Iserlohn. Iserlohn Roosters feiern bei Franz Fritzmeiers Headcoach-Heimpremiere den so ersehnten Dreier. Weichen werden früh auf Sieg gestellt.

Drei Punkte, die im Augenblick einfach nur gut tun und noch Gold wert sein können, holten die Iserlohn Roosters am Freitagabend bei der Heimpremiere ihres neuen Trainers Franz Fritzmeier. Und das gelang ausgerechnet gegen die Düsseldorfer EG, die jetzt wieder etwas tiefer im Schlamassel steckt.

Eishockey, DEL: Iserlohn Roosters - Düsseldorfer EG 6:3 (2:0, 3:2, 1:1). Bereits zu Beginn des Spiels gab es etwas zu feiern: Die Roosters ehrten Matthias „Alf“ Schlüter für seine nunmehr 20-jährige Tätigkeit als Fanbeauftragter mit einer Urkunde und einem Trikot.

Das war natürlich eine geplante Aktion. Doch welchem der beiden Abstiegskandidaten gelang der bessere Start in dieses hochbrisante Spiel? Das erste Powerplay, das die DEG schon in der dritten Minute zugesprochen bekam, erübrigte diese Frage. Immerhin zeigte sich, dass die Roosters hellwach waren, denn bis Paul Postma den ersten gefährlichen Schuss in Überzahl abgab, waren bereits 90 der 120 Sekunden verstrichen.

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Kaum war Iserlohn wieder vollzählig, änderten sich die Powerplay-Vorzeichen: Jetzt bekam Düsseldorfs Sinan Akdag zwei Minuten aufgebrummt, doch er musste lediglich 19 Sekunden absitzen: Christian Thomas stellte mit seinem fünften Saisontor auf 1:0. Colin Ugbekile hatte das Feuer vor dem Tor von Henrik Haukeland entzündet, Eric Cornel war zunächst gescheitert. Düsseldorf kam danach über Offensivbemühungen nicht hinaus, Roosters-Goalie Hendrik Hane musste zunächst keine Wunderdinge vollbringen. Doch die Gäste legten zu: Justin Richards prüfte Hane zweimal (14. Minute), kurz darauf gab auch Alexander Blank einen gefährlichen Schuss ab. Mitten in dieser Phase fiel das 2:0 für Iserlohn: Mit einem langen Pass aus der eigenen Zone wurde Eric Cornel von Sven Ziegler bedient. Taro Jentzsch dachte mit, positionierte sich zentral und verwertete schließlich Cornels Zuspiel. Besser hätte es in den ersten 20 Minuten für den IEC kaum laufen können, aber das galt auch am Mittwoch in Bremerhaven – das Ende ist bekannt.

Die Norddeutschen schöpften in der 31. Minute wieder Hoffnung. Als am Freitag am Seilersee die Hälfte der regulären Spielzeit verstrichen war, befand sich die heißeste Party der Stadt in vollem Gange. Sie stieg in der Balver-Zinn-Arena, wo die Roosters soeben auf 5:1 erhöhten. Es ging Schlag auf Schlag: Nach fast exakt 23 Minuten vollendete Tyler Boland eine Vorlage von Brandon Gormley in Überzahl zum 3:0.

Doch mit dem ersten Angriff nach dem Bully verkürzte die DEG. Nach Bolands Treffer vergingen acht Sekunden, als Tyler Gaudet Sieger im Duell mit Hane blieb. Sinan Akdag und Kyle Cumiskey hatten durchaus den Anschlusstreffer auf dem Schläger. Aber bevor Düsseldorf noch einmal Grund zum Jubeln hatte, gab Iserlohn noch Anschauungsunterricht, wie das mit dem Toreschießen funktioniert. Die 28. Minute war gerade angebrochen, als Jake Virtanen den Drei-Tore-Abstand wieder herstellte. Zach Osburn hatte Haukeland per Distanzschuss gefordert, der die Scheibe aber nach vorne prallen ließ. Nur gut zweieinhalb Minuten vergingen bis zum nächsten Tor, das schnörkellos über drei Stationen herausgespielt wurde: John Broda auf Virtanen, dessen Hereingabe vollendete Shane Gersich. Mit dem 2:5 durch Brendan O’Donnell ging es in die zweite Pause.

Roosters - DEG 6:3

Iserlohn: Hane - Gormley, Ugbekile; Osburn, Labrie; Jobke, Dietz; Nieleck - Jentzsch, Cornel, Ziegler; Dal Colle, Boland, Thomas; Broda, Virtanen, Gersich; Saffran, Rutkowski, Quaas
.Düsseldorf: Haukeland - McKiernan, Akdag; Ebner, Cumiskey; Postma, Wirth; Borzecki - Ehl, Gaudet, O’Donnell; Blank, Rymsha, Gogulla; Richards, Angle, Braun; Rossmy, Pivonka, Üffing.
1. Drittel: 1:0 (5:03) Thomas (5-4), 2:0 (16:30) Jentzsch (Cornel, Ziegler) - Torschüsse 7/12 - Strafminuten 4/4
2. Drittel: 3:0 (22:59) Boland (Jentzsch, Gormley/5-4), 3:1 (23:07) Gaudet, 4:1 (27:05) Virtanen (Labrie, Osburn), 5:1 (29:43) Gersich (Virtanen, Broda), 5:2 (38:41) O‘Donnell (Gaudet) - Torschüsse 13/7 - Strafminuten 2/2
3. Drittel: 6:2 (50:37) Boland (Dal Colle, Thomas), 6:3 (58:48) Braun (Richards, McKiernan) - Torschüsse 7/6 - Strafminuten 0/2
Torschüsse gesamt: 27/25
Strafminuten gesamt: 6/8
Schiedsrichter: Iwert/Schrader
Zuschauer: 4967

Franz Fitzmeier (Trainer Iserlohn): „Wir haben sehr diszipliniert und kompakt gespielt, genau so wie wir es wollten. Wir waren in den Zweikämpfen sehr präsent und stark an der Bande. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und diese auch genutzt. Das Powerplay war sehr wichtig heute. Wir waren heute über 60 Minuten diszipliniert. Genau so müssen wir weitermachen.“

Steven Reinprecht (Trainer Düsseldorf): „Iserlohn hat stark gespielt. Die Special-Teams haben früh den Unterschied gemacht. Iserlohn hat einen sehr guten Job vor dem Tor gemacht und ist häufig stark von hinten rausgekommen. Sie haben unsere Schüsse geblockt und wenig Rebounds zugelassen. Iserlohn hat seine Chancen genutzt, was uns nicht gelungen ist.“

War das bloß Ergebniskosmetik oder das Signal zur Aufholjagd? Es war zumindest der Versuch, den Roosters noch einmal auf die Pelle zu rücken, doch der wurde durch Iserlohns drittes Überzahlspiel unterbrochen. So richtig Schwung nahmen die Gäste nicht mehr auf – erst recht nicht, nachdem Boland das 6:2 erzielte. Beim 6:3 kurz vor Schluss unterbrachen die IEC-Fans nicht einmal ihre Gesänge