Iserlohn. Mangelnde Chancenausbeute und eine zu hohe Fehlerquote sorgen für knappe 2:3-Heimniederlage der Iserlohner gegen die Fischtown Pinguins.

Nach dem Überraschungserfolg in München verpassen es die Iserlohn Roosters am Sonntagabend im Heimspiel nachzulegen. Gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven kassierten die Sauerländer eine knappe Niederlage in einer äußerst umkämpften Begegnung.

Eishockey, DEL: Iserlohn Roosters - Fischtown Pinguins Bremerhaven 2:3 (1:2, 0:1, 1:0). Mit Rückenwind starteten die Gastgeber in die Partie. Aggressiv vom ersten Bully an übernahmen sie gegen das staubedingt verspätet angereiste Liga-Nordlicht das Kommando. Die Führung durch Sven Ziegler, der von der blauen Linie draufgehalten hatte, war daher hochverdient. Im Anschluss kam Bremerhaven dann aber ins Rollen. Die Gäste machten es mit einem frühem Forecheck den Roosters im Spielaufbau schwer. Urbas (4.) war schon vor der Roosters-Führung mit der ersten Großchance an Andreas Jenike im Iserlohner Kasten gescheitert, wenig später verhinderte dieser mit einem Hechtsprung gegen Quince (9.) den Ausgleich. Für den Ausbau der Führung blieben die Roosters im Powerplay derweil zu harmlos. Was auch für Christian Thomas (15.) galt, der im Abschluss den Gäste-Keeper vor wenig Probleme stellte.

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Mehr Schweißperlen dürfte da schon Mauermann (16.) bei Jenike produziert haben, als dieser völlig frei vor ihm auftauchte, da die Zuordnung in der Defensive nicht passte. In Unterzahl behielt Jenike (19.) gegen Mauermann zunächst die Oberhand. Kurz darauf sorgte Urbas mit einem platzierten Schuss für den hochverdienten Ausgleich der Gäste. Und wie schon so häufig in dieser Saison, sorgten eigene Fehler dafür, dass die Partie eine schnelle Wende nahm. Thomas leitete mit einem einfachen Scheibenverlust den Konter durch Herrmann ein, der im zweiten Anlauf die Pinguins mit einer Führung in die Pause gehen ließ. „Durch das Unterzahltor haben wir etwas den Faden verloren. In der letzten Minute dürfen wir kein zweites Tor bekommen. Wir dürfen uns durch den Spielstand nicht unterkriegen lassen“, wollte Sven Ziegler bei „Magenta Sport“ keinesfalls den Kopf für den Mittelabschnitt hängen lassen.

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Beflügelt durch die Führung begann Bremerhaven druckvoll, den Roosters gelang es zumindest, echte Großchancen zu verhindern. Offensiv lieferten der IEC derweil nur Magerkost. Shane Gersich (26.) versuchte sich in einer Einzelaktion, Collin Ugbekile (29.) startete nach einem abgefangenen Pass selbst auf Rechts durch, kam aber an Gudlevskis nicht vorbei. In der zweiten Überzahl lief bis auf Taro Jentzsch (35.) ebenfalls nicht viel zusammen, Brandon Gormley sorgte vielmehr mit einem Fehlpass für Gefahr vorm eigenen Tor. Wieder komplett gelang es den Hausherren, sich festzusetzen. Weil aber Pässe und Abschlüsse am Ende zu unpräzise waren, blieb es beim knappen Rückstand, der sich dann postum vergrößerte. Mauermann belohnte sich in seinem 400. DEL-Spiel mit dem Treffer zum 1:3. In der Roosters-Defensive hatte sich niemand für ihn zuständig gefühlt. Bremerhavens Effizienz war auch ein Spiegelbild des Qualitätsunterschiedes. Was sich beim Zwei-gegen-Eins-Konter von Gersich und Thomas (39.) sowie Jentzschs Großchance (40.) nach Manuel Albergs Vorarbeit bestätigte.

