Iserlohn. Iserlohner wollen gegen die Niedersachsen ihren vierten Heimerfolg in dieser Saison feiern. Dal Colle und Huß kurz vor ihrer Rückkehr ins Team.

Einen Punkt gewonnen, aber zwei verspielt – so lautet das Iserlohner Fazit nach der ärgerlichen 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die Schwenninger Wild Wings. 34 Sekunden haben gefehlt, um mit den Fans gemeinsam den vierten Sieg in der Balver-Zinn-Arena zu feiern. „Wir stehen mit vier Spielern gegen einen Gegner und kassieren eine Strafe. Schwenningen macht bei Sechs gegen Vier den Ausgleich, und in der Verlängerung kann halt dann alles passieren“, beschreibt Trainer Doug Shedden die entscheidenden letzten Minuten der Partie.

Keine Nachricht aus dem Lokalsport mehr verpassen? Abonniere unsere Social-Media-Kanäle und bleib so immer auf dem Laufenden! Du findest den IKZ bei Facebook, Instagram und LinkedIn.

! NEU ! Schon fast 1000 Nutzerinnen und Nutzer haben den WhatsApp-Kanal des IKZ abonniert. Meld dich jetzt an und erhalte jeden Morgen den aktuellen Nachrichten-Überblick!

Dabei sah der Coach durchaus gute Ansätze in der Partie. „Die ersten zwei Drittel waren exzellent. Wir haben dort nur insgesamt zehn Schüsse für den Gegner zugelassen. Das ist hervorragend.“ Auch Co-Trainer Frank Fischöder sah zahlreiche Dinge, in denen sich die Mannschaft in den ersten 40 Minuten im Vergleich zum vergangenen Wochenende verbessert hat. „Unser 2-1-2-Forecheck hat gut funktioniert. Wir haben die Lücken gut zugestellt, den Gegner nach außen gedrängt und einen guten Aufbau gespielt. Zudem waren die Stürmer immer anspielbar und jeder wieder schnell in seiner Position.“

Roosters hielten sich im Schlussabschnitt nicht mehr an ihr System

Der Wendepunkt kam aus Sicht der beiden im letzten Drittel. „Da haben wir uns plötzlich nicht mehr an unser System gehalten. Spieler haben auf einmal ihr eigenes Ding gemacht, und das funktioniert nicht. Wir sind nur noch verlorenen Scheiben hinterhergelaufen und haben so kaum für Entlastung gesorgt“, erklärt Doug Shedden den Dauerdruck der Schwenninger. Damit dies nicht auch an diesem Freitag gegen die Grizzlys Wolfsburg passiert, appelliert der Coach an sein Team: „Wir müssen die Leistung aus den ersten beiden Dritteln über 60 Minuten bringen und uns strikt an unser System halten.“ Dafür will Shedden den Spielern beim Abschlussmeeting einige positive Szenen aus der Partie gegen die Wild Wings zeigen. Auch die Tatsache, dass mit Michael Dal Colle der Topscorer der Iserlohner und Verteidiger Johannes Huß am Donnerstag bereits wieder auf dem Eis standen, macht dem Roosters-Coach Hoffnung für die Begegnung gegen Wolfsburg.

Mehr aus Iserlohn, Hemer und Letmathe

Ansonsten hat er die Qual der Wahl, da alle anderen Spieler einsatzbereit für das Wochenende sind. Das sorgt jedoch auch Spiel für Spiel für einige Härtefälle, findet Shedden. „Spieler wie Manuel Alberg und John Broda, die in der vierten Reihe am Mittwoch einen richtig guten Job gemacht haben, sind das eine oder andere Mal die Leidtragenden der U23-Regel.“ Wobei es voraussichtlich weniger auf das Personal, sondern eher auf die Einstellung der Aktiven ankommen werde, betont Frank Fischöder. „Interessant ist für mich, ob wir die Bereitschaft und Disziplin auch im nächsten Spiel wieder auf das Eis bringen können. Es geht nun mal nur über Konstanz. Glück im Sport gibt es in meinem Leben nicht.“

Vor dem Bully

Iserlohn Roosters – Grizzlys Wolfsburg

Fr., 19.30 Uhr, Balver-Zinn-Arena

EHC Red Bull München - Iserlohn Roosters

So., 16.30 Uhr, SAP Garden

Roosters-Kader: Über einen Einsatz von Michael Dal Colle (Unterkörperverletzung) und Johannes Huß (Erkältung) wird erst kurz vor Spielbeginn am Freitag entschieden.

Die Gegner

Die Grizzlys Wolfsburg sind nur schwer in die Saison gestartet und mussten sich von einen der hinteren Plätze Schritt für Schritt ins Tabellenmittelfeld hochkämpfen. Aktuell belegen die Wolfsburger Platz acht. Auf den ersten Nicht-Pre-Play-off-Platz hat sich das Team ein Polster von sieben Punkte verschafft. Die torgefährlichsten Spieler bei den Grizzlys sind Spencer Machacek (26 Punkte) und Matthew White (24).

Der EHC Red Bull München kam ebenfalls schwer in Tritt. Leidtragender war Trainer Toni Söderholm, der nach der Niederlage gegen die DEG freigestellt wurde. Auch danach lief es äußerst schleppend beim mehrmaligen Deutschen Meister. Gerade im neuen SAP-Garden tat sich der EHC schwer. Mit zuletzt drei Siegen ist man jedoch wieder in der Spur und bis auf Platz vier vorgerückt.

Saison 2023/24

Iserlohn - Wolfsburg: 3:1 (H), 4:2 (H), 0:7 (A), 3:2 n.V. (A)

Iserlohn - München: 1:3 (H), 2:3 (A), 2:5 (H), 0:4 (A)

Saison 2024/25

Iserlohn - Wolfsburg: 1:3 (H), 3:4 (A)

Iserlohn - München: 0:3 (H), 5:7 (H)

Letzten Spiele Iserlohn: 3:4 n.V. (H) Schwenningen, 1:5 (A) Ingolstadt

Letzten Spiele Wolfsburg: 6:3 (H) Ingolstadt, 2:3 (A) Straubing

Letzten Spiele München: 8:0 (A) Düsseldorf, 4:1 (A) Berlin

Gesamt-Heimbilanz gegen Wolfsburg: 19 Siege - 17 Niederlagen

Gesamt-Auswärtsbilanz gegen München: 8 Siege - 21 Niederlagen

Nach dem Training am Samstagvormittag machen sich die Iserlohner dann auf die Reise nach München, wo die Sauerländer am Sonntag zum ersten Mal im neuen SAP-Garden gegen den EHC Red Bull München antreten werden. „Das sind die einfachsten Partien, worauf sich die Spieler immer freuen, wenn du in so einer modernen Arena spielen darfst. Deshalb ist es ja auch so ärgerlich, dass wir aktuell mit unserer alten Halle und dem Heimvorteil, den wir normalerweise dadurch hätten, so wenig machen“, meint Doug Shedden. Vielleicht wird die Bilanz ja schon gegen Wolfsburg ein wenig aufgehübscht.