Menden. Es ist einer von vielen Trainer-Abgängen im Mendener Sport. Lukas Gorski vom A-Ligisten VfL Platte Heide erklärt, warum er den Job nicht mehr machen kann.

Es ist der nächste Trainer-Kracher im Mendener Sport: Lukas Gorski wird den Fußball-A-Ligisten VfL Platte Heide im Sommer verlassen. Damit wird nach Abschluss der laufenden Saison seine dreijährige Amtszeit bei den Mendener Fußballern enden, die gleichzeitig auch seine erste im Seniorenbereich war. Was die Gründe für seinen Abgang sind und wie die Suche nach einem Nachfolger aktuell läuft.

Lukas Gorski und der VfL Platte Heide – „eine Herzensangelegenheit“, wie der Noch-Trainer sagt. Selbst hat er viele Jahre auf dem Sportplatz am Hülschenbrauck gespielt und als Teil der ersten Mannschaft über mehrere Spielzeiten die Kapitänsbinde getragen. Der Verein liegt nahezu direkt vor seiner Haustür, die Verbindung ist groß. Leicht sei ihm die Entscheidung also keineswegs gefallen. Doch einige Gründe lassen eine weitere Zusammenarbeit einfach nicht zu.

Zeit ist Hauptgrund für Gorski-Rücktritt: Zweigleisiger Trainer-Job überlastet ihn

„Der Hauptgrund ist der Faktor Zeit“, sagt Gorski. Der 41-Jährige trainiert neben dem VfL noch die U13 der SG Wattenscheid 09. Dort ist er ebenfalls in seiner dritten Saison, fährt seit dieser Zeit also zweigleisig als Cheftrainer. Das bedeutet dreimal die Woche Jugendtraining, zweimal die Woche mit den Senioren. Dazu kommen Spiele am Wochenende. „Das ist alles mit sehr viel Aufwand und Stress verbunden. Es ist schwierig, das alles unter einen Hut zu bekommen “, erklärt er.

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Die Einheiten in Wattenscheid und Menden muss er natürlich Woche für Woche planen. Beruf und Familie lassen dort nicht mehr viel Platz. „Ich kenne jetzt auch keinen anderen, der diesen Aufwand betreibt, den ich jetzt gerade betreibe. Es war für mich von vornherein klar, dass ich irgendwann ein Team abgebe und mich nur noch auf eins konzentriere“, sagt Gorski. Diesen Schritt wird er nun im Sommer gehen, wie er dem Vorstand und schließlich auch der Mannschaft mitteilte.

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Lukas Gorski gibt nicht nur beim VfL Platte Heide Anweisungen am Seitenrand. Auch bei der SG Wattenscheid 09 betreut er eine Mannschaft. © WP | Max Friedrich

„Ich kann es absolut nachvollziehen und ich denke, dass ihm keiner böse drum ist, dass er aufhört. Das sind jede Menge Kleinigkeiten, die da mit Einstreuen und das führt dann zur Unzufriedenheit beider Parteien“, betont der Sportliche Leiter Sebastian Stein. Dazu zählt ein immer wieder dezimiertes Aufgebot an Spielern im Training, wenn Akteure aufgrund von Beruf, Uni oder familiären Angelegenheit ausfallen.

Vize-Herbstmeisterschaft ist größter Erfolg: Klassenerhalt jetzt das Ziel

„Das muss man respektieren, es macht es im Seniorenbereich aber nicht immer so einfach. Im Jugendfußball stehen die Eltern extrem dahinter“, weiß Gorski. Dazu kommt, dass er seinen eigenen Sohn in Wattenscheid trainiert. Zuvor waren die beiden zusammen schon beim FC Iserlohn. Die sechs Jahre als Jugendcoach machen ihm großen Spaß und ans Aufhören denkt er dort noch lange nicht.

„Ich werde auf jeden Fall in der Rückrunde alles dafür tun, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

Lukas Gorski
Trainer des VfL Platte Heide

Trotz dem Aufwand der letzten Jahre, habe der Mendener die Arbeit beim VfL Platte Heide gut gemeistert, wie Sebastian Stein über den Übungsleiter sagt. Zubuche stehen mit Platz acht und neun aus den Vorjahren zwei einstellige Platzierungen. In Gorskis Debüt-Saison gelang dem VfL sogar Rang zwei zur Winterpause, ehe eine Welle aus Verletzungen und Ausfällen den Kreisligisten ausbremste.

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Auch in dieser Saison war das ein Thema, viele Spiele gingen zudem unglücklich verloren. In Zahlen ergibt das zurzeit Platz 13 in der Kreisliga A Iserlohn. Die sportliche Leistung habe aber nicht zu seinem Entschluss geführt. „Mir macht es aber weiterhin Spaß, die Jungs oder die Mannschaft zu trainieren. Ich werde auf jeden Fall in der Rückrunde alles dafür tun, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Dass wir die nötigen Punkte noch holen und der Verein auf jeden Fall nächstes Jahr auch in der Kreisliga spielt“, blickt Gorski in die Zukunft.

Freier Platz auf der Bank: Wer wird neuer Trainer beim VfL Platte Heide?

Apropos Zukunft: Wie übernimmt ab Sommer den freien Trainerposten? „Wir haben erstmal vier bis fünf Namen auf den Tisch gelegt und am vergangenen Dienstag mit dem Spielerrat gesprochen. Wenn du den falschen holst, dann verlassen dich nämlich auf einmal fünf Spieler und dann hast du so gut wie gar keine Mannschaft mehr“, betont Stein.

Ob es eine externe oder interne Lösung wird, weiß die Führungsetage des VfL zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. „Wir haben noch keine Gespräche geführt, das wird aber in den nächsten zwei bis drei Wochen passieren. Ich glaube, dass wir dann irgendwann die richtige Entscheidung treffen werden“, so der Sportliche Leiter. Und falls sich Lukas Gorski irgendwann einmal wieder für einen Job als Seniorentrainer entscheidet, stehe ihm jede Tür beim VfL offen.