandels und des Ticketpreiswuchers bedeutet und im Sinne von Künstler, Veranstalter und Fans ist", sagt Folkert Koopmans, Geschäftsführer von FKP Scorpio. "Wir werden Weiterverkäufe zu überhöhten Preisen und ungültige Tickets auch zukünftig konsequent bekämpfen, um im Schulterschluss mit den Künstlern, ihren Managements und anderen Veranstaltern den Musikfans auch weiterhin bezahlbare Tickets anbieten zu können.“

„Ed Sheeran ist bekannt dafür, massiv gegen den Schwarzmarkthandel vorzugehen, um seine Fans vor Abzocke zu schützen", sagt Markus Schütz von der Kanzlei Schütz Rechtsanwälte, die Ed Sheeran und FKP Scorpio vor Gericht vertritt. "Nicht einzelne Privatverkäufer sind das Problem, sondern solche, die die Karten von Anfang an in der Absicht kaufen, um damit Geld zu verdienen. Den Fans kann man nur raten, auf dem Schwarzmarkt und insbesondere bei Viagogo nicht das Risiko einzugehen, zu Wucherpreisen ungültige oder gefälschte Karten zu erstehen.“

Erst vor kurzem hatte auch die Band Rammstein eine einstweilige Verfügung gegen Viagogo erstritten, auch die Elbphilharmonie warnte wiederholt davor, Karten für die oft ausverkauften Konzerte dort zu kaufen. Der Ticketverkauf auf der Plattform lief aber trotzdem weiter. Tatsächlich ist es juristisch schwierig, Ansprüche gegenüber Viagogo durchzusetzen, da das Unternehmen in der französischsprachigen Schweiz sitzt. Allein die Zustellung der aktuellen Verfügung dürfte nach Einschätzung der Anwälte von FKP Scorpio einige Tage in Anspruch nehmen.

Viagogo selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.