Witten-Bommern. . Telefon und Internet von Kornelia Büschelhauser aus Witten sind seit Juni tot. Techniker halfen nur provisorisch. Im Boden liegt eine marode Leitung.
Kornelia Büschelhauser kämpft seit über einem halben Jahr um ihre Telefonverbindung. Im Juni fielen plötzlich das Festnetz und das Internet aus. Ihr Anbieter Vodafone konnte das Problem bislang nicht dauerhaft lösen, die Leitung gehört der Telekom.
Im August 2013 hat die Familie Büschelhauser ein Einfamilienhaus gekauft und ist nach Bommern gezogen. „Dass es seit Jahren Probleme mit dem Telefon gibt, hat uns der Vorbesitzer leider verschwiegen“, sagt Büschelhauser. Bei einer Handvoll Nachbarn am Waldsaum komme es ebenfalls regelmäßig zu Ausfällen, diese konnten jedoch immer behoben werden.
Für wichtige Telefonate geht’s zur Tochter in die Innenstadt
Nicht so bei den Büschelhausers. Mobil ist die Familie ebenfalls nicht gut zu erreichen, denn nur in wenigen Ecken ihres Hauses gibt’s überhaupt Empfang. „Und wenn eine SMS kommt, ist das Gespräch immer unterbrochen.“ Ihre sozialen Kontakte leiden unter der Situation, klagt die 56-Jährige. Zum Glück kann sie für wichtige Telefonate zu ihrer Tochter Sarah (22) in die Innenstadt kommen. Weil sie für ihren 17-jährigen Sohn Hendrik ohne Internet schulische Nachteile befürchtet, nutzt er dafür inzwischen einen Vodafonestick.
An Versuchen, die Festnetz- und Internetverbindungen zu reparieren, mangelt es jedoch nicht: Seit Juni haben sich bei Kornelia Büschelhauser über ein Dutzend Telekom-Techniker die Klinke in die Hand gegeben. Oft musste sie sich dafür freinehmen und wagte nicht, in den Keller oder ins Obergeschoss zu gehen, um die Klingel nicht zu überhören.
Bautrupp soll bald anrücken
„Inzwischen kenne ich auch alle Mitarbeiter im Vodafone-Callcenter schon beim Vornamen“, flachst sie freudlos. Denn die Techniker konnten immer nur provisorisch helfen, für einige Tage. Dann fielen Telefon und Internet erneut aus. Die Ursache sei stets schnell gefunden worden: „Die Techniker sagten uns, dass das Erdkabel marode ist.“ Die Leitung sei knapp 40 Jahre alt, der Verteiler, der die Familie versorgt, trägt noch die Aufschrift „Post“. „Jetzt muss endlich was geschehen“, fordert Büschelhauser.
Auf Nachfrage der WAZ erklärt die Telekom, Vodafone trage „die Gesamtverantwortung für den Anschluss“, weil die Familie deren Kunde ist. Zwischen den Konzernen gebe es aber festgelegte Wege, um technische Fragen zu lösen. Die hat Vodafone jetzt genutzt. Konzernsprecher Volker Petendorf: „Wir haben uns vielmals bei der Familie entschuldigt und arbeiten mit Hochdruck an der Lösung.“ Die Telekom sei jetzt beauftragt, mit einem Bautrupp die von Vodafone gemietete Leitung zu ersetzen. „Die Telekom muss jetzt nur noch die Genehmigung bei der Stadt Witten einholen. Erfahrungsgemäß geht das schon auf den nächsten Tag. Wenn man nur will.“
Die Reparatur ist in die Wege geleitet, am kommenden Dienstag haben die Büschelhausers einen Termin mit einem Fachmann, und der Bautrupp soll schnell folgen.