Meschede. . Das Leben im Landfrauenverband kennt viele Facetten. Da gibt es die Bäuerin aus Überzeugung. Oder die Frau, die sich für gesunde Ernährung stark macht. Einer anderen ist es wichtig, die Natur nicht nur zu genießen, sondern sie auch zu nutzen, sprich zu pflanzen und zu ernten - und das auch gern im eigenen Garten. Und nicht zuletzt gibt es die Familienmanagerin, die zu Hause die Fäden zusammenhält. Und wenn das Zuhause ein Bauernhof ist, ist es auch gut.

Wir stellen Ihnen hier vier Frauen vor, die das Landleben im Landfrauenverband bereichern und bereichert.

Bäuerin aus Überzeugung: Landfrauen facettenreich und vielseitig Brigitte Wullenweber aus Enkhausen

Ein Melkroboter - der kommt Brigitte Wullenweber orerst nicht in den Stall. Die studierte Landwirtin ist Bäuerin aus Überzeugung. „Und beim Melken kann ich prima abschalten.“ Nach dem Studium arbeitete sie erst bei der Landwirtschaftskammer als Beraterin, bevor sie ihren Mann kennenlernte. Heute genießt es die Mutter von achtjährigen Zwillingssöhnen, dass sie ihr Familienleben flexibel gestalten kann. „Mein Vorteil ist, dass ich sehe, was ich schaffe.“ Melken, Büroarbeit und Treckerfahren - die lebhafte 37-Jährige schätzt das breite Spektrum ihrer Aufgaben. „Eigentlich wollte ich nie einen Bauern heiraten“, sagt sie und lacht. Doch wenn sie heute von Freundinnen gefragt wird, ob sie nicht wieder zurück in ihren Beruf will, antwortet sie aus Überzeugung: „Ich arbeite doch in meinem Beruf!“ Vom Verband wünscht sie sich, dass er seine Wurzeln nicht vergisst. Es müsse auch Themenangebote für die aktiven Bäuerinnen geben.

Hotelfach und Ernährung: Landfrauen facettenreich und vielseitig: Hotelkauffrau Hildegard Höppe

Auch Hildegard Höppe kennt die Landwirtschaft und den zugehörigen Frauenverband von Kindesbeinen an. „Meine Eltern hatten einen Hof in Felbecke.“ Nach vielen Jahren im Paderborner Land lebt die 51-Jährige mit ihrem Mann wieder im Sauerland, in Remblinghausen. Sie arbeitet als Hotelfachfrau in Arnsberg. „Mich haben die Angebote des Verbandes immer schon angesprochen und schon in Paderborn habe ich an vielen Vorträgen und Seminaren - vor allem zum Thema Ernährung - teilgenommen. „Als ich vor fünf Jahren wieder ins Sauerland zog, bin ich schnell Mitglied geworden, um die Arbeit zu unterstützen.“

Die Naturverbundene: Trudi Sommer, Schulsekretärin der Walburga Realschule und Landfrau

Trudi Sommer ist Schulsekretärin an der Walburga-Realschule. Sie kam durch Mitgliederwerbung zum Landfrauenverband. „Meine Familie sagt immer, du wärst auch eine richtig gute Bäuerin geworden“, berichtet die quirlige zierliche Frau mit einem Schmunzeln. Der 210 Quadratmeter große Garten ist für sie Quelle der Erholung und Speisekammer in einem. Den Trend zur „Landlust“ sieht sie aber eher kritisch. „Für mich muss Natur auch belebt oder bewirtschaftet sein und nicht nur schön. Ein englischer Rasen - das wäre nichts für mich.“

Die Familien-Managerin: Bäuerin Ruth Mathweis aus Schmallenberg

100 Milchkühe hat die Niedersorper Familie Mathweis. Hinzu kommt als weiterer Aufgabenbereich die Aufzucht von Jungbullen. Ruth Mathweis ist zwar auch auf einem Hof groß geworden, in die Arbeit als Familienmanagerin eines Ausbildungs- und Zuchtbetriebes musste aber auch die gelernte Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft erst reinwachsen. Mittags beköstigt sie in der Regel acht Personen plus Erntehelfer mit einem „kleinen“ Drei-Gang-Menü: Suppe, Hauptgericht, Nachtisch.

Ihr Zentrum ist Haushalt und Büro. „Die Büroarbeit teilen mein Mann und ich uns. Aber ich bin eigentlich diejenige, die - auch am Telefon - immer ansprechbereit ist. Mein Mann nimmt nicht gerne ein Handy mit in den Stall“.

Als die Kinder noch klein waren, kümmerte sich Ruth Mathweis nicht um den Stall, doch mittlerweile hilft sie abends beim Melken. „Das muss dann allerdings nach meinem Zeitplan gehen. Ich melke gern zügig“, sagt sie - Managerin halt.