Roosters bekommen den Puck nicht über die Torlinie

Nach der zweiten Pause kamen die Roosters mit viel Dampf aus der Kabine und bewiesen, dass sie die Partie keinesfalls abhaken würden. Tyler Boland (41.) vergab dabei Großchancen im Doppelpack, weil er keinen Weg an Gudlevskis vorbei fand, was auch für Bolands dritten Anlauf (47. ) galt. Gersich verpasste es, zudem die freie Scheibe im Slot einfach nur über die Linie zu schieben. Besser lief es dann im dritten Powerplay. Nach Virtanens Schuss, war Gersich zur Stelle und sorgte für den verdienten Anschlusstreffer.

Roosters - BHV 2:3

Iserlohn: Jenike - Ugbekile, Gormley; Labrie, Jobke; Osburn, Dietz; Saffran - Thomas, Boland, Gersich; Jentzsch, Cornel, Ziegler; Virtanen, Rutkowski, Alberg; Broda, Nieleck, Quaas.

Bremerhaven: Gudlevskis - Abt, Bruggisser; Appendino, Jensen; Byström, Bettahar - Urbas, Wejse, Verlic; Mauermann, Vikingstad, Görtz; Kinder, Quince, Herrmann; Maegaard-Scheel, Schiemenz, Büsing.

1. Drittel: 1:0 (4:05) Ziegler (Osburn, Dietz), 1:1 (18:57) Urbas (Jensen, Görtz/5-4), 1:2 (19:45) Herrmann - Torschüsse 9/20 - Strafminuten 4/4

2. Drittel: 1:3 (37:05) Mauermann (Vikingstad, Jensen) - Torschüsse 10/10 - Strafminuten 0/2

3. Drittel: 2:3 (54:16) Gersich (Virtanen, Dietz/5-4) - Torschüsse 17/8 - Strafminuten 0/2

Torschüsse gesamt: 36/38 - Strafminuten gesamt: 4/8

Zuschauer: 4967

Schiedsrichter: Schrader/Schadewaldt

Franz Fritzmeier (Trainer Iserlohn): „Bremerhaven ist sehr gut aus der Kabine gekommen und hat gezeigt, welch starke Mannschaft sie sind. Nach dreißig Minuten haben wir es dann geschafft, dagegen zu halten und haben nie aufgegeben. Positiv war, dass wir bis zum Schluss Dampf gemacht haben. Das zweite Tor war daher verdient, mit etwas Glück hätten wir auch noch etwas mitnehmen können. Trotz der Niederlage bin ich sehr positiv. Wenn wir so weitermachen, wird es Stück für Stück immer besser. Die Effizienz in den Abschlüssen war sicherlich heute ein Punkt.“

Alexander Sulzer (Trainer Bremerhaven): „Wir haben von Anfang an sehr gut ins Spiel gefunden. Trotz des frühen Gegentreffers, wo wir kurz unaufmerksam waren, haben wir das Spiel bestimmt. Wir hatten viel Scheibenbesitz, gute Chancen und standen gut in der Struktur. Im letzten Drittel hat es Iserlohn gut gemacht, viel Druck ausgeübt und einige Chancen kreiert. Im Großen und Ganzen haben wir es aber dort gut verteidigt.“ TS

Noch blieben über fünf Minuten, um vielleicht wichtige Punkte im Abstiegskampf mitzunehmen, doch außer den Schüssen von Thomas und Ziegler sprang für die Roosters nicht mehr raus. Auch die Herausnahme von Jenike für einen sechsten Feldspieler brachte nichts mehr ein. „Es ist ärgerlich, dass wir die vielen Chancen nicht nutzen konnten. Im Endspurt müssen wir solche Dinger machen. Solche Spiele zeigen, dass wir nicht aufgeben“, betonte Alberg bei „Magenta Sport“. Dennoch zeigte die Partie, dass das Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag und eigene Fehler der Grund sind, warum man entscheidenden Boden im Abstiegskampf nicht gut machen kann